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Wahlen in den USA 2024: Eichhörnchen «Peanut» ist tot

Peanut
Das Eichhörnchen «Peanut» bekommt im US-Wahlkampf ein eigenes Kapitel.bild: instagram

Eichhörnchen «Peanut» ist tot – und es passiert, was im US-Wahlkampf passieren musste

Er hiess «Peanut» und lebte mit seinem Freund Fred, dem Waschbären, in New York. Die beiden Tierchen wurden von den Behörden wegen eines Tollwutrisikos getötet. Eine seltsame Geschichte, die jetzt sogar in der Präsidentschaftswahl eine Rolle spielt.
04.11.2024, 11:5504.11.2024, 15:14
Fred Valet / watson.ch/fr
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Manchmal reicht es schon, ein süsses und originelles Haustier zu besitzen, um eine erfolgreiche Karriere in den sozialen Netzwerken zu starten. So wie der New Yorker Mark Longo, der sein kleines Eichhörnchen namens «Peanut» vor 600'000 Followern in Szene setzte. Ja, setzte.

Denn am Wochenende wurde das kleine Tierchen, das «aus den schlechten Strassen von New York» gerettet worden war, eingeschläfert.

Der Grund dafür? Die Gefahr der Verbreitung von Tollwut und der illegale Besitz eines wilden Tieres. Warum jetzt, wo dieses Eichhörnchen schon seit Ewigkeiten auf Instagram herumtollt? Eine Frau hatte sich auf Facebook über das sesshafte Eichhörnchen beschwert.

Beamte des staatlichen Umweltschutzministeriums nahmen das Tier in der Folge mit und töteten es am Wochenende. Seitdem weint der Besitzer im Internet und die USA sind untröstlich.

Das waren Peanut und Fred:

Video: watson

Nun ja, nicht alle in den USA sind von Peanuts Tod (und seinem Freund, dem Waschbären Fred, der vom selben Besitzer entrissen und am selben Tag getötet wurde) betroffen. Die Anhänger von Donald Trump, die keine Gelegenheit auslassen, um Kamala Harris die Schuld in die Schuhe zu schieben, haben sich des Falls bemächtigt und ihn in eine politische Rakete verwandelt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass New York, ein demokratischer Staat, «lieber Eichhörnchen tötet, als Drogendealer zu verhaften und die Einwanderung zu steuern», so die amerikanische extreme Rechte. Ist das absurd? Sicherlich ist es das. Aber ihr kennt das Internet.

Seit Samstagabend ist dies also ein wichtiger Skandal im Präsidentschaftswahlkampf. Der reichste Mann der Welt hat nichts Besseres zu tun, als sich als Sprecher von «Peanut» aufzuspielen, um die demokratische Regierung anzukratzen.

Ja, Elon Musk, der beste Freund und Geldbeutel von Kandidat Trump, reiht nun Postings aneinander, in denen er sich über den Tod eines Eichhörnchens empört.

Musk schreibt etwa:

«Die Regierung sollte nicht das Recht haben, in Ihr Haus einzudringen und Ihr Haustier zu töten! Das ist völlig ekelhaft!»
Elon Musk

Auch Vizepräsidentschaftskandidat J.D. Vance hat sich zu «Peanut» geäussert:

Musk und Vance sind nicht alleine. Mittlerweile wird die Plattform X mit «Peanut»-Memes und KI-Bildern überflutet. Eine Auswahl:

Auch wenn wir wissen, wie stark Tiere die Emotionen der Massen berühren können, bleibt es ungewiss, ob «Peanut» einen Einfluss auf den Ausgang der Wahlen haben wird. Freust du dich auch auf das Ende dieses unglaublichen Präsidentschaftswahlkampfes? Nur Mut