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Weinstein handelt Millionen-Vergleich aus – Kritik von Opferanwälten



FILE - In this Feb. 24, 2020, file photo, Harvey Weinstein arrives at a Manhattan courthouse as jury deliberations continue in his rape trial in New York. Weinstein and his former studio

Ein gebrochener Mann? Weinstein vor Gericht. Bild: keystone

Der wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung verurteilte frühere Hollywood-Produzent Harvey Weinstein hat sich mit einigen Klägerinnen auf einen fast 19 Millionen Dollar schweren Vergleich geeinigt.

Wie die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James am Dienstag (Ortszeit) mitteilte, soll mit dem Geld ein Fonds für die Opfer des einstigen Filmmoguls (68) geschaffen werden. «Diese Vereinbarung ist ein Sieg für alle Frauen, die sexuelle Belästigung, Diskriminierung, Einschüchterung oder Vergeltung durch ihren Arbeitgeber (Weinstein) erfahren haben», heisst es in der Mitteilung.

Die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft hatte 2018 gegen Weinstein, dessen Bruder sowie die Produktionsfirma Klage eingereicht. Insgesamt gehe es bei dem Vergleich um knapp 18.875 Millionen Dollar (rund 16.8 Millionen Euro). Für die Opfer seien Summen zwischen 7500 und 750 000 Dollar geplant, hiess es in Medienberichten. Die Einigung muss aber noch von den zuständigen Gerichten bestätigt werden. Sie entbinde Weinsteins Opfer von etwaigen Vertraulichkeitsabmachungen, so dass die Frauen sich nun öffentlich äussern könnten.

Die Anwälte anderer Opfer kritisierten die Vereinbarung scharf und wiesen sie als «zutiefst ungerecht» zurück. «Sie ist ein völliger Verrat an den Weinstein-Überlebenden», beklagten die Juristen Douglas H. Wigdor und Kevin Mintzer laut CNN in einer Stellungnahme. Sie seien verblüfft, dass die Staatsanwaltschaft dies als Sieg verkaufe, und zögen gegen die Einigung vor Gericht.

Hunderte Frauen haben Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Der Ex-Produzent war Ende Februar in New York von einer Jury für schuldig befunden und im März zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Er sitzt diese Strafe derzeit in einem Gefängnis im Bundesstaat New York ab. Im Januar hatte auch die Staatsanwaltschaft in Los Angeles in zwei Fällen Anklage gegen ihn wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung erhoben. In weiteren Fällen wird ermittelt. (aeg/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Dirk Leinher 01.07.2020 20:56
    Highlight Highlight Eine Schande, hoffen wir dass er wenigstens gesungen hat und nun weitere Schachfiguren des Missbrauchs-Netzwerkes fallen werden. Einen anderen hat es wenigstens erwischt, ob es einen Zusammenhang hat weiss ich nicht. George Nader, welcher auch bereits im Report von Robert Mueller viele Male erwähnt wurde, geht 10 Jahre in den Knastr wegen Sex mit Kindern.
  • Luthiena 01.07.2020 19:08
    Highlight Highlight F... die Welt!

    Wie sind wir soweit gekommen, dass unser Werkzeug (Gesetz/Recht) welches die menschliche Moral unterstützen sollte, nun sosehr missbraucht wird und nur noch von dreckigem Geld dirigiert wird?

    Wie kann man nur zulassen, dass diese wichtigen Dinge dermassen zweckentfremdet werden???

    An sich wäre ein „Säuberung“ in den oberen Etagen auf der ganzen Welt nötig, dass wie endlich wieder faire Verhältnisse auf dieser Erde haben.

    Schmeisst diese korrupten Leute aus diesen jur. Jobs raus und bringt die Leute mit echtem Gerechtigkeitssinn und Menschenverstand rein!
  • Joe Gage 01.07.2020 14:54
    Highlight Highlight Im Westen nichts neues. Allerdings braucht es dafür auch Opfer, die sich lieber auszahlen lassen als zu prozessieren, sagt auch viel über die Motivation aus...

