International
USA

USA kritisieren Chinas Vorgehen in Hongkong – und drohen mit Sanktionen

USA kritisieren Chinas Vorgehen in Hongkong – und drohen mit Sanktionen

12.11.2020, 04:4112.11.2020, 06:17
Women wearing face masks to help protect against the coronavirus walks by an advertising board displaying an American flag and Statue of Liberty on a street in Beijing, Thursday, Aug. 6, 2020. China&# ...
Bild: keystone

Die US-Regierung hat den Ausschluss mehrerer Oppositionsabgeordneter aus dem Parlament in Hongkong scharf kritisiert und mit Sanktionen gedroht. Die jüngsten Massnahmen der Führung in Peking liessen keinen Zweifel daran, dass die Kommunistische Partei Chinas ihre internationalen Verpflichtungen auf schamlose Weise verletzt habe, erklärte der Nationale Sicherheitsberater im Weissen Haus, Robert O'Brien, am Mittwoch. Der Grundsatz «Ein Land, zwei Systeme», nach dem Hongkong seit 1997 regiert wird, sei nur noch ein Feigenblatt, das die Ausweitung der Einparteiendiktatur auf Hongkong kaschiere. Die US-Regierung werde weiterhin alle ihre Befugnisse nutzen, um diejenigen zu sanktionieren, die für die «Auslöschung der Freiheit Hongkongs» verantwortlich seien, erklärte O'Brien.

Seit dem 1. Juli 1997 gehört Hongkong zwar wieder zu China. Die Vereinbarung nach dem Grundsatz «Ein Land, zwei Systeme» sieht aber vor, dass Hongkonger bis 2047 «ein hohes Mass an Autonomie» und viele Freiheiten geniessen. Spätestens seit der Verabschiedung des sogenannten Sicherheitsgesetzes sehen Kritiker jedoch den Wandel zum Prinzip «Ein Land, ein System».

O'Brien reagierte mit seiner Erklärung auf eine Mitteilung der Regierung Hongkongs, dass vier Politiker der Opposition aus dem Parlament der chinesischen Sonderverwaltungsregion ausgeschlossen worden seien. Aus Protest gegen den Rauswurf kündigten die Mitglieder des demokratischen Lagers nahezu geschlossen ihren Rücktritt an.

Kurz zuvor hatte Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua eine Entscheidung des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses veröffentlicht. Demnach können Hongkonger Abgeordneten ihre Sitze ohne Gerichtsbeschluss entzogen werden, wenn sie die Unabhängigkeit Hongkongs befürworten, sich an Handlungen beteiligen, die - je nach Auslegung - die nationale Sicherheit gefährden, oder ausländischen Kräften dabei helfen, sich in innere Angelegenheiten einzumischen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Rücktritt von Bärbel Bas: Bricht jetzt die Regierung Merz auseinander?
Der Abgang von Bärbel Bas nach einem Todesfall löst in Berlin Debatten um politische Streitkultur aus. In der Regierung springt Alexander Schweitzer ein, eine neue SPD-Spitze wird erst zum Jahreswechsel gewählt.
Das rechte Bein nach einem Kreuzbandriss geschient, die Miene ernst, der Ton niedergeschlagen – als SPD-Chef Lars Klingbeil am Montag im Berliner Willy Brandt-Haus vor die Presse trat, gab er ein Bild ab, das dem Gesamtzustand seiner Partei gleicht.
Zur Story