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FILE - This June 26, 2019, file photo shows a Starbucks sign outside a Starbucks coffee shop in downtown Pittsburgh. The coffee chain will quit selling The New York Times, Wall Street Journal or Gannett papers like USA Today in September, citing â??changing customer behaviorâ? in a Friday, July 12, statement. Starbucks has sold The Times since 2000 and other papers since 2010. (AP Photo/Gene J. Puskar, File)

Starbucks verkauft in seinen Filialen in den USA Zeitungen. Bald ist es damit aber vorbei. Bild: AP

Starbucks verbannt Zeitungen aus seinen Filialen

Amerikas Zeitungsbranche hangelt sich von Krise zu Krise. Nun hat die Kaffeehauskette Starbucks bekannt gegeben, dass sie künftig keine Tageszeitungen mehr verkaufen wird.

Renzo Ruf, Washington / ch media



Wer schon einmal den Versuch unternommen hat, sich in einer mittelgrossen amerikanischen Stadt ein Exemplar einer aktuellen Tageszeitung zu kaufen, der weiss: Das ist gar nicht so einfach. Viele Supermärkte oder Tankstellenshops haben sich schon lange aus diesem Geschäft zurückgezogen. Die beste Wahl ist häufig Starbucks, die omnipräsente Kaffeehauskette, die nebst der «New York Times», dem «Wall Street Journal» auch die «USA Today» und Exemplare des jeweiligen Lokalblatts im Angebot hat.

Doch nun will auch Starbucks ab September keine Zeitungen mehr verkaufen, wie am Freitag bekannt wurde. Davon betroffen seien die 8600 Starbucks-Filialen, die im eigenen Besitz sind, sagte eine Sprecherin. Weitere rund 6000 Starbucks befinden sich in Warenhäusern wie Target oder Supermärkten wie Safeway. Sie haben keine Zeitungen im Angebot. Das Konsumverhalten der Kundinnen und Kunden habe sich verändert, so eine Sprecherin, und diesen neuen Gewohnheiten passe sich Starbucks nun an.

Wachstum nur im digitalen Bereich

Diese Nachricht ist ein weiterer Beweis dafür, dass sich die amerikanische Zeitungsbranche in einer tiefen Krise befindet – und niemand so recht weiss, was am Ende dieses Umwälzungsprozesses stehen wird. Eine Handvoll national operierender Blätter mit klingenden Namen – nebst der bereits erwähnten «Times» und dem «Wall Street Journal» auch die «Washington Post» – stemmen sich dem Strukturwandel zwar recht erfolgreich entgegen.

So legte die «Times» im ersten Quartal 2019 um eine Viertelmillion Abonnenten zu und weist nun 4.5 Millionen Abonnenten auf. Dieses Wachstum spielt sich aber fast nur im digitalen Raum ab, und auch die «Times» druckt stetig weniger Zeitungen. Selbst die durchschnittliche Auflage der Sonntagsausgabe ist unter die Marke von einer Million Exemplare gefallen. Vor zehn Jahren betrug die Auflage noch 1.4 Millionen Exemplare.

Dramatischer Rückgang der Auflagezahlen

Laut Zahlen des Forschungsinstituts Pew Research Center betrug die gesamte Auflage aller US-Tageszeitungen im Jahr 2018 an Werktagen 28.6 Millionen und an Sonntagen 30.8 Millionen – wobei diese Zahl Print und Online mit einschliesst. Gegenüber dem Jahr 2017 ermittelte Pew einen Auflagerückgang von 8 Prozent an Werktagen und 9 Prozent an Sonntagen. Schaut man sich nur die Print-Auflage an, dann belief sich der Auflagenrückgang gar auf 12 Prozent an Werktagen und 13 Prozent an Sonntagen. Aktuell werden in Amerika weniger Tageszeitungen verkauft als 1940, als das Land 200 Millionen weniger Einwohner zählte.

Und die Hiobsbotschaften reissen nicht ab. Vor einigen Tagen wurde das Ende der Tageszeitung «The Vindicator» in Youngstown (Ohio) bekanntgegeben – ein Blatt, das 150 Jahre lang publiziert worden war und landesweit als vorbildliche Lokalzeitung galt. Der Besitzerfamilie war es nicht gelungen,

einen Käufer zu finden. Youngstown zählt 65 000 Einwohnerinnen und Einwohner und wird laut Branchenbeobachtern die grösste amerikanische Stadt ohne Tageszeitung sein. Zuletzt beschäftigte das Blatt noch 44 Redaktore, schrieb aber fast jedes Jahr tiefrote Zahlen. Er habe es einfach nicht übers Herz gebracht, das Blatt früher zum Verkauf auszuschreiben, sagte der Besitzer in der «Washington Post». Nun sei es zu spät. (aargauerzeitung.ch)

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