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ICE an Fussball-WM: Human Rights Watch warnt vor Menschenrechtsproblemen

Human Rights Watch warnt vor potenzieller Menschenrechts-Katastrophe an Fussball-WM

11.05.2026, 09:4911.05.2026, 12:39

Human Rights Watch warnt vor massiven Menschenrechtsproblemen bei der kommenden Fussball-WM. Besonders der Umgang mit Minderheiten und der Einsatz von ICE sorgen für Unsicherheit.

Für Human Rights Watch ist die Fussball-WM in den USA, Mexiko und Kanada «eine potenzielle Menschenrechtskatastrophe». Das sagt Minky Worden als Direktorin der Menschenrechtsorganisation mit Blick auf die Vereinigten Staaten. Die WM sollte einen Bruch mit der jüngeren Vergangenheit darstellen und von einem Menschenrechtsrahmen geleitet werden, betonte Worden im Interview bei «ntv.de»: «Aber ich kann definitiv sagen, dass die WM zwar immer noch die grösste sein mag, aber sie wird nicht die beste in Bezug auf die Menschenrechte werden.»

Die WM sei von unglaublich viel Unsicherheit umgeben, so Worden. Sie spricht dabei die umstrittene US-Einwanderungsbehörde ICE an, die bei der WM die Durchsetzung der Sicherheitsmassnahmen tragen könnte. «ICE, eine Art paramilitärische Polizei, betreibt eine brutale, menschenverachtende Politik, selbst bei Menschen, die das Recht haben, in den Vereinigten Staaten zu bleiben», sagte Worden.

ICE-Beamte in den Stadien?

Welche Rolle ICE spielen wird, ist aber unklar. Zuletzt hatte Rodney Barreto als stellvertretender Organisationschef von Miami betont, die Zusage von US-Aussenminister Marco Rubio erhalten zu haben, dass bei Spielen der Fussball-WM keine ICE-Beamten im Stadion sein werden.

Nach Ansicht von Worden zeigt sich aber, wie sich ein Kulturkrieg von US-Präsident Donald Trump auch bei der WM abspiele. «Etwa bei den fehlenden Menschenrechtsmassnahmen der Ausrichterstädte. Sie sollten eigentlich den Schutz von Minderheiten und schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen, einschliesslich LGBT-Personen, gewährleisten. Aber von den vier veröffentlichten Aktionsplänen erwähnt in den USA nur der von Atlanta LGBT-Rechte», so die Aktivistin.

Menschenrechtlerin: Friedenspreis «eine Form der Korruption»

Der Weltverband FIFA habe diesbezüglich im Vorfeld versagt, prangert Worden an und nennt den bei der WM-Auslosung vergebenen Friedenspreis an Trump als Beispiel. «Hierbei handelt es sich um eine Form der Korruption. Das ist eine erfundene Sache, um einem Mann zu schmeicheln, der nicht für Frieden, sondern für die gewaltsame Unterdrückung der Amerikaner, Bombardierungen ausserhalb des Staatsgebiets und Kriege im Ausland steht.»

Die FIFA hat Menschenrechtsvorgaben in die Bewerbungsverfahren für Wettbewerbe integriert und nennt Menschenrechte als strategisches Ziel. (sda/dpa)

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20 Kommentare
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Lohner
11.05.2026 13:04registriert August 2025
Es wurde ja schon mehrmals erwähnt: Wer an diese WM reist, muss mit ALLEM rechnen. Daher hoffe ich, dass diese WM zum Fiasko werden wird.
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Rumpelstilz aka Motzbrocken
11.05.2026 13:32registriert November 2023
Weder gucken noch hinreisen.
Problem gelöst.
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banda69
11.05.2026 13:13registriert Januar 2020
«ICE, eine Art paramilitärische Polizei, betreibt eine brutale, menschenverachtende Politik»

Willlommen in der Welt des Rechtspopulisten Donald Trump, aka Wunschpräsident vieler SVPler.

Die Netflix-Serie The Handmaid's Tale erinnert eindringlich an diese bedrohliche und verstörende Welt.

Und ja.
Rechtspopulisten sind brandgefährlich.
Immer.
Überall.
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