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Musk: Trumps Verbannung von Twitter war «falsch und dumm»

10.05.2022, 21:5911.05.2022, 09:18
Musk bei einer Benefizgala in New York.
Musk bei einer Benefizgala in New York.Bild: keystone

Ex-Präsident Donald Trump kann sich Hoffnungen machen, rechtzeitig zum Rennen ums Weisse Haus 2024 zu Twitter zurückkehren zu können. Tech-Milliardär Elon Musk, der gerade dabei ist, Twitter zu übernehmen, würde Trump wieder auf die Plattform lassen. Die Entscheidung, Trump zu verbannen, sei «moralisch falsch und einfach nur dumm» gewesen, kritisierte Musk am Dienstag in einem Videointerview bei einer Veranstaltung der «Financial Times».

Trump wurde bei Twitter verbannt, nachdem er Sympathie für seine Anhänger bekundet hatte, die am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington stürmten. In den Wochen davor hatte Trump die Stimmung mit grundlosen Behauptungen angeheizt, ihm sei ein Wahlsieg gegen Joe Biden durch Betrug gestohlen worden.

Trump sagte vor kurzem zwar bereits, er wolle nicht zu Twitter zurück, auch wenn er es dürfte. Die Präsenz auf der Plattform, wo er einst mehr als 80 Millionen Follower hatte, könnte aber für eine mögliche Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2024 wichtig sein. Erst am Wochenende erlitt er eine Schlappe vor Gericht mit einer Klage gegen seinen Rauswurf.

Trump nutzte Twitter sehr aktiv, um seine Anhänger zu mobilisieren und Stimmung zu machen. Er versucht aktuell, die eigene Social-Media-Plattform Truth Social aufzubauen, die jedoch mit Anlaufproblemen kämpft. Facebook sperrte Trump im Januar 2021 ebenfalls aus - will aber Anfang 2023 eine Wiederherstellung seines Accounts prüfen.

Trevor Noah schiesst scharf gegen Elon Musk

Video: watson/leb

Musk sagte, Trumps Verbannung bei Twitter sei ein Fehler gewesen, weil ein grosser Teil der US-Bevölkerung damit nicht einverstanden gewesen sei. Und es habe auch nicht dazu geführt, dass der Ex-Präsident sich nicht mehr Gehör verschaffen konnte. Zugleich machte er deutlich, dass er grundsätzlich permanente Verbannungen von der Plattform für falsch halte, aber nicht alles tolerieren würde. «Wenn es Tweets gibt, die falsch und schlecht sind, sollten sie entweder gelöscht oder unsichtbar gemacht werden - und eine befristete Sperre ist angemessen.»

«Ich würde sagen, es ist die Entscheidung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens, wer auf seinen Plattformen zugelassen wird und wer nicht», sagte die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, auf eine Frage zu Musks Ankündigung. Das Bestreben der Biden-Regierung sei das Sicherstellen und der Schutz der Meinungsfreiheit im ganzen Land. Aber Plattformen im Netz dürften nicht als Foren für Desinformation genutzt werden, so Psaki. «Und das haben wir in der Vergangenheit nicht nur bei Twitter, sondern auch bei Facebook erlebt.»

Bis klar wird, ob Musk Twitter tatsächlich bekommt, wird noch einige Zeit vergehen. Der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla einigte sich mit dem Twitter-Verwaltungsrat auf einen rund 44 Milliarden Dollar schweren Deal, ist aber noch darauf angewiesen, dass ihm genug Aktionäre ihre Anteile abtreten wollen. Twitter und Musk wollen die Übernahme bis Jahresende abschliessen. (sda/dpa)

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85 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Blaumaler
10.05.2022 22:13registriert August 2020
QED!
Musk ist der Wegbereiter für weitere katastrophale 4 Jahre und vielleicht der Untergang der amerikanischen Demokratie.

Bleibt einzig zu hoffen, dass noch eine rechtskräftige Verurteilung kommt, so dass Trump nicht antreten darf.
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Stratosurfer
10.05.2022 22:43registriert März 2014
Wenn es Musk‘s Twitter in den 30er Jahren gegeben hätte, wäre das eine tolle Platform für Goebbels und seine Kumpanen gewesen. Musk ist komplett verblendet…
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Lowend
10.05.2022 22:11registriert Februar 2014
Twitter wird mit Musk zu Telegramm für Extremisten, was nur bedeuten kann, dass seriöse Menschen Twitter meiden sollten. Und Tschüss!
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