International
USA

Vollständiges Abtreibungsverbot wird in Arkansas vom Gericht blockiert

Gericht blockiert fast vollständiges Abtreibungsverbot in Arkansas

21.07.2021, 08:4321.07.2021, 08:43

Ein Gericht in den USA hat ein fast vollständiges Abtreibungsverbot im Bundesstaat Arkansas blockiert. Ein entsprechendes Gesetz sollte eigentlich am 28. Juli in Kraft treten – dagegen erliess ein Gericht am Dienstag eine einstweilige Verfügung. Mit dem Gesetz würden Frauen «einer unmittelbaren Bedrohung ihrer verfassungsmässigen Rechte ausgesetzt» werden, schrieb die Richterin in ihrer Begründung.

Der konservative Gouverneur Asa Hutchinson hatte im März ein umstrittenes Gesetz unterzeichnet, das Schwangerschaftsabbrüche selbst nach einer Vergewaltigung oder Inzest untersagt. Ausnahmen gelten nur, wenn es darum geht, das Leben der Mutter in einem medizinischen Notfall zu retten.

FILE - In this July 15, 2021 file photo, Arkansas Gov. Asa Hutchinson speaks during a town hall meeting in Texarkana, Ark. Public health researchers on Tuesday, July 20, 2021, called the rapid rise in ...
Der konservative Gouverneur Asa Hutchinson spricht sich gegen Abtreibungen aus.Bild: keystone

«Die heutige Entscheidung des Gerichts sollte den Abtreibungsgegnern in Arkansas und anderen Bundesstaaten als deutliche Mahnung dienen, dass sie den Menschen nicht das Recht nehmen können, die zutiefst persönliche Entscheidung zu treffen, ob sie eine Abtreibung vornehmen oder eine Schwangerschaft fortsetzen wollen», reagierte einer Mitteilung zufolge Meagan Burrows von der Bürgerrechtsorganisation ACLU, die sich mit anderen Organisationen wie Planned Parenthood gegen das Gesetz gewehrt hatte.

Viele Menschen in den USA schauen nun auf den Obersten Gerichtshof des Landes. Dieser will ein Gesetz aus dem Bundesstaat Mississippi überprüfen, das fast alle Abtreibungen ab der 15. Schwangerschaftswoche verbietet. Eine Entscheidung wird im kommenden Frühjahr erwartet. Sollte das Gericht das Gesetz in Mississippi für verfassungsmässig erachten, dürfte dies grundlegende Folgen für Schwangere in den USA haben. Bisher legalisiert ein Grundsatzurteil des Supreme Courts von 1973, das unter dem Kürzel «Roe v. Wade» bekannt ist, Abtreibungen.

Das Oberste Gericht stellt mit seinen Entscheidungen zu besonders strittigen Themen wie Abtreibung, Einwanderung oder gleichgeschlechtliche Ehen immer wieder wichtige Weichen für die US-Gesellschaft. Im Oktober hatte der damalige US-Präsident Donald Trump die überzeugte Katholikin Amy Coney Barrett als Richterin auf Lebenszeit berufen. Damit konnte er die konservative Mehrheit am Supreme Court auf sechs der neun Sitze ausbauen. (saw/da/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Gegen Abtreiben, gegen Aufklären: Diese 16 Initianten verwicklen sich in einen Widerspruch
Tabu-Bruch Abtreibung – so fühlt es sich an abzutreiben
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Enthüllung: So soll sich Jared Kushner mit Milliarden schmieren lassen haben
Ein Buch eines US-Journalisten enthüllt dubiose Finanztransaktionen in Milliardenhöhe zwischen Trump-Schwiegersohn und Berater Jared Kushner und den Staatsoberhäuptern Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate.
Jared Kushner ist als Ehemann von Ivanka Trump der Schwiegersohn von Donald Trump und einer der Lieblingskandidaten des US-Präsidenten für Spezialaufgaben. Zuletzt spielte Kushner eine zentrale Rolle als Sonderbeauftragter bei der Vermittlung zwischen der Ukraine und Russland sowie im Nahen Osten beim Konflikt zwischen Israel und der Hamas.
Zur Story