37-jährig, Krankenpfleger, US-Amerikaner – was über das nächste ICE-Opfer bekannt ist
Der Mann, den am Samstag ICE-Agenten in Minneapolis erschossen haben, war der 37-jährige Krankenpfleger Alex Jeffrey Pretti. Seine Familie bestätigte, dass er auf einer Intensivstation in einem Krankenhaus für Kriegsveteranen arbeitete. Er habe sich immer um Menschen gekümmert und sei sehr enttäuscht von Donald Trumps Jagd auf Immigranten in Minneapolis gewesen, sagten Angehörige der Nachrichtenagentur AP.
Pretti war am Samstag bei Protesten gegen ICE-Razzien in Minneapolis von Angehörigen der Behörde zum Boden gedrückt worden. Sechs Männer schlugen auf ihn ein, dann fielen Schüsse. Er soll eine Waffe bei sich getragen haben, für die er aber eine Genehmigung hat, hiess es. Berichte des US-Heimatschutzministeriums, er habe sich den Beamten bewaffnet genähert, konnten bislang durch die zahlreichen Videoaufnahmen vom Ort des Geschehens nicht bestätigt werden. Auf Clips ist zu sehen, dass er offenbar ein Handy in der Hand hatte.
Der begeisterte Outdoor-Fan war gerne mit seinem Catahoula-Leopard-Hund unterwegs, der aber vor kurzem verstorben ist, hiess es. Er schloss 2006 die Green Bay Preble High School ab. Er galt als Musterschüler und trat mit der Theatergruppe «Preble Players» auf. Laut seiner LinkedIn-Seite war er 2012 Nachwuchswissenschaftler an der Medizinischen Fakultät der University of Minnesota und besuchte die University of Minnesota.
Pretti hatte an Protesten nach der Tötung von Renee Good durch einen Beamten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde am 7. Januar teilgenommen.
«Er fand es schrecklich»
«Er kümmerte sich sehr um Menschen und war sehr aufgebracht über das, was in Minneapolis und überall in den Vereinigten Staaten durch die ICE-Behörde geschah, so wie Millionen andere Menschen auch», sagte Michael Pretti, Alex' Vater.
Pretti war amerikanischer Staatsbürger, in Illinois geboren. Nach Angaben von AP hatte er wie die ebenfalls von einem ICE-Mitarbeiter erschossene Renee Good keine Vorstrafen und von ein paar Strafzetteln abgesehen niemals mit der Polizei zu tun gehabt.
Pretti hatte einen Waffenschein
Seine Familie habe ihm gesagt, er solle bei den Demonstrationen vorsichtig sein. «Wir haben vor etwa zwei Wochen mit ihm darüber gesprochen, dass er ruhig protestieren kann, sich aber nicht auf Auseinandersetzungen einlassen und nichts Dummes tun soll», sagte Michael Pretti. «Und er sagte, dass er das weiss. Er wusste das.»
Offenbar reichte es schon, die Arbeit der ICE-Agenten zu filmen. Dass er seine Waffe, für die er einen Waffenschein hat, benutzen wollte, ist bislang von den Behörden nicht belegt worden. Rob Doar, Vize-Präsident der Vereinigung von Waffenbesitzern in Minnesota und ein Befürworter von Waffenrechten, hat laut der «Minnesota Star Tribune» vier von Bürgern aufgenommene Videos des Vorfalls gesehen und schilderte den Vorfall aus seiner Sich. «Die Agenten kamen auf ihn zu, er wich zurück. Als er einer Frau half, stürzten sie sich auf ihn und benutzten Pfefferspray.»
Es habe ausgesehen, als ob einer der Agenten eine Waffe aus einem Halfter an Prettis Hüfte gezogen habe.
- Weisses Haus bearbeitet Foto von Frau, die durch ICE-Behörde festgenommen wurde
- Die Pistole, die auf ihre Besitzer schiesst – die unfassbar lange Liste der P320-Vorfälle
- Giorgia Meloni kritisiert ihren Verbündeten Trump scharf
- Gewaltsamer Tod hinter Stacheldraht: Autopsie entfacht Empörung über Trumps ICE-Polizei
Verwendete Quellen:
- startribune.com: "ICE raids in Minnesota spark protests after fatal shooting" (kostenpflichtig) (Englisch)
- apnews.com: "Minnesota protester Alex Pretti charged after confrontation with immigration agents" (Englisch)
- jsonline.com: "Green Bay high school graduate killed by federal agent in Minneapolis" (Englisch)

