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Der Schweizer Patrick Chappatte arbeitet für diverse Zeitungen als Karikaturist.
Der Schweizer Patrick Chappatte arbeitet für diverse Zeitungen als Karikaturist.
Bild: KEYSTONE

Das sagt Karikaturist Chappatte zum Ende der politischen Karikaturen bei der NYTimes

11.06.2019, 04:08

Der Schweizer Patrick Chappatte ist bekannt für seine zuweilen provokativen Karikaturen. Chapaptte publiziert seine Werke neben Tages-Anzeiger, Spiegel und NZZ am Sonntag auch in der New York Times. Doch damit ist nun Schluss – die Times publiziert ab Juli 2019 keine politischen Karikaturen mehr.

Zeichnungen von Chappatte, die im Rahmen einer Ausstellung 2016 präsentiert wurden.
Zeichnungen von Chappatte, die im Rahmen einer Ausstellung 2016 präsentiert wurden.
Bild: KEYSTONE

Stein des Anstosses: Ein Cartoon, der den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu als Blindenhund mit Davidstern am Halsband zeigt, geführt wird der Hund von einem blinden Donald Trump mit Kippa. Die Karikatur, die im April erschien, löste einen weltweiten Shitstorm aus und zwang die New York Times zu einer Entschuldigung. Darin schrieb die amerikanische Zeitung, dass ein solches Bild gefährlich sei, «besonders in Zeiten, in denen Antisemitismus weltweit auf dem Vormarsch ist.»

Auf seiner Website äussert sich der Schweizer Karikaturist zur Entscheidung der New York Times. «Ich lege meinen Stift mit einem Seufzer nieder: Das ist eine Menge Arbeit, die von einem einzigen Cartoon – nicht einmal meinem eigenen – rückgängig gemacht wird.» Der Netanjahu-Cartoon hätte nicht gedruckt werden dürfen, so Chappatte weiter.

Chappatte kritisiert die aktuelle Situation in den sozialen Netzwerken. «Wir leben in einer Welt, in der sich moralinsaure Mobs auf Social Media versammeln, wie ein Sturm aufsteigen und sich dann mit einem überwältigenden Knall auf die Redaktionen ergiessen», erklärt Chappatte.

«Politische Karikaturen wurden mit der Demokratie geboren. Und sie werden angegriffen, wenn auch die Freiheit in Gefahr ist.»

Redaktionen und Verlage seien aufgrund der Diskussionen auf Twitter sofort gezwungen, Gegenmassnahmen zu treffen. Und liessen so keinen Raum für sinnvolle Diskussionen mehr. «Politische Karikaturen wurden mit der Demokratie geboren. Und sie werden angegriffen, wenn auch die Freiheit in Gefahr ist.»

Doch der 52-jährige Karikaturist gibt nicht auf. Gegen Ende seines Blogbeitrags schlägt er versöhnlichere Töne an. Er bleibe positiv, so der Schweizer. «In einer Welt mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne war die Macht der Bilder noch nie so gross», so Chappatte. «In der verrückten Welt, in der wir leben, ist die Kunst des visuellen Kommentars mehr gefragt, denn je. Und auch der Humor.»

Die besten Karikaturen zum Trump-Kim-Gipfel

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quelle: watson/cbe
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(ohe)

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