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Sie erinnern daran, wie gut es uns geht: Portraits Obdachloser aus Seattle 



Diese Fotos zeigen das Leben in Zeltstadt 3 und 4 in Seattle. Der Bürgermeister hält solche Einrichtungen für unverzichtbar – Ed Murray zufolge sind sie notwendig, um der zunehmenden Obdachlosigkeit in der Stadt überhaupt irgendetwas entgegensetzen zu können. Einer Erhebung aus dem Jahr 2014 nach gibt es in Seattle 3123 Obdachlose – eine Steigerung von 15 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.

Tents stand at SHARE/WHEEL Tent City 3 outside of Seattle, Washington October 12, 2015. SHARE and WHEEL describe themselves as self-organised, democratic organisations of homeless and formally homeless people which run several self-managed tent cities. At homeless encampments from Seattle, Washington state to Las Cruces, New Mexico, residents live away from the dangers of life on the streets, saying the stability helps them work towards their goals. Despite a shortage of affordable housing for the poor and budget constraints on social welfare programmes, many U.S. cities have clamped down on tent cities in the past few years. REUTERS/Shannon Stapleton PICTURE 16 OF 35 - SEARCH

Zeltstadt 3 in Seattle.
Bild: X90052

A sign on a tent is seen at Tent City 3, a homeless encampment in Seattle, Washington January 15, 2015. Seattle Mayor Ed Murray will submit legislation to the City Council this week seeking approval of three new homeless encampments, saying the tent cities are needed to deal with rising homelessness, his office said on Thursday.   REUTERS/David Ryder   (UNITED STATES - Tags: SOCIETY POVERTY POLITICS)

Das Credo: Aus der Not eine Tugend machen.
Bild: DAVID RYDER/REUTERS

Die Fotos erinnern den Betrachter daran, wie gut es einem geht: In Seattle stehen nicht weniger als sechs solcher Zeltlager, die auch noch alle paar Monate verlegt werden. Ausserdem gibt es Dutzende nicht genehmigte Zeltstädte, die in den Parks der Stadt, unter Hochstrassen und auf Brachflächen enstanden sind.

Wer lebt in diesen Zeltstädten? Wie sind die Menschen dorthin gekommen? Hier einige Portraits aus dieser anderen Welt.

Robert und Emma

Emma Savage, 6, opens a birthday card given to her by her dad Robert Rowe, 42, a day labourer who had just returned from a 12-hour working day to SHARE/WHEEL Tent City 3 outside Seattle, Washington October 12, 2015. SHARE and WHEEL describe themselves as self-organised, democratic organisations of homeless and formally homeless people which run several self-managed tent cities. REUTERS/Shannon Stapleton PICTURE 22 OF 35 - SEARCH

Bild: X90052

Das ist Robert Rowe mit seiner Tochter Emma Savage. Der 42-Jährige arbeitet als Tagelöhner und ist kurz zuvor von einer Zwölf-Stunden-Schicht heimgekommen. Für die sechsjährige Emma ist es ein besonderer Tag: Sie öffnet gerade ihre Geburtstagskarte, nachdem sie sich tagsüber alleine in Zeltstadt 3 die Zeit vertrieben hat.

Emma Savage, 6, runs with a balloon between tents at SHARE/WHEEL Tent City 3 outside Seattle, Washington October 13, 2015. SHARE and WHEEL describe themselves as self-organised, democratic organisations of homeless and formally homeless people which run several self-managed tent cities. REUTERS/Shannon Stapleton PICTURE 23 OF 35 - SEARCH

Bild: X90052

Kalaniopua

Kalaniopua Young, 32, originally from Hawaii, poses outside her tent at SHARE/WHEEL Tent City 3 outside Seattle, Washington October 12, 2015.

