International
USA

Dritte Frau wirft New Yorks Gouverneur Cuomo Belästigung vor

Dritte Frau wirft New Yorks Gouverneur Cuomo Belästigung vor

02.03.2021, 15:2202.03.2021, 16:13
FILE
Andrew Cuomo.Bild: keystone

Die Belästigungsvorwürfe gegen den New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo reissen nicht ab: Eine dritte Frau hat gegen den einflussreichen US-Politiker nun in der «New York Times» Anschuldigungen erhoben.

Der Darstellung zufolge unterhielt sich die heute 33 Jahre alte Anna Ruch mit Cuomo bei einer Hochzeit im September 2019 kurz. Dabei habe er seine Hand zunächst auf ihren Rücken gelegt, dann ihre Wangen angefasst und sie gefragt, ob er sie küssen dürfe. Die Aussagen wurden der «New York Times» zufolge von einem Zeugen bestätigt, auch ein Foto scheint die Szene zu zeigen.

Laut der Zeitung reagierte das Büro Cuomos nicht direkt auf diese neuen Vorwürfe, sondern verwies auf eine frühere Stellungnahme, in der der Gouverneur sagt, dass «einige der Dinge, die ich gesagt habe, als unerwünschte Flirts fehlinterpretiert worden sind.» In dieser Mitteilung hatte der prominente Demokrat auch betont, dass er «nie jemanden unangemessen berührt» habe.

Ungefragt auf die Lippen geküsst

In den vergangenen Tagen hatten bereits zwei ehemalige Beraterinnen Cuomos schwere Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen ihn erhoben. Lindsey Boylan (36) beschuldigte den heute 63-Jährigen unter anderem, sie 2018 in seinem Büro in Manhattan ungefragt auf die Lippen geküsst zu haben. Auch sagte sie, Cuomo habe in seiner Regierung eine Kultur geschaffen, in der sexuelle Belästigung und Drangsalieren allgegenwärtig seien. Eine frühere Gesundheitsberaterin beschuldigte ihn zudem, sie verbal bedrängt zu haben.

Cuomos Büro hatte am Sonntag eine Untersuchung angekündigt. New Yorks Justizministerin Letitia James schrieb am Montag auf Twitter, dass sie ein entsprechendes Schreiben erhalten habe, um die Ermittlungen einzuleiten: «Am Ende der Überprüfung werden die Ergebnisse in einem Bericht veröffentlicht».

Für die Untersuchung soll laut Cuomo-Beraterin Beth Garvey ein unabhängiger Jurist benannt werden. «Alle Mitarbeiter des Büros des Gouverneurs werden voll kooperieren», so Garvey weiter. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6
Trump und Hegseth feiern sich – doch erreicht haben sie wenig
Der amerikanische Präsident feiert sich bereits als Sieger im Iran-Krieg. Das Regime in Teheran steigt aber selbstbewusst in die anstehenden Gespräche — auch weil viele Fragen noch offen sind.
Auf diesen Moment musste Pete Hegseth lange warten. Am Mittwoch aber war es endlich so weit. Der amerikanische Verteidigungsminister, der sich mittlerweile Kriegsminister nennen lässt, konnte das vorläufige Ende der Kampfhandlungen im Iran-Krieg verkünden. Die Streitkräfte hätten einen «historischen und überwältigenden Sieg» errungen, sagte der sichtlich stolze ehemalige Fernsehmoderator im Pentagon. Alle Ziele, die sich das Militär gesteckt habe, seien erreicht. So sei das iranische Regime «auf Jahre hinaus» nicht mehr in der Lage, im Nahen Osten eine destruktive Rolle zu spielen.
Zur Story