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US-Aussenminister Rex Tillerson in Moskau.
US-Aussenminister Rex Tillerson in Moskau.
Bild: SERGEI CHIRIKOV/EPA/KEYSTONE

Treffen zwischen Putin und Tillerson zeigt verhärtete Fronten

12.04.2017, 20:36

Trotz des Besuchs von US-Aussenminister Rex Tillerson in Moskau sind die Fronten zwischen den USA und Russland verhärtet. Washington fordert eine Abwendung Moskaus vom syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und beschuldigt Damaskus eines Giftgaseinsatzes.

Der mutmassliche Einsatz von Chemiewaffen in Syrien gegen Rebellen sei ein Thema, bei dem sich die Positionen Russlands und der USA unterscheiden, sagte der russische Aussenminister Sergej Lawrow am Mittwoch in Moskau diplomatisch vor den Medien. Tillerson sagte, die USA seien überzeugt, dass die syrische Regierung rund 50 Mal Chemiewaffen eingesetzt habe.

Zugleich betonten beide Seiten nach mehrstündigen Gesprächen – auch mit Präsident Wladimir Putin – ihre Bereitschaft zu einer Normalisierung der Beziehungen.

Es war der erste Besuch eines US-Regierungsmitglieds seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump. Die Reise wurde vom Giftgaseinsatz in Syrien und dem US-Angriff auf eine syrische Militärbasis vergangene Woche überschattet.

Lawrow betonte, Russland und die USA seien sich einig, den Giftgaseinsatz von unabhängiger Seite untersuchen zu lassen. Es müsse Klarheit darüber hergestellt werden, wer dafür verantwortlich sei.

Russisches Veto im UNO-Sicherheitsrat

Fast zeitgleich blockierte Russland zum achten Mal seit Beginn des Bürgerkrieges mit einem Veto eine Syrien-Resolution im UNO-Sicherheitsrat in New York.

Der von Grossbritannien, Frankreich und den USA vorgelegte Entwurf hätte den Giftgasangriff auf das Schärfste verurteilt und die syrische Regierung verpflichtet, internationalen Ermittlern Zugang zu gewähren.

Auch im Streit um die Rolle des syrischen Präsidenten Assad wurde die Kluft zwischen Moskau und Washington sichtbar. Russland ist einer der engsten Verbündeten Assads.

USA: Russland soll mit Assad Tacheles reden

«Unsere Sicht ist klar, dass die Herrschaft der Assad-Familie zu Ende geht», betonte Tillerson. Russland als enger Verbündeter Syriens habe eine besondere Rolle darin, dies der Assad-Familie klarzumachen.

Lawrow erteilte dem eine klare Absage: «Experimente solcher Art, die irgendeinen Diktator, totalitären oder autokratischen Führer stürzen wollen, kennen wir schon. An positive Beispiele, bei denen ein Diktator gestürzt wurde und alles wie am Schnürchen lief, kann ich mich nicht erinnern», meinte er.

Die Beziehungen zwischen Russland und den USA sind nach Darstellung Moskaus auf einem Tiefpunkt seit dem Ende des Kalten Krieges. Seit Trumps Amtsantritt hat sich das Verhältnis zwischen Moskau und Washington nach den Worten von Präsident Putin drastisch verschlechtert.

Putin und Tillerson sprechen von Tiefpunkt

«Man kann sagen, dass das Vertrauensniveau auf Arbeitsebene nicht besser geworden ist, sondern eher schlechter, vor allem auf militärischer Ebene», sagte Putin dem Fernsehsender «Mir».

Auch Tillerson erklärte nach seinem rund zweistündigen Treffen mit Putin, die amerikanisch-russischen Beziehungen seien derzeit auf einem Tiefpunkt angelangt. Dies müsse geändert werden. Die zwei wichtigsten Atommächte der Welt könnten nicht auf dieser Basis miteinander umgehen.

«Bei allen Problemen, das ist mein persönlicher Eindruck, gibt es nicht wenige Perspektiven zum Dialog», sagte Lawrow. Es gebe viele Probleme, räumte der Minister ein. «Wir sind Realisten, wir verstehen, dass ernsthafte Anstrengungen für eine Überwindung dieser Barrieren nötig sind», sagte Lawrow.

Demonstrativ hat Moskau für diesen Freitag ein Aussenministertreffen mit seinen Verbündeten Syrien und Iran einberufen. Und schon diesen Donnerstag will sich Lawrow mit seinem syrischen Amtskollegen beraten.

Nach Tillerson wird am 24. April die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini zu Gesprächen über den Syrien-Konflikt in Moskau erwartet. Die Italienerin reist zum ersten Mal seit Amtsantritt Ende 2014 in die russische Hauptstadt. Bislang war sie wegen des Streits mit Moskau über den Ukraine-Konflikt nicht dort gewesen. (sda/dpa)

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