Dieses Outfit gibt zu reden – so tritt ein Anführer von Trumps Ausschaffungs-Kommando auf
Mindestens sechs Bundesstaaten liegen zwischen Greg Bovinos eigentlichem Arbeitsort in Kalifornien und Minneapolis. Trotzdem ist der Grenzschutzbeamte dieser Tage dort. Dort, im Hauptort des Bundesstaats Minnesota, ist ein Potpurri von Grenzschutzbeamten verschiedener Institutionen zusammengekommen, nimmt Menschen fest und markiert Präsenz.
Nicht nur ICE-Beamte (United States Immigration and Customs Enforcement) verhaften und deportieren Menschen in und aus den USA. Auch CBP-Beamte (Customs and Border Protection) gehören zu den vermummten Uniformierten. In Minneapolis werden diese von Greg Bovino angeführt.
Eigentlich endet der Zuständigkeitsbereich der CBP-Beamten an den Grenzen und «Eintrittspunkten» der USA.
Offiziell dürften sie bis zu 100 Meilen von einer Landesgrenze entfernt bei Einsätzen anderer Behörden «unterstützend eingreifen».
Von Minneapolis bis zur kanadischen Grenze sind es aber 180 bis 250 Meilen.
Grenzschutzbeamter mit Ambitionen
Seit US-Präsident Donald Trump an der Macht ist und in der Immigrationspolitik hart durchgreift, ist auch Greg Bovino in der Öffentlichkeit aufgetaucht. Bovino arbeitet schon seit 25 Jahren für die U.S. Customs and Border Protection. Dort ist er aktuell Chef des Grenzschutzsektors El Centro in Südkalifornien.
Als einfacher Mitarbeiter einer Behörde mit regionaler Verantwortung und Zuständigkeit ist Bovino trotzdem zu einer prominenten Figur in der Anti-Immigrations-Politik der Trump-Regierung geworden. Zu seinem Aufstieg dürfte Bovino auch seine Social-Media-Präsenz verholfen haben: Ganz nach dem Geschmack des Weissen Hauses veröffentlicht Bovino Videos seiner Einsätze im Stil von Actionfilmen. Mehrmals täglich tut er seine Meinung in den sozialen Medien kund.
Auftritt mit dunkler Symbolik
Ein Video von Bovino in Minneapolis sorgt dieser Tage für Aufsehen. Zur Tatsache, dass bewaffnete Vermummte in offiziellem Auftrag dort in Gruppen durch die Strassen marschieren, fällt Bovinos Kleiderwahl ins Auge. In einen langen Mantel gehüllt und mit an der Seite kurz geschorenen Haaren ruft sein Auftritt bei ihnen vielen negative Assoziationen hervor:
Der olivgrüne, auffällig lange Mantel mit den Abzeichen seiner Behörde, dem kantigen Schnitt und dem schwarzen Schal rufen im Netz Nazivergleiche hervor. «Warum sieht der aus wie Hitler?» schreibt ein User.
In einer Auflistung der Kleidungsstücke der Uniformen von Border Patrol Agenten ist kein solcher Mantel zu finden. Auch der schwarze Gürtel mit der Silberschnalle, den er sich quer umgehängt hat, erinnert an die Uniform eines SS-Offiziers. Es ist nicht klar, ob sich Bovino das Kleidungsstück schneidern lassen hat oder nicht. Zu den Vorwürfen schweigt er bisher.
(hde)
