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Wegen Iran-Krieg: Donald Trump wettert gegen Grossbritannien

«Brauchen eure Flugzeugträger nicht»: Donald Trump wettert gegen Grossbritannien

US-Präsident Donald Trump legt im Streit mit dem britischen Premierminister Keir Starmer nach. Er wirft London zögerliches Verhalten vor.
08.03.2026, 05:1908.03.2026, 19:35
Thomas Wanhoff / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die Beziehungen zwischen den USA und Grossbritannien verschlechtern sich zunehmend. US-Präsident Donald Trump hat jetzt über den britischen Premierminister Keir Starmer gewettert und ihn verspottet.

U.S. President Donald Trump, left, and British Prime Minister Keir Starmer look at each other as they shake hands during a press conference at Chequers near Aylesbury, England, Thursday Sept. 18, 2025 ...
Unentspanntes Verhältnis: Donald Trump und Keir Starmer.Bild: keystone

«Das Vereinigte Königreich, unser einstiger grosser Verbündeter, vielleicht sogar der grösste von allen, erwägt nun ernsthaft, zwei Flugzeugträger in den Nahen Osten zu entsenden», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

«Das ist in Ordnung, Premierminister Starmer, wir brauchen sie nicht mehr – aber wir werden uns daran erinnern. Wir brauchen keine Leute, die sich erst dann an Kriegen beteiligen, wenn wir sie bereits gewonnen haben!»

Starmer hatte bereits vor einigen Tagen Kritik von Trump zurückgewiesen und erklärt, er stehe zu seiner Entscheidung, die ersten gemeinsamen Angriffe der USA und Israels nicht unterstützt zu haben. Trump hatte ihm zuvor vorgeworfen, zu lange mit der Freigabe von Luftwaffenstützpunkten gewartet zu haben. «Es ist meine Pflicht, zu beurteilen, was im nationalen Interesse Grossbritanniens ist», hatte Starmer dazu gesagt.

Seit dem erneuten Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar 2025 hat sich das Verhältnis zwischen den USA und Grossbritannien sichtbar verändert. Zwar betonen beide Regierungen weiterhin die traditionell engen Beziehungen der sogenannten «Special Relationship», doch Trumps aussenpolitischer Kurs sorgt immer wieder für Spannungen.

Besonders bei Fragen der Handelspolitik und der Unterstützung internationaler Bündnisse setzt Washington stärker auf nationale Interessen. London versucht gleichzeitig, den engen sicherheitspolitischen Schulterschluss mit den USA zu bewahren, ohne sich vollständig an Trumps konfrontativen Kurs gegenüber Partnern in Europa anzupassen.

Trotz dieser Differenzen bleibt Grossbritannien für die USA ein zentraler Verbündeter, etwa in der Nato und bei Geheimdienstkooperationen innerhalb der «Five Eyes»-Allianz.

Scharfe Kritik an Starmer von Ex-Premier Tony Blair

Der frühere britische Premierminister Tony Blair hat den amtierenden Regierungschef Keir Starmer scharf kritisiert, weil dieser sich weigerte, die Militäraktionen der USA politisch zu unterstützen. Blair erklärte, Starmer hätte US-Präsident Donald Trump von Beginn der Eskalation an den Rücken stärken sollen. Wenn es um einen Verbündeten gehe, der ein «unverzichtbarer Eckpfeiler der eigenen Sicherheit» sei, müsse Grossbritannien Präsenz zeigen, betonte Blair.

Nach Angaben des ehemaligen Labour-Premiers hätten die USA lediglich darum gebeten, britische Militärbasen für Auftankstopps zu nutzen. Trump habe zudem ein «grundlegendes Verständnis dafür, was im Nahen Osten auf dem Spiel steht». Blair, der einst selbst die von US-Präsident George W. Bush geführten Kriege im Irak und in Afghanistan unterstützte, relativierte zugleich die aktuelle Lage: Der Konflikt sei nicht mit Vietnam oder dem Irakkrieg zu vergleichen, bei dem Tausende britische Soldaten entsandt worden seien.

Verwendete Quellen:

  • truthsocial.com: Beitrag von Donald Trump (Englisch)
  • telegraph.co.uk: "Blair rebukes Starmer over failure to back Trump’s Iran war" (Englisch, kostenpflichtig)
  • Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters
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66 Kommentare
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Alice36
08.03.2026 07:23registriert Juni 2017
Trump habe zudem ein «grundlegendes Verständnis dafür, was im Nahen Osten auf dem Spiel steht».

Sorry TB aber Trump hat von rein gar nichts ein grundlegendes Verständnis sonst würde er nicht permanent so agieren wie er es tut. Trump ist ein Showmaster der Präsident spielt ohne Drehbuch. Ja ich weiss die Wahrheit ist erschreckend aber Trump den Rücken zu stärken ist schlicht und ergreifend einfach nur dumm und selbstzerstörerisch.
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Doppellottotreffer
08.03.2026 06:05registriert September 2021
Immerhin hst Trump jetzt zugegeben, dass er den Krieg angezettelt hat.
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Mentos
08.03.2026 07:10registriert Mai 2020
Trumps Logik ist mal wieder ein Rätsel für sich: Für die Militäraktion im Iran vergibt er sich selbst stolze 15 von 10 Punkten und erklärt den Sieg für bereits errungen. Gleichzeitig keilt er gegen Premier Starmer aus, man brauche die britischen Flugzeugträger jetzt auch nicht mehr – ‚zu spät‘. Aber wenn es um die massiven iranischen Drohnenangriffe geht, bei denen das Pentagon offenbar blankzieht, bittet er plötzlich Selenskyj um Hilfe bei der Abwehr. Was denn nun? Wer 15 von 10 Punkten verteilt, sollte eigentlich keine Nachhilfe beim ‚Lehrling‘ in Kiew brauchen. -15 Punkte.
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