International
USA

Bericht: Mit diesem Plan will Trump die Kontrolle über Grönland erlangen

Bericht: Mit diesem Plan will Trump die Kontrolle über Grönland erlangen

06.01.2026, 14:5806.01.2026, 15:46

Donald Trump will Grönland – daraus macht der US-Präsident schon länger kein Geheimnis mehr. «Wir brauchen Grönland mit Blick auf die nationale Sicherheit», sagte Trump diese Woche einmal mehr. Dass die Insel Teil von Dänemark ist, einem Alliierten der USA, scheint Trump dabei nicht zu interessieren.

epa12627555 US President Donald J Trump waves as he returns to the White House in Washington, DC, USA, 04 January 2026. EPA/AARON SCHWARTZ / POOL
US-Präsident Donald Trump will Grönland.Bild: keystone

Unklar ist hingegen noch, wie genau Trump Kontrolle über Grönland erlangen will. Der US-Präsident sagte in der Vergangenheit schon, einen Militäreinsatz nicht auszuschliessen. Gleichzeitig käme dies wohl einem Bruch mit dem Rest der Nato gleich – am Dienstag haben europäische Länder gemeinsam mitgeteilt, sich in der Thematik hinter Dänemark und Grönland zu stellen.

Wie der Economist nun berichtet, könnten Trump und US-Beamten deshalb eine andere Idee vorschweben – die einer sogenannten Compact of Free Association (COFA). Dabei handelt es sich um internationale Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und diversen Kleinstaaten.

Dabei gewähren die USA den Bürgerinnen und Bürgern dieser Gebiete Verteidigung, finanzielle Zuschüsse und Zugang zu US-amerikanischen Sozialleistungen. Im Gegenzug dürfen die USA dort militärisch aktiv werden und etwa Land für Stützpunkte beanspruchen. Gleichzeitig dürfen andere Länder ohne Zustimmung der USA keine Streitkräfte dorthin entsenden. Bislang haben die Staaten ein solches Abkommen mit drei Kleinstaaten – den Marshallinseln, Mikronesien und Palau.

In Grönland haben die USA heute schon Truppen stationiert. Auch eine offizielle Obergrenze für Soldaten gibt es nicht. Allerdings würde jede signifikante Erhöhung oder Änderung der US-Militärpräsenz wohl die Zustimmung Dänemarks erfordern, so der Economist. Genau dies will man auf Seiten der USA verhindern. Die Verantwortlichen streben deswegen direkte Gespräche mit der grönländischen Regierung an – stossen damit bislang aber scheinbar nicht auf Anklang.

Danish military forces participate in an exercise with hundreds of troops from several European NATO members in the Arctic Ocean in Nuuk, Greenland, Monday, Sept. 15, 2025. (AP Photo/Ebrahim Noroozi)
 ...
Dänische Truppen bei einer Übung in der grönländischen Hauptstadt Nuuk.Bild: keystone

Dänemark hat sich bislang vehement gegen eine Übernahme Grönlands durch die USA gestellt. Regierungschefin Mette Frederiksen erklärte, die Vereinigten Staaten hätten «überhaupt kein Recht» einen Teil der dänischen Staatsgemeinschaft zu annektieren. Sie rief die USA dazu auf, «mit den Drohungen aufzuhören gegen einen historisch engen Verbündeten und gegen ein anderes Land und ein anderes Volk, das deutlich gesagt hat, dass es nicht zum Verkauf steht».

Der grönländische Ministerpräsident Jens Frederik Nielsen zeigte sich offener für eine intensivere Zusammenarbeit mit den USA. «Wir sind offen für einen Dialog», sagte Nielsen am Dienstag. Allerdings sagte er zu den Berichten einer möglichen US-Intervention in Grönland: «Es reicht. Keine Andeutungen oder Fantasien zu einer Annektierung mehr.» Am Dienstag rief er zudem zu Einigkeit unter den verbündeten Ländern auf. (dab)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
74 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Simsalabimeon
06.01.2026 15:07registriert Oktober 2024
Zugang zu amerikanischen Sozialleistungen... der war gut.

Die Amerikaner sind doch gar nicht an zusätzlichen Militärstützpunkten interessiert, sondern an den Unmengen von Rohstoffen und da hat Grönland auch gleich noch eine grosse Vielfalt. Also wenn, dann sind sie eher an Zusagen und Verträgen zur Ausbeutung interessiert, allerdings passen da Umweltschutz und die amerikanische Art zur Ausbeutung halt wohl nicht ganz zusammen. Darum wollen sie, dass es ihnen gehört, damit sie die Insel ohne Rücksicht auf deren Bevölkerung und Ökosystem plündern können.
2314
Melden
Zum Kommentar
avatar
bcZcity
06.01.2026 15:16registriert November 2016
"Zugang zu US-amerikanischen Sozialleistungen"

Und die wären? GoFundMe? Das ist doch schon lange der Ersatz für ein echtes soziales Netz.

Ich hoffe in Grönland bleiben sie stark und Dänemark sowie Europa steht geschlossen dahinter.
2023
Melden
Zum Kommentar
avatar
ItsMee
06.01.2026 15:23registriert Juni 2017
"...Dabei gewähren die USA den Bürgerinnen und Bürgern dieser Gebiete Verteidigung, finanzielle Zuschüsse und Zugang zu US-amerikanischen Sozialleistungen..." wer will denn Zugang zu US-amerikanischen Sozialleistungen ???? ich würde noch Geld bezaheln damit ich das nicht haben müsste...
1542
Melden
Zum Kommentar
74
Iranische Führung blockiert weiter Zugang zum Internet
Irans Führung blockiert wegen der landesweiten Massenproteste das Internet seit fast zwei Tagen. Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtete am Morgen auf Twitter: «Es ist jetzt 8:00 Uhr (Ortszeit) morgens im #Iran, wo nach einer weiteren Nacht voller Proteste, die mit Repressionen beantwortet wurden, die Sonne aufgeht. Messungen zeigen, dass die landesweite Internet-Sperre seit 36 Stunden andauert und die Möglichkeiten der Iraner, sich über die Sicherheit ihrer Freunde und Angehörigen zu informieren, stark einschränkt.»
Zur Story