    Wieso nennen sich eigentlich Opfer sexueller Übergriffe seit kurzem "Überlebende"?
    Weinstein hat ja niemanden umgebracht oder schwer verletzt und ich finde die Bezeichnung etwas stossend für Leute, die wirklich schwer verunfallten oder potenziell tödliche Gewalt erfuhren.
    • Cat‘sName 01.07.2020 17:13
      Highlight Highlight Wissen Sie denn, ob sich nicht jemand nach der Schändung umgebracht hat? Und sexuelle Übergriffe sind immer schwere Verletzungen, es braucht keine Messerstiche oder so; und überleben bedeutet: „etwas (Schweres, Gefahrvolles) lebend überstehen“ (Duden). Von daher empfinde ich die Wortwahl im Artikel als korrekt.
    • Dirk Leinher 01.07.2020 21:26
      Highlight Highlight @Joe Gage
      Haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, ob vielleicht eine durch Weinstein sexuell missbrauchte Frau Suizid beging? Ob jemand deshalb psychische Probleme hat? Ich finde es stossend, dass Sie einen solchen Mann auch noch verteidigen und die Taten verniedlichend mit "er hat ja niemanden schwer verletzt oder umgebracht" rechtfertigen.
    • Illuminaughty 02.07.2020 06:41
      Highlight Highlight Weinstein hat sehr wohl Menschen verletzt. Er hat vielen Frauen psychische Verletzungen zugefügt, ganz zu schweigen von körperlichen Verletzungen, die bei ungewolltem Sex entstehen können. Seine Opfer bleiben das ganze Leben lang traumatisiert, haben Mühe wieder jemandem zu trauen, fühlen sich in ihrem Körper nicht mehr wohl und haben Albträume.
      Körperliche Wunden heilen, die Psyche der Opfer jedoch nie vollständig, bitte vergesst das nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hoci 01.07.2020 14:49
    Highlight Highlight Sind die usa nun soweit, dass man sich mit genug Geld v. Mord +Mehrfachvergewaltigung freikaufen kann?
    Ist das nicht ein das Signal an Epstein, Prinzen + co, dass man sich mit Geld alles erlauben kann?
    Reiche definitiv über dem Gesetz stehen?
    Die Frauen standen sicher unter Druck + es ist klar, dass es um geldgierige Anwölte geht. Vom Gefängnis haben sie ja nix.
    Der Vergleich ist eine Katastrophe.
    Wieviele Frauen+Minderjährige wurden so mundtot gemacht (zb Epstein), wieviele Täter haben weitergemacht+hämisch die Lüge von Geldgier/ falscher Anschuldigung verbreitet? Wieviele weitere Opfer?
  • grind 01.07.2020 14:02
    Highlight Highlight 19 mio weniger aufm konto wird der nichtmal gross merken. was für ein witz
  • Purscht 01.07.2020 13:47
    Highlight Highlight Wie erwartet kann sich ein Reicher seine Freiheit trotz gravierender Verbrechen erkaufen, während andere für ein wenig Gras für lange Zeit hinter Gitter landen.
    • Heb dä Latz! 01.07.2020 13:59
      Highlight Highlight Hoffentlich haben sich seine Insassenkollegen schon ein bisschen an ihm abreagiert.
    • Super8 01.07.2020 14:15
      Highlight Highlight Mich erstaunt eher, dass seine Opfer so einem Vergleich zustimmen. Ich dachte, es gehe hier um einen Kampf für Gerechtigkeit für die Frauen und nicht um Geld.
    • grmir 01.07.2020 15:23
      Highlight Highlight Bitte den Artikel lesen, Weinstein sitzt im Gefängnis. Der Vergleich hier bezieht sich auf einen zivilrechtlichen Prozess und ändert an der 23-jährigen Gefängnisstrafe nichts.
    Weitere Antworten anzeigen

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