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Florida zieht Wahlkreise neu – und verschafft Republikanern Vorteil

Florida zieht Wahlkreise neu – und verschafft Republikanern damit einen Vorteil

Der Bundesstaat Florida bringt vor den US-Zwischenwahlen im November einen Neuzuschnitt seiner Wahlkreise auf den Weg.
30.04.2026, 06:1030.04.2026, 06:10

In dem nach Einwohnerzahl drittgrössten Bundesstaat votierten beide Kammern für eine neue Aufteilung der 28 Wahlbezirke, wie das Repräsentantenhaus von Florida mitteilte. Medienberichten zufolge haben die Republikaner somit Aussicht auf weitere vier Sitze im US-Repräsentantenhaus in Washington.

Der Neuzuschnitt muss noch vom republikanischen Gouverneur Ron DeSantis abgenickt werden, was jedoch als Formsache gilt – er hatte den Vorschlag am Montag selbst eingebracht. Möglich ist, dass der Neuzuschnitt noch gerichtlich angefochten wird. Die Verfassung Floridas verbietet es ausdrücklich, Wahlkreise zum Vor- oder Nachteil von Parteien oder Amtsträgern zu verändern.

Florida Gov. Ron DeSantis is seen before a roundtable discussion on college sports in the East Room of the White House, Friday, March 6, 2026, in Washington. (AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)
Trump
Gouverneur Ron DeSantis hat den Neuzuschnitt der Wahlkreise selbst angeregt.Bild: keystone

Die Vorsitzende der Demokraten in Florida, Nikki Fried, kritisierte das Gesetz und die Republikaner scharf.

«Sie alle wissen, dass es falsch, verfassungswidrig und rechtswidrig war und gegen ihren Amtseid verstösst.»

Auch andere Bundesstaaten ziehen Grenzen neu

Der Vorstoss der Republikaner ist Teil eines US-weiten Kampfes um bessere Chancen bei der Zwischenwahl im November, bei der Republikaner ihre dünne Mehrheit im US-Kongress verteidigen wollen. Erst vor knapp einer Woche hatten die Demokraten in Virginia ihre Wahlkreise per Volksentscheid neu gefasst, was ihnen ebenfalls vier Sitze bringen könnte. Auch die Staaten Texas und Kalifornien hatten ihre Bezirke vorher neu aufgeteilt.

Der Neuzuschnitt von Wahlkreisen, das sogenannte Gerrymandering, hat in den USA eine jahrhundertealte Tradition. Hintergrund ist, dass nach dem alle zehn Jahre erhobenen Zensus die Wahlkreise neu zugeschnitten werden müssen, damit sie jeweils ähnlich viele Einwohner umfassen. Mit diesem Argument begründete auch DeSantis die Massnahme in Florida.

In der Praxis nutzen Parteien den Prozess jedoch oft, um sich Vorteile zu verschaffen. So können aus einem Wahlkreisteil mit klarer Mehrheit Gebiete in einen anderen Wahlkreis verfrachtet werden, in dem das Rennen enger ist. (sda/dpa)

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Gurgelhals
30.04.2026 07:11registriert Mai 2015
Der Unterschied ist halt: Die Demokraten in Kalifornien & Virginia haben das mit Volksentscheiden klären lassen. Und die Vorstösse sind sowieso als notgedrungene Reaktionen auf das Texas-Gerrymandering zu verstehen (eigentlich wollen die Dems Gerrymandering landesweit verbieten, entsprechende Vorstösse im US Kongress scheiterten aber stets an der Totalblockade der GOP).

Die GOP? Nun, gerade in Florida stimmte die Bevölkerung 2010 mit 63% einem Verfassungszusatz für faire Bezirksziehungen zu. So viel zum Thema Volksentscheide.

Dies bloss, bevor man da wieder mit "Both Sides" kommen möchte.
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