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Pizza für die Wähler, die «Schäm dich»-Ecke & 5 weitere Perlen der Midterms



In den USA sind Zwischenwahlen. Schon klar. Spannend sind dabei nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Geschichten, die rundherum passierten. Hier ein Best of: 

Pizza in der Warteschlange

Viele US-Amerikaner standen während den Wahlen in langen Schlangen. Einige davon verpassten womöglich das Abendessen. Kein Problem in Texas. Da half die spendenbasierte Organisation «Pizza to the Polls». Sie schickte Hunderte von Pizzas in die langen Wählerschlangen. Zur Freude der Wähler: Diese konnten gestärkt weiter auf die Stimmabgabe warten. 

Das Monster-Buffet

Wenn wir schon beim Essen sind: Auch bei der «New York Times» wird ordentlich geschlemmt. Schliesslich sind bei der amerikanischen Zeitung 321 Journalisten und andere Mitarbeiter im Dienst und berichten über die Kongresswahlen. Gemäss Carolyn Ryan, Redaktionsleiterin, reichten die 30 Pizzas, 300 Brownies und vier Schüsseln Caesar Salad jedoch nicht weit. Bald mussten weitere Pizzas nachbestellt werden. 

Der heimliche Star des Wahlabends

Ein enges Rennen um den Senatsposten wurde in New Jersey erwartet. Dort forderte der Republikaner Bob Hugin den demokratischen Amtsinhaber Bob Menendez heraus. Gewonnen hat Letzterer. Der Wahlkampf zwischen den beiden Politikern verlief jedoch gehässig, an gegenseitigen Vorwürfen und offensiven Werbespots mangelte es nicht.

Die aggressive Tonalität hinterliess ihre Spuren, wie folgendes Video zeigt. Ein Anhänger der Republikaner warf Menendez in einer Sendung von Fox News vor, er habe Sex mit minderjährigen Prostituierten gehabt.

Ein junger Mann im Hintergrund konnte sich ob dieser Aussage nur an die Stirn fassen. Auf Twitter wurde er dafür gefeiert. Er steht sinnbildlich für viele Wähler, die sich über die Verbreitung von Fake News ärgern.

Der Moderator in der «Schäm dich»-Ecke

Bei dem US-Sender CNN erklärt Moderator John King den Zuschauern die Prognosen, interpretiert Politiker-Aussagen und Wähleranalysen. King hat nur ein Problem. Auch wenn er viel Sendezeit bekommt, muss er manchmal den Kollegen zuliebe ruhig sein. Und dabei sieht er immer sehr traurig aus:

John King steht in der «Schäm dich»-Ecke. 

Die erste und letzte Wahl

Eine weitere traurige und zugleich schöne Geschichte geschah im US-Bundesstaat Texas. Die 82-jährige Texanerin Gracie Lou Phillips hatte ihr Leben lang noch nie gewählt. Phillips dachte, ihre Stimme spiele sowieso keine Rolle. Doch für die Midterms änderte sie ihre Meinung und liess sich für die Abstimmung registrieren.

Doch vor wenigen Tagen wurde Phillips ins Spital eingeliefert, weil sie an einer Lungenentzündung erkrankt war. Den Wunsch zu wählen hatte die 82-Jährige weiterhin. Also wurde sie von ihrer Familie zum nächsten Wahllokal begleitet. Als Phillips ihr Kreuz gesetzt und den Zettel in die Urne geworfen hatte, streckte sie triumphierend ihre Fäuste in die Höhe und verkündete unter dem Applaus der Wahlhelfer, dass sie zum ersten Mal gewählt habe. 

Gewählt hat die Texanerin vergangenen Donnerstag. Das Ergebnis der Wahl erfuhr Phillips leider nicht mehr. Vier Tage später verstarb sie. 

«I voted»-Sticker auf dem Friedhof

Die Midterms sind ein Erfolg für viele Frauen. Erstmals werden mehr als 100 Frauen im Repräsentantenhaus Einsitz nehmen. Das entspricht knapp einem Viertel der 435 Sitze. Das starke Abschneiden kommt nicht unerwartet. Noch nie haben so viele Frauen für die grosse Kammer kandidiert. 

Viele Frauen trugen deshalb stolz ihre «I Voted»-Sticker zur Schau. Einige dekorierten damit jedoch nicht nur ihre Shirts, sondern auch einen Grabstein auf dem Friedhof in Rochester, New York. Dort liegt Susan B. Anthony, eine Vorkämpferin des US-Frauenwahlrechts, begraben. 

Der verwirrte ARD-Tweet

Eine Twitter-Perle lieferte ein Mitarbeiter des ARD-Studios New York. Veröffentlicht wurde der Post bereits am Montagabend, bis Mittwochmorgen wurde er 4000 Mal gelikt und kommentiert.

Die grosse Frage ist natürlich: Wer ist Marie? Und wie kann es sein, dass der Mitarbeiter zu Zeiten der Midterms nicht im Büro ist? Die ARD-Mitarbeiter nahmen den Hype mit Humor und antworteten auf die vielen User-Reaktionen mit «Hey Marie – bin wieder im Office. War was?» 

(ohe/pb/cma)

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