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A man standing with members of Patriot Prayer and other groups supporting gun rights wears guns during a rally, Saturday, Aug. 18, 2018, at City Hall in Seattle. (AP Photo/Ted S. Warren)

Anhänger von Patriot Prayer an einer Demo. Bild: AP/AP

Facebook eliminiert Nutzerkonten von ultrarechten «Patriot Prayer»



Das Online-Netzwerk Facebook hat Nutzerkonten der ultrarechten US-Gruppe Patriot Prayer gelöscht. Die Inhalte der Konten hätten gegen die Facebook-Richtlinien gegen gefährliche Inhalte verstossen, teilte das US-Unternehmen am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit. Auch Instagram-Seiten wurden demnach entfernt.

Die Gruppe war in den Blickpunkt geraten, nachdem Ende vergangener Woche in der Stadt Portland ein Anhänger der Gruppe im Zuge von Protesten gegen Rassismus erschossen worden war.

«Weisse Überlegenheit» gepredigt

Örtlichen Medien zufolge bestätigte ein Anwalt des Patriot-Prayer-Gründers Joey Gibson, dass dessen Konten und die der Gruppe von Facebook gelöscht worden seien. Gibson hat Vorwürfe zurückgewiesen, seine Gruppe predige die vermeintliche Überlegenheit von Weissen. Vielmehr handele es sich um eine christliche Organisation, wurde er von Medien zitiert.

Patriot Prayer ist nach Angaben der Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center eine ultrarechte Gruppe, die in den vergangenen drei Jahren Kundgebungen in liberalen Städten wie Portland organisiert habe und häufig Gewalt gegen ihre politischen Gegner anwende.

Proteste gegen Rassismus

A protester plays a banjo during the nightly protests at a Portland police precinct on Sunday, Aug. 30, 2020 in Portland, Ore. Oregon State Police will return to Portland to help local authorities after the fatal shooting of a man following clashes between President Donald Trump supporters and counter-protesters that led to an argument between the president and the city's mayor over who was to blame for the violence. (AP Photo/Paula Bronstein)

Demonstranten protestieren in Portland gegen Rechtsextreme. Bild: keystone

In Portland und weiteren US-Städten gibt es seit Wochen Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, die ursprünglich durch den Tod des Schwarzen George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai ausgelöst worden waren. Am Rande der Demonstrationen kommt es immer wieder zu gewaltsamen Ausschreitungen.

Die Gewalt bei Protesten hat längst auch den Präsidentschaftswahlkampf erreicht. Während US-Präsident Donald Trump versucht, sich als «Präsident für Recht und Ordnung» in Szene zu setzen, warf sein demokratischer Herausforderer Joe Biden ihm bei einem Besuch in Kenosha am Donnerstag vor, Rassismus zu «legitimieren».

Nach Schüssen auf einen Schwarzen am 23. August hat sich Kenosha zu einem weiteren Symbol für rassistisch motivierte Polizeigewalt entwickelt. Ein weisser Polizist hatte dem 29-jährigen Familienvater Jacob Blake sieben Mal in den Rücken geschossen; Blake ist seither von der Hüfte abwärts gelähmt.

Am Rande von Protesten gegen den Vorfall wurden in der vergangenen Woche zwei Menschen erschossen, als Tatverdächtiger wurde ein 17-jähriger weisser Trump-Anhänger festgenommen.

Facebook löscht weitere Nutzerkonten

In Folge der Ereignisse hatte Facebook auch das Nutzerkonto des 17-jährigen mutmasslichen Todesschützen sowie einer Bürgerwehr in Kenosha gelöscht. Mitte August ging das Online-Netzwerk zudem gegen tausende Nutzerkonten der rechtsextremen Bewegung QAnon mit Einschränkungen oder Sperrungen vor. (sda/afp)

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Die wichtigsten Temine bis zu den US-Wahlen

Zwei Menschen bei Protesten gegen Polizeigewalt getötet – 17-Jähriger festgenommen

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ingmarbergman 05.09.2020 12:56
    Highlight Highlight Wenn jetzt noch die Boulevardmedien ihre Verantwortung wahrnehmen würden und demokratiefeiden in Artikeln und Kommentarspalten keine Plattform geben..
  • Do not lie to mE 05.09.2020 12:42
    Highlight Highlight Bürgerkrieg??
    https://katu.com "Die Behörden gaben heute bekannt, dass der 48-jährige Michael Reinoehl der Mann war, der den 39-jährigen Aaron "Jay" Danielson (Anhänger von Patriot Prayer) bei einem Portland Gegenprotest (Pro-Trump-Karawane) erschossen hat. Reinoehl hatte sich in einem Social-Media-Beitrag als "100% ANTIFA" Anhänger beschrieben."

    https://katu.com/news/local/da-mike-schmidt-reveals-evidence-against-portland-shooting-suspect-releases-documents
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  • tinu77 05.09.2020 10:57
    Highlight Highlight Too little too late. Reine Augenwischerei aus Angst vor Konsequenzen.
  • S. L. 05.09.2020 10:52
    Highlight Highlight Amerika ist ein failed state und erhält zu viel Beachtung. Aus den Favelas liest man nie, dabei pielen sich dort täglich die grössten Dramen ab.
  • echter Züricher 05.09.2020 10:31
    Highlight Highlight Die Sozialen Medien in den USA müssen nicht für die Inhalte der User haften, damit sie eben keine Zensur betreiben müssen. Wenn sie es aber doch tun, sollte man das wieder aufheben.
  • Hierundjetzt 05.09.2020 10:00
    Highlight Highlight Herzig.

    Nie im Krieg gewesen, keine Ahnung von Krieg, keine Eltern, Grosseltern, die einem vom Schrecken erzählen könnten, keine Infrastrukturbauten aus dem 2 WW. Eindach. Nichts. Nur Kühe und Mais.

    Aber grossgekotz mit einem Tarngwehrli mit schiefen Plastikgstältli aus China rumstolzieren 😂😂😂😂

    Ach 💗
  • Сédric Wermutstropfen 05.09.2020 08:45
    Highlight Highlight „Ein weisser Polizist hatte dem 29-jährigen Familienvater Jacob Blake sieben Mal in den Rücken geschossen..“

    Schon lustig wie subtil manipuliert wird. Hier erhält er beiläufig noch das Attribut Familienvater zugesprochen, wohl um Mitleid und Empörung zu schüren. Bei anderen Quellen schreibt man dafür anstatt von einem Familienvater von einem Gewalt- und Sexualverbrecher, um gegenteiliges zu bewirken. Beide Informationen sind korrekt. Ich wäre daher dafür, dass man entweder nur von Jacob Blake schreibt, oder zumindest anderweitig versuchen würde positives/negatives Framing zu unterlassen.
    • Knacker 05.09.2020 16:29
      Highlight Highlight George Floyd war bekanntlich auch kein unbeschriebenes Blatt
    • Сédric Wermutstropfen 05.09.2020 23:21
      Highlight Highlight @Knacker: Korrekt. Er war in Drogenkriminalität involviert und an einem perfiden, bewaffneten Raubüberfall auf eine Frau in ihrem Eigenheim. Er war schlussendlich nicht der Engel, zu dem er posthum erhoben wurde. Dermassen abgefeiert wurde er nur, weil er bei einem Polizeieinsatz sein Leben verloren hat und das in die Agenda von einigen passt. Ob sein Tod gerechtfertigt war oder nicht; das vermag ich nicht zu beurteilen. Für meinen Teil kann ich nur sagen, dass ich kein Mitleid für jemanden empfinden kann, der solche Taten begangen hat.
    • Citation Needed 06.09.2020 06:27
      Highlight Highlight ‚In den Rücken geschossen‘ ist, was Du hier, subtil oder weniger subtil, entschlüsseln solltest. Wenn Blake straffällig war, dann gehört er vor Gericht und nicht von einem überforderten Polizisten in den Rücken geschossen.
      Dasselbe gilt für Floyd. Es tut null zur Sache, ob er eine Incarceration History hatte (Du weisst schon, dass Schwarze Männer in den USA übermässig oft und lange weggesperrt werden?), was zählt ist, dass er statt verhaftet oder überprüft brutal erstickt wurde.
  • Kong 05.09.2020 06:58
    Highlight Highlight ein erster Schritt dem Exremismus keine Plattform zu bieten
    • Caturix⸮ 05.09.2020 07:39
      Highlight Highlight Einfacher wäre es Facebook zu löschen.
    • David Mark 05.09.2020 12:44
      Highlight Highlight Nur wäre die gleiche Konsequenz gegenüber Linksextremen etc. wünschenswert...
    • Scott 05.09.2020 13:34
      Highlight Highlight Schade, dass man das nicht gegen alle extremen Richtungen macht.

      So dürfen Islamisten, Linksextreme und viele andere Extremlinge weiterhin ungestört ihre Ansichten verbreiten.
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