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Grenzschutzchef nennt Beamte «Opfer» des Einsatzes in Minneapolis

January 15, 2026, Minneapolis, Minnesota, USA: Border Chief GREGORY BOVINO observes a protest as community members gather at the entrance of the Whipple Building in Minneapolis to rally in solidarity  ...
Gregory Bovino (Mitte) ist Kommandant der US-Grenzschutzbehörde Border Patrol. Bild: imago

Grenzschutzchef nennt Beamte «Opfer» des tödlichen Einsatzes in Minneapolis

Der Chef der US-Grenzschutzbehörde Border Patrol hat den tödlichen Schusswaffeneinsatz gegen den 37-jährigen Krankenpfleger Alex Pretti verteidigt. Der Mann war am Samstagmorgen in Minneapolis von Bundesbeamten erschossen worden. Videoaufnahmen des Vorfalls sorgen weltweit für Empörung.
25.01.2026, 17:1325.01.2026, 17:28

Border-Patrol-Kommandant Gregory Bovino äusserte sich am Sonntag gegenüber CNN zum Einsatz. Auf die Frage, ob Pretti seine Waffe gezogen und Beamte bedroht habe, gab Bovino keine klare Antwort. Stattdessen sagte er, der Mann habe eine «geladene 9-Millimeter-Handfeuerwaffe mit hoher Kapazität» zu einer «unruhigen Situation» mitgebracht. Die genauen Abläufe würden nun durch Ermittlungen geklärt, erklärte Bovino.

Bovino wies die Verantwortung für den tödlichen Ausgang dem Getöteten zu. Auf die Nachfrage, ob Pretti durch sein Verhalten selbst schuld sei, sagte er, die «Opfer» des Vorfalls seien die anwesenden Grenzschutzbeamten. Pretti habe sich bewusst in diese Lage begeben, so Bovino weiter.

Videos zeigen Eskalation am Tatort

Am Sonntag veröffentlichte Videoaufnahmen zeigen die Minuten vor dem tödlichen Schuss. Demnach näherte sich Pretti gegen 9 Uhr morgens mehreren Bundesbeamten. Er hielt dabei sein Mobiltelefon in deren Richtung, offenbar um zu filmen. Ein Beamter drängte ihn in Richtung Gehweg, wo es zur Auseinandersetzung kam.

In weiteren Sequenzen ist zu sehen, wie Pretti mit mehreren Beamten ringt. Ein Agent setzt Pfefferspray ein, weitere Beamte eilen herbei. Mehrere Personen, darunter auch Zivilisten, geraten zu Boden. Während umstehende Personen rufen und hupen, fallen mehrere Schüsse. Pretti stirbt noch am Tatort.

Keine Vorstrafen laut Polizei

Der Polizeichef von Minneapolis, Brian O’Hara, sagte an einer Medienkonferenz, Pretti habe keine nennenswerte Vorstrafenliste gehabt. In den Polizeidaten fänden sich lediglich einige Parkbussen. Zudem sei Pretti ein rechtmässiger Waffenbesitzer mit entsprechender Bewilligung gewesen.

Das US-Heimatschutzministerium (DHS) bestätigte, dass Pretti bewaffnet war und zwei Magazine bei sich trug. Die Waffe sei nach dem Vorfall sichergestellt worden. Auf der Plattform X erklärte das DHS, der Einsatz habe im Rahmen einer gezielten Aktion gegen einen «illegalen Einwanderer» stattgefunden, der wegen eines gewalttätigen Angriffs gesucht worden sei. Ein Mann habe sich den Beamten mit einer halbautomatischen 9-Millimeter-Waffe genähert und sich der Entwaffnung widersetzt. Diese Darstellung ist Gegenstand laufender Ermittlungen. (mke)

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