Bild: X90052

«Ich habe mich bewusst entschieden, hier zu leben. Ich war einsam und depressiv in meiner Wohnung», erklärt Kalaniopua Young. «Ich fühle mich durch die sozialen Interaktionen und Freundschaften bedeutend wohler.» Die 32-jährige Hawaiianerin schätzt die Selbstverwaltung und Organisation der Zeltstadt: «Es gibt direkte Demokratie mit schnellen Resultaten, die sich von der traditionellen Bürokratie abheben.» 

Aaron

Aaron Ervin, 50, poses in front of his tent at SHARE/WHEEL Tent City 3 outside Seattle, Washington October 8, 2015.

Bild: X90052

Aaron Ervin ist 50 Jahre alt. «Die Zeltstadt ist ein Segen für mich – ein Ort, an dem ich mich erholen und meine Gedanken sammeln kann. Solange ich hier bin, will ich ein Vorbild und gutes Beispiel im Camp sein. Hier fühlen sich die Leute sicher. Sie leiden darunter, schief angesehen zu werden, weil sie als Obdachlose ihre Sachen überall mit hinschleppen.» Aaron ergänzt, es sei ihm wichtig zu wissen, dass man seine Sachen in der Zeltstadt sicher aufbewahren kann.

Lantz

Lantz Rowland, 59 poses in front of his tent at SHARE/WHEEL Tent City 3 outside Seattle, Washington October 8, 2015.

Bild: X90052

«Obdachlose sind keine betrunkenen Penner, denen Nadeln im Arm stecken und die an einer Ecke herumlungern», meint Lantz Rowland, 59. «Es gibt hier Leute, die Schichtdienst auf Friedhof machen. Wir haben Kinder hier, wir haben Familien. Die Leute können arbeiten gehen, ohne ihre Sachen mit sich herumzutragen, wie sie es bei klassischen Heimen machen müssen.»

Kadee und Sean

Kadee Ingram, 28, holds her son Sean, 2, at SHARE/WHEEL Tent City 3 outside Seattle, Washington October 13, 2015. Ingram lost her job, and soon afterwards her partner Renee lost her job.

Bild: X90052

Ein weiteres Beispiel sind Kadee Ingram, die mit ihrem zweijährigen Sohn Sean in Zeltstadt 3 lebt. «Es kam zu dem Punkt, an dem wir nicht schnell genug einen Job finden konnten und unsere Wohnung verloren haben», erzählt die 28-Jährige. «Wir mögen diesen Ort und insbesondere, draussen zu sein. Wir fühlen uns sicher: Ich wünschte, wir hätten schon früher davon erfahren.»

The food tent is fully stocked at Tent City 3, a homeless encampment in Seattle, Washington January 15, 2015. Seattle Mayor Ed Murray will submit legislation to the City Council this week seeking approval of three new homeless encampments, saying the tent cities are needed to deal with rising homelessness, his office said on Thursday.  REUTERS/David Ryder   (UNITED STATES - Tags: SOCIETY POVERTY POLITICS FOOD)

Das Nahrungsdepot in Zeltstadt 3.
Bild: DAVID RYDER/REUTERS

Zeltstadt 4 wird auch Nickelsville genannt. Wie hat es die Bewohner dorthin verschlagen?

Tents are seen at SHARE/WHEEL Tent City 4 around 35 miles outside Seattle, Washington October 9, 2015. At homeless encampments from Seattle, Washington state to Las Cruces, New Mexico, residents live away from the dangers of life on the streets, saying the stability helps them work towards their goals. Despite a shortage of affordable housing for the poor and budget constraints on social welfare programmes, many U.S. cities have clamped down on tent cities in the past few years.  REUTERS/Shannon Stapleton PICTURE 12 OF 35 - SEARCH

Zeltstadt 4 alias Nickelsville: ...
Bild: X90052

A general view is seen of the unsanctioned homeless tent encampment Nickelsville in Seattle, Washington October 8, 2015. At homeless encampments from Seattle, Washington state to Las Cruces, New Mexico, residents live away from the dangers of life on the streets, saying the stability helps them work towards their goals. Despite a shortage of affordable housing for the poor and budget constraints on social welfare programmes, many U.S. cities have clamped down on tent cities in the past few years. REUTERS/Shannon Stapleton PICTURE 27 OF 35 - SEARCH

... Im Schatten der Hochhäuser.
Bild: X90052

Daniel

Daniel Paul Oakes, 23, works on a bicycle in his single-room structure at the homeless tent encampment Nickelsville in Seattle, Washington October 12, 2015.

Bild: X90052

Matts und Devin

Matt Hannahs, 32, poses with his son Devin outside their tent by a wood fire at Nickelsville homeless tent encampment in Seattle, Washington October 13, 2015.

Bild: X90052

Matt Hannahs und Sohn Devin schätzen den Zusammenhalt in der Zeltstadt. «Devin sieht das hier nicht als negativ. Ich meine, als kleiner Junge sieht er es flexibel – als Abenteuer, einfach neue Leute treffen und neue Dinge sehen. Es ist im Grunde wie campen. Ich bin immer wirklich dankbar, dass es einen Ort gibt, wo du kommen und gehen kannst, wann du willst. Es ist wie eine grosse Familie, man passt aufeinander auf.»

Gary

Gary Dumo, 36, shows his tattoos while working security at the homeless tent encampment Nickelsville in Seattle, Washington October 13, 2015.

Bild: X90052


Der Obdachlose Gary Dumo arbeitet im Camp Nickelsville bei der Security. «Ich würde mich gerne in einem Zuhause sehen. Mit Elektrizität, Wänden und Klimaanlage. Ich weiss aber auch, dass es noch mehr Leute gibt, die eine Bleibe brauchen», sagt der 36-Jährige.

Stephan

Stephan Schleicher, 31, poses in front of his tent at SHARE/WHEEL Tent City 4 outside Seattle, Washington October 9, 2015.

Bild: X90052

Stephan Schleicher, 31: «Hier gibt es eine Gemeinschaft und einen Sinn der Leute dafür, füreinander Verantwortung zu übernehmen.»

Buzz

Buzz Chevara, 56, poses in front of his tent at SHARE/WHEEL Tent City 4 outside Seattle, Washington October 9, 2015.

Bild: X90052

Buzz Chevara, 56, will bloss seinen Frieden: «Das Konzept der Zeltstadt bedeutet Gemeinschaft, Sicherheit und einen Ort, an dem dich niemand mitten in der Nacht belästigt oder verletzen wird.»

Bescherung im brasilianischen Frauenknast

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kaiserin 24.12.2015 06:20
    Highlight Highlight Wenn dies tatsächlich die Einstellung dieser Menschen ist, dann geht es ihnen besser als so manchen Nicht-Obdachlosen. Obwohl wir alles haben, beschweren sich viele den ganzen lieben Tag lang über irgendetwas....
  • Stefan von Siegenthal 23.12.2015 17:06
    Highlight Highlight Diese Leute haben sich arrangiert. Aber was für ein Armutszeugnis für das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Hoffen wir, dass das hier niemals so wird.
    • per scientam 23.12.2015 18:35
      Highlight Highlight Auch bei uns gibt es Obdachlose. Da muss man sich nichts vor machen...
      In Genf gibt es ein ganz ähnliches Konzept. Einfach mit kleinen Wohncontainern.
      Das wichtigste Problem wird gelöst: ein Ort zum Ausruhen und geschützt schlafen ist vorhanden. Das unterschätzt man häufig, wie wichtig ein geschützter Ort zum Ausruhen ist.

      Aber geh mal in die EU... Dann weisst du, das dieses Beispiel nichts besonderes ist...
    • demokrit 23.12.2015 21:43
      Highlight Highlight Per scientam: Bei uns gibt es zum Glück nur selbstgewählte Obdachlose.
    • karl_e 24.12.2015 16:27
      Highlight Highlight Die rechte Mehrheit im NR wird es schon richten.
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