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Experte lacht über Donald Trumps Wirtschaftspolitik und Zölle

epa12763401 US President Donald J. Trump speaks about the Supreme Court's striking down of most of his tariffs during a press conference in the briefing room at the White House in Washington, DC, ...
US-Präsident Donald Trump spricht noch am selben Tag an einer Pressekonferenz im Weissen Haus über den Entscheid des Supreme Court, Zölle für ungültig zu erklären, 20. Februar 2026.Bild: keystone

Experte soll Trumps Handelspolitik einordnen – und bekommt einen Lachanfall

Der US-Präsident beteuert, dass in seiner Amtszeit die US-Wirtschaft boomt. Doch ein Experte kann über die Ergebnisse seiner Handelspolitik nur lachen.
21.02.2026, 13:2021.02.2026, 15:12
Ein Artikel von
t-online

Am Donnerstag hatte das US-Handelsministerium neue Zahlen vorgelegt. Das Handelsdefizit, das US-Präsident Donald Trump immer wieder kritisiert, hat sich demnach kaum verändert: Die Importe von Waren und Dienstleistungen übertrafen deren Exporte um rund 901,5 Milliarden Dollar. Das sind nur rund zwei Milliarden Dollar weniger als 2024.

Das Defizit geht auf den Warenhandel zurück: Dieses stieg um 2,1 Prozent auf die Rekordhöhe von fast 1241 Milliarden Dollar, während der Überschuss im Dienstleistungshandel um 8,9 Prozent auf 339,5 Milliarden Dollar zunahm.

Der kanadische Nachrichtensender CBC News wollte daher wissen, was diese Zahlen über die Effektivität der Zollpolitik der US-Regierung aussagen. Der Experte Justin Wolfers, Professor für Politik und Volkswirtschaftslehre, hatte darauf eine klare Antwort: Er musste laut lachen.

Video: twitter/JustinWolfers

Zölle sind keine Hilfe

Nachdem sich Wolfers beruhigt hatte, entgegnete er: Wenn das US-Handelsdefizit 2025 grösser als 2024 gewesen ist und man im vergangenen Jahr hohe Zölle und einen Handelskrieg führe, den es vorher nicht gab, sei klar: Trumps Zölle haben nicht geholfen, das Handelsdefizit zu verkleinern.

Wolfers machte zudem deutlich, dass Trumps Wirtschaftspolitik generell falsch angelegt sei. Ein Land könne man etwa nicht wie ein Unternehmen führen. Zudem sei ein Handelsdefizit nicht die geeignete Grösse, um zu ermitteln, ob es einem Land wirtschaftlich gut oder schlecht geht. Laut Wolfers ist es grundsätzlich irrelevant, ob ein Land ein Handelsdefizit habe, solange genügend Geld vorhanden sei, um alle relevanten Dinge zu finanzieren.

Was das konkret bedeutet, erläuterte Wolfers an einem Beispiel: Er habe auch ein Handelsdefizit mit seinem Supermarkt, weil er dort immer bezahle, aber der Supermarkt nie etwas von ihm kaufe. Das sei aber logischerweise kein Problem. Denn er gehe dort nicht hin, um bezahlt zu werden, sondern um Produkte zu kaufen. Sein Geld erhalte er dagegen von seiner Universität.

Supreme Court greift ein

Der US-Supreme Court hatte am Freitag Trumps Zollpolitik in grossen Teilen gekippt. Zahlreiche Zölle, die der US-Präsident im vergangenen Jahr verhängt hatte, sind laut dem obersten US-Gericht ungültig. Trump kündigte allerdings danach an, nach alternativen Wegen für neue Abgaben zu suchen. Zudem wolle er weltweit zehnprozentige Basiszölle in den kommenden Tagen einführen.

Trump hat in der Vergangenheit immer wieder kritisiert, dass die USA mehr Waren importieren als exportieren. Expertinnen und Experten ziehen allerdings in Zweifel, ob das Land überhaupt genug Kapazitäten besitzt, um die Importmengen ausgleichen zu können. Ausserdem wird der Bereich Dienstleistungen von Trump konsequent ausgeklammert, der einen wesentlichen Anteil an der Stärke der US-Wirtschaft hat.

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Donald Trump in der Schweiz
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quelle: keystone / evan vucci
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16 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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rindi
21.02.2026 13:45registriert November 2023
Ach so was, Trömp lügt wenn er sagt der Wirtschaft ging es noch nie besser? So unglaublich, der lügt doch sonst nie!

Wie kann denn eine so erfolgreiche Politik falsch?
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future--?
21.02.2026 13:37registriert November 2023
Richtig die Wirtschaftspolitik von POTUS ist lachhaft.
Nebenbei angemerkt, nicht nur seine Wirtschaftspolitik. :)
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Bundesrat kommentiert Zoll-Entscheid des US Supreme Court nicht
Der Bundesrat hat die Ablehnung der von US-Präsident Donald Trump verordneten Sonderzölle durch den US Supreme Court «zur Kenntnis» genommen, wie er am Freitag mitteilte. Er werde «die weiteren Entwicklungen und konkreten Auswirkungen analysieren». Der Bundesrat kommentiere die Rechtsprechung des Obersten Gerichtes der USA nicht.
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