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Keine Nationalgarde in Chicago: Supreme Court schmettert Trump-Antrag ab

Keine Nationalgarde in Chicago: Supreme Court schmettert Trump-Antrag ab

US-Präsident Donald Trump hat vor dem Supreme Court eine Niederlage zu seinen Plänen eines Nationalgarde-Einsatzes in Chicago kassiert.
24.12.2025, 04:4024.12.2025, 13:13

Der Oberste Gerichtshof der USA wies einen Eil-Antrag des Republikaners ab. Eigentlich wollte der Präsident erreichen, dass die Entscheidung einer unteren Gerichtsinstanz ausgesetzt wird, die den Einsatz der Soldaten im Bundesstaat Illinois und damit in Chicago vorerst untersagt hatte.

President Donald Trump speaks at his Mar-a-Lago club, Monday, Dec. 22, 2025, in Palm Beach, Fla. (AP Photo/Alex Brandon)
Donald Trump
Donald Trump darf die Nationalgarde nicht nach Chicago schicken.Bild: keystone

Im Normalfall haben in den USA die Bundesstaaten die Kontrolle über die Nationalgarde, die eine militärische Reserveeinheit und Teil der US-Streitkräfte ist. Für die Hauptstadt Washington, die rechtlich kein eigener Bundesstaat ist, gelten Sonderregeln. Die Nationalgarde kann etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen oder Notfällen im Inneren eingesetzt werden. In bestimmten Situationen kann der US-Präsident das Kommando übernehmen – etwa, wenn eine Rebellion gegen die Autorität der Regierung droht oder im Gange ist.

Trump will die Nationalgarde vielerorts einsetzen

Seit Sommer hat Trump in mehreren Städten den Einsatz angeordnet – in den meisten Fällen gegen den Willen der Städte und Bundesstaaten. In Los Angeles ging es im Sommer los, weil es dort Proteste gegen Razzien der Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten gegeben hatte. Auch in der US-Hauptstadt Washington sind seit Monaten Nationalgardisten im Einsatz.

Auch Chicago hatte der US-Präsident immer wieder als möglichen Ort genannt – dort gab es ebenfalls Proteste gegen ICE-Razzien. Trump rief im Oktober Hunderte Nationalgardisten in der Region zum Dienst auf, zudem kamen auch aus Texas Soldaten in den Bundesstaat Illinois, in dem Chicago liegt.

Die demokratisch regierte Millionenstadt im Mittleren Westen wurde zum Symbol des Widerstands gegen Trumps Vorgehen. Stadtspitze und Bundesstaat wehrten sich vehement und zogen vor Gericht. Ein Bundesgericht in Chicago stoppte einen solchen Einsatz zunächst. Die US-Regierung wandte sich dann an ein Berufungsgericht, doch auch dieses erlaubte ihr den Soldateneinsatz unterm Strich zunächst nicht. Trump hoffte deshalb auf den Obersten Gerichtshof. (sda/dpa/con)

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27 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Eckhardt
24.12.2025 07:16registriert Juni 2024
Trump ahnte wohl, dass die Zeit mit sehr viel Widerstand gegen ihn kommen wird - er weiss ja genau, was er Strafbares oder Verwerfbares getan hat oder noch plant. Endlich hat sich der Supreme Court mal getraut, nicht Vollzugsgehilfe zu spielen bei Trumps Vorgehen und Planung gegen demokratischem Widerstand, sondern sich in diesem Fall auf Seite der Verfassung gestellt.
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Jep.
24.12.2025 07:42registriert Januar 2022
Trump sollte sich entspannen und Weihnachten mit der Familie geniessen. Es könnten seine letzten sein...
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Celtic Swiss
24.12.2025 05:55registriert Juni 2024
Was ist mit dem letzten Satz passiert?!?
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