International
USA

Verdächtiger in US-Geheimdienst-Skandal bleibt vorerst hinter Gittern

Verdächtiger in US-Geheimdienst-Skandal bleibt vorerst hinter Gittern

20.05.2023, 14:0020.05.2023, 15:04
Mehr «International»

Der Verdächtige im Fall des kürzlich aufgedeckten Lecks von Dokumenten der US-Geheimdienste im Internet muss bis zu seinem Prozessbeginn im Gefängnis bleiben. Ein Richter gab einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft am Freitag statt.

Dem IT-Spezialisten des US-Militärs, Jack Teixeira, werden die unbefugte Entfernung, Aufbewahrung und Übermittlung von Verschlusssachen und Informationen zur Landesverteidigung zur Last gelegt. Er muss sich deshalb vor einem Gericht im US-Bundesstaat Massachusetts verantworten.

FILE - This artist depiction shows Massachusetts Air National Guardsman Jack Teixeira, right, appearing in U.S. District Court in Boston, April 14, 2023. A judge is poised to decide whether the Massac ...
Jack Teixeira vor dem Richter.Bild: keystone

Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, den Anfang 20-Jährigen festzuhalten. Er sei bereits im September wie auch im Oktober 2022 von seinen Vorgesetzten ermahnt und angewiesen worden, keinerlei Notizen mehr über Verschlusssachen zu machen.

Dem Verdächtigen habe deshalb bei der Verbreitung der Verschlusssachen klar sein müssen, dass er gegen das Gesetz verstosse, so die Argumentation. Sein Verhalten sei ein klares Indiz dafür, dass er sich auch nicht an Auflagen des Gerichts halten würde, sollte er das Gefängnis verlassen dürfen.

Geheime Informationen zum Ukraine-Krieg

Der Richter hatte darüber entscheiden müssen, ob es eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen könnte, Teixeira vorübergehen auf freien Fuss zu setzen. «Was die Unterlagen, die uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt vorliegen, zeigen, ist, dass der Angeklagte sein Versprechen, die Informationen und die Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten zu schützen, auf hochgradige Art und Weise gebrochen hat», zitierten US-Medien den Richter aus dem Gerichtssaal. Es scheine überhaupt nicht unwahrscheinlich, dass eine ausländische Regierung Teixeira ein Angebot mache, um Informationen zu erhalten.

Teixeira steht im Verdacht, streng vertrauliche Dokumente der US-Geheimdienste und des Verteidigungsministeriums in einem geschlossenen Chatraum veröffentlicht zu haben. Von dort aus sollen sie sich weiter verbreitet haben, bis Behörden und Medien darauf aufmerksam wurden.

Die Verschlusssachen enthielten etwa Informationen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, aber auch Details zu angeblichen Spähaktionen der USA gegen Partner. Teixeira wurde im April festgenommen. Ihm drohen bis zu 25 Jahre Haft.

(dsc/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Ranking: ALLE Bondfilme – von grottenschlecht bis hammergeil
1 / 27
Ranking: ALLE Bondfilme – von grottenschlecht bis hammergeil
Wir sagen euch, welches die besten – und die schlechtesten James-Bond-Streifen ever sind. Völlig subjektiv, natürlich.
quelle: thejamesbondsocialmediaproject.com / thejamesbondsocialmediaproject.com
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Lehrerin zeigt Geheimversteck im Klassenraum - TikTok dreht durch
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Mitarbeiter von AFD-Politiker als mutmasslicher China-Spion festgenommen
Hat ein Mitarbeiter des deutschen AFD-Politikers Maximilian Krah geheime Informationen an China gegeben? In Dresden ist ein mutmasslicher chinesischer Spion verhaftet worden .

Ein Mitarbeiter eines deutschen Europaabgeordneten ist in Dresden wegen des Verdachts der Spionage für China festgenommen worden. Nach Informationen von «ARD» und «Zeit» handelt es sich um einen Mitarbeiter des AfD-Abgeordneten Maximilian Krah. Krah war zunächst nicht zu erreichen.

Zur Story