Manchmal reicht es schon, ein süsses und originelles Haustier zu besitzen, um eine erfolgreiche Karriere in den sozialen Netzwerken zu starten. So wie der New Yorker Mark Longo, der sein kleines Eichhörnchen namens «Peanut» vor 600'000 Followern in Szene setzte. Ja, setzte.
Denn am Wochenende wurde das kleine Tierchen, das «aus den schlechten Strassen von New York» gerettet worden war, eingeschläfert.
Der Grund dafür? Die Gefahr der Verbreitung von Tollwut und der illegale Besitz eines wilden Tieres. Warum jetzt, wo dieses Eichhörnchen schon seit Ewigkeiten auf Instagram herumtollt? Eine Frau hatte sich auf Facebook über das sesshafte Eichhörnchen beschwert.
Beamte des staatlichen Umweltschutzministeriums nahmen das Tier in der Folge mit und töteten es am Wochenende. Seitdem weint der Besitzer im Internet und die USA sind untröstlich.
Nun ja, nicht alle in den USA sind von Peanuts Tod (und seinem Freund, dem Waschbären Fred, der vom selben Besitzer entrissen und am selben Tag getötet wurde) betroffen. Die Anhänger von Donald Trump, die keine Gelegenheit auslassen, um Kamala Harris die Schuld in die Schuhe zu schieben, haben sich des Falls bemächtigt und ihn in eine politische Rakete verwandelt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass New York, ein demokratischer Staat, «lieber Eichhörnchen tötet, als Drogendealer zu verhaften und die Einwanderung zu steuern», so die amerikanische extreme Rechte. Ist das absurd? Sicherlich ist es das. Aber ihr kennt das Internet.
Seit Samstagabend ist dies also ein wichtiger Skandal im Präsidentschaftswahlkampf. Der reichste Mann der Welt hat nichts Besseres zu tun, als sich als Sprecher von «Peanut» aufzuspielen, um die demokratische Regierung anzukratzen.
Ja, Elon Musk, der beste Freund und Geldbeutel von Kandidat Trump, reiht nun Postings aneinander, in denen er sich über den Tod eines Eichhörnchens empört.
Musk schreibt etwa:
Support the right to bear arms! https://t.co/7hYA7zkdkM
— Elon Musk (@elonmusk) November 3, 2024
Doesn’t that seem insanely messed up? https://t.co/vrI46kRJO4
— Elon Musk (@elonmusk) November 3, 2024
Auch Vizepräsidentschaftskandidat J.D. Vance hat sich zu «Peanut» geäussert:
JD Vance: “So I know Don is fired up about Peanut the Squirrel.” pic.twitter.com/0tu3sDZHls
— TheBlaze (@theblaze) November 4, 2024
Musk und Vance sind nicht alleine. Mittlerweile wird die Plattform X mit «Peanut»-Memes und KI-Bildern überflutet. Eine Auswahl:
We must vote… for Peanut 😪✊ pic.twitter.com/Lxk7Zjj70l
— Ashley St. Clair (@stclairashley) November 2, 2024
This is for you Peanut 🥜❤️#SaveThePets #PeanutTheSquirrel #Trump #Trump2024 pic.twitter.com/biFj0oKoqf
— Evan Dyer (@EvanLeeDyer) November 2, 2024
Trump wins 48 states if he does this 🐿️ pic.twitter.com/hJMWPBQN6A
— Benny Johnson (@bennyjohnson) November 3, 2024
Poor little guys. pic.twitter.com/NoIoPxpw60
— In4Profit (@in4profit) November 2, 2024
I’m doing this for you Peanut pic.twitter.com/D3h2CnZavv
— Jarvis (@jarvis_best) November 2, 2024
You tell ‘em I’m comin’! And Hell’s comin’ with me, you hear? Hell’s comin’ with me!#Peanut pic.twitter.com/rbTfXdAprZ
— jay plemons (@jayplemons) November 2, 2024
Auch wenn wir wissen, wie stark Tiere die Emotionen der Massen berühren können, bleibt es ungewiss, ob «Peanut» einen Einfluss auf den Ausgang der Wahlen haben wird. Freust du dich auch auf das Ende dieses unglaublichen Präsidentschaftswahlkampfes? Nur Mut, noch ein paar verrückte Tage (oder Wochen).
Das man das Eichhörnchen überhaupt politisch verwerten kann zeigt wohl nur zu gut den Zustand der US-Wahlen...