International
USA

«Europa will den USA schaden» – So reagiert das Weisse Haus auf die Klima-Entscheid-Kritik

epa06006656 Environmental Protection Agency (EPA) Administrator Scott Pruitt responds to a question from the news media during a press briefing in the Brady Press Briefing Room at the White House in W ...
Scott Pruitt: «Wir haben keinen Grund, uns zu entschuldigen.»Bild: SHAWN THEW/EPA/KEYSTONE

«Europa will den USA schaden» – So reagiert das Weisse Haus auf die Klima-Entscheid-Kritik

03.06.2017, 04:5203.06.2017, 07:14

Mit Gegenvorwürfen hat das Weisse Haus auf die Kritik zum Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen reagiert. Auf einer Pressekonferenz mit Präsidentensprecher Sean Spicer sprach der Chef der US-Umweltbehörde (EPA), Scott Pruitt, von einer «mutigen» Entscheidung.

«Wir haben keinen Grund, uns zu entschuldigen», fuhr er am Freitag fort und warf insbesondere den Europäern vor, den USA mit dem Abkommen schaden zu wollen.

«Warum wollen Europas Spitzenpolitiker, dass wir drin bleiben? Sie wissen, dass es unsere Wirtschaft weiterhin fesseln wird», sagte Pruitt, der ein entschiedener Befürworter des Austritts ist. In seinem früheren Amt als Generalstaatsanwalt des westlichen Bundesstaates Oklahoma setzte er sich vehement für die Interessen der Erdöl- und Erdgaskonzerne ein, indem er gegen von der EPA verhängte Auflagen für die Branche vorging.

Abkommen kostet Jobs

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag verkündet, er werde ab sofort die aus US-Sicht schlechte Klimaschutzvereinbarung von 195 Staaten nicht mehr umsetzen. Das Pariser Abkommen gehe einseitig zu Lasten seines Landes und koste Jobs. Mit der Ankündigung steht sein Land allerdings weitgehend isoliert da; Staats- und Regierungschef in aller Welt bekannten sich am Freitag leidenschaftlich zum Klimaschutz.

Pruitt warf den Klimawandel-Mahnern vor, zu übertreiben. Auf die Frage, ob Trump den Klimawandel inzwischen als «real» ansehe, wollte der EPA-Chef auch nach mehrfachem Nachhaken nicht antworten. Auch Trumps Sprecher Spicer wollte sich zur Haltung des Präsidenten zur Erderwärmung nicht äussern. Er habe noch keine Gelegenheit gehabt, mit ihm darüber zu sprechen, sagte Spicer vor den sichtlich erstaunten Journalisten.

Trump selbst überging die Frage einfach, als er bei einem Termin darauf angesprochen wurde. Er witzelte lediglich, seine Entscheidung habe für Kontroversen gesorgt. Während des Präsidentschaftswahlkampfs hatte er gesagt, dass er nicht an den Klimawandel glaubt. Davor hatte er ihn auch schon einmal als Erfindung der Chinesen bezeichnet, mit dem Ziel, den USA zu schaden.

Tillerson besänftigt

US-Aussenminister Rex Tillerson relativierte unterdessen den Schritt, das Klimaabkommen zu kündigen. «Es war eine politische Entscheidung, und es ist wichtig, dass alle anerkennen, dass die Vereinigten Staaten eine grossartige Bilanz bei der Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen vorweisen», sagte er am Freitag.

«Es ist etwas, auf das wir, glaube ich, stolz sein können.» Er gehe nicht davon aus, dass die Bemühungen in Zukunft zurückgefahren werden. (viw/sda/afp/dpa)

100 Tage Trump in 90 Bildern

1 / 92
100 Tage Trump in 90 Bildern
20. Januar 2017: Donald Trump tritt sein Amt als 45. Präsident der USA an, Barack Obama tritt ab.
quelle: ap/ap / andrew harnik
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Russland kündigt noch härtere Schläge gegen Ukraine an
Das russische Verteidigungsministerium hat eine noch weitere Verschärfung seiner Schläge gegen Kiew und andere Gebiete der Ukraine angekündigt. Damit reagiere Moskau auf Drohungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, weitere militärische Objekte und Rüstungsbetriebe in Russland anzugreifen, teilte das Ministerium mit. Für die Eskalation trage allein Selenskyj die «volle persönliche und politische Verantwortung», hiess es. Den Krieg begonnen hatte Russland.
Zur Story