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Bild: AP/FR125654 AP

Joe Biden – Millionär, Stotterer und Selfie-König

Joe Biden hat bei den Vorwahlen der Demokraten ein phänomenales Comeback hingelegt. Wenn es so weitergeht, könnte er im Herbst gegen Donald Trump antreten. Was du nun über ihn wissen solltest.
04.03.2020, 21:34
Madeleine Janssen / t-online
Ein Artikel von
t-online

Bei den US-Vorwahlen der Demokraten zeichnet sich ein Favorit für das Rennen um die US-Präsidentschaft ab. Noch haben zwar nicht alle Bundesstaaten ihre Vorwahlen abgehalten, doch beim « Super Tuesday », bei dem gleich in 14 Bundesstaaten gewählt wurde, schnitt der frühere Vize-Präsident Joe Biden überraschend gut ab: Aus mindestens 9 von 14 Vorwahlen ging Biden als Sieger hervor. 

Noch ist das Rennen nicht entschieden. Der sozialdemokratische Bewerber Bernie Sanders liegt dicht an Biden dran, und bis Anfang Juni finden weitere Vorwahlen statt, unter anderem in Illinois, Florida und Pennsylvania.

Dennoch gilt Biden jetzt wieder als einer der grossen Favoriten. Wenn du mitreden willst in den Debatten über die demokratischen Bewerber, solltest du diese drei Fakten über Joe Biden kennen:

Der Millionär

Biden ist mit einem Vermögen von rund neun Millionen US-Dollar (gut acht Millionen Euro) nach Informationen des Forbes-Wirtschaftsmagazins der wohlhabendste demokratische Bewerber, der – realistisch betrachtet – noch im Rennen ist. Nach den Misserfolgen beim «Super Tuesday» sind Michael Bloomberg (knapp 62 Milliarden Dollar) und Elizabeth Warren (zwölf Millionen Dollar) de facto raus, auch wenn Warren ihren Verzicht noch nicht erklärt hat.

Joe Bidens Vermögen stammt aus Pensionsansprüchen für seine öffentlichen Ämter (unter anderem als Senator und Vize-Präsident), aus Immobilienbesitz und dem Verkauf seiner autobiografischen Bücher. Hinzu kommen hoch dotierte Auftritte, mit denen er die Bücher öffentlich bewirbt – zwischen 8'000 und 90'000 Dollar bekam er allein für Auftritte zu dem Buch «Promise me, Dad».

Bidens Schicksalschläge

Bidens tragische Familiengeschichte, die er auch in «Promise me, Dad» verarbeitet, hat die Amerikaner berührt. Wenige Tage vor Weihnachten, am 18. Dezember 1972, kamen seine erste Frau Neilia (30 Jahre alt) und die einjährige Tochter Naomi Christina bei einem Autounfall ums Leben.

Die beiden Söhne Hunter (vier Jahre alt) und der ein Jahr jüngere Beau sassen mit im Wagen und überlebten schwer verletzt. Joe Biden war gerade erst zum Senator des Bundesstaates Delaware gewählt worden. Seinen Amtseid legte er am Krankenhausbett seines Sohnes Beau ab. Jahrzehnte später sitzt Biden wieder bei Beau im Krankenhaus. Diesmal ist es das Sterbebett – Beau Biden stirbt im Alter von 46 Jahren an einem Hirntumor.

Das Stottern

Joe Biden hat als Kind gestottert. Bis heute kämpft er damit und setzt sich für Kinder ein, denen es geht wie ihm selbst, als er noch jünger war. Im Dezember verspottete die frühere Trump-Sprecherin Sarah Huckabee Sanders Biden nach einer TV-Debatte der demokratischen Bewerber auf Twitter für seine Sprechweise – und kassierte heftige Kritik.

Biden wies in der Replik auf seine eigene Geschichte hin und betonte, dass er sich als Mentor für andere Betroffene einsetze. «It's called empathy [man nennt es Empathie]», schrieb Biden. Schliesslich entschuldigte sich Sanders. Es war einer der wenigen Fälle, in denen verbale Ausfälle der Trump-Administration zu einem öffentlichen Schuldeingeständnis führten.

Allerdings tut sich Biden auch jenseits von Stotterei rhetorisch schwer. Bei öffentlichen Auftritten und Fernsehdebatten leistete er sich peinliche Verhaspler, Patzer und Aussetzer. Mal verwechselte er Orte, mal seine Frau, mal das Amt, um das er sich bewirbt («Ich bin demokratischer Bewerber für den US-Senat»).

Kritiker spotteten, Biden sei schon überfordert, simple Gedanken in Worte zu fassen und Sätze zu Ende zu bringen. Am «Super Tuesday» hat er versehentlich bei einer Rede vor Anhängern verwechselt, wer neben ihm steht. Er sagte: «Das ist meine kleine Schwester Valerie», und zeigte dabei auf seine Frau. Tatsächlich hat ihn seine Schwester Valerie Biden Owens beim Wahlkampf bislang oft unterstützt. Er bezeichnete sie häufig als seinen besten Freund.

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46 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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AoxoToxoA
04.03.2020 22:18registriert Oktober 2015
"Kritiker spotteten, Biden sei schon überfordert, simple Gedanken in Worte zu fassen und Sätze zu Ende zu bringen"

Also wie der jetztige President. Auch ich bringe Sätze nicht zu
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Bruno S.1988
04.03.2020 22:01registriert Juli 2016
Wow. Ich spüre förmlich die Euphorie!!! Hammer wie Joe immer wieder sagt dass dies Amerika sei und alles möglich ist!! Naja, ausser eine Krankenkasse, eine gute bezahlbare Bildung und ein gerechter Mindestlohn.
Nein im ernst, er hat Staaten gewonnen bei denen er weder persönlich vor Ort war noch Mitglieder seines Teams dort Wahlkampf betrieben haben. Daraus schliesse ich dass je weniger die Wähler von ihm hören umso grösser seine Chancen auf einen Sieg sind. Was für eine Rakete dieser Joe! Ein wahrlich sicherer Wert...auf 4 weitere Jahre mit Trump!
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Leslie Now
04.03.2020 22:11registriert Januar 2020
Bin ich der einzige der es seltsam findet das bei den US-Presidentschaftswahlen oft bekannte von ehemaligen Präsidenten es so weit schaffen? Clinton (Frau), Bush (Sohn), Biden (Vizepräsident) ... Gibts es etwa so wenige andere normale Kandidaten?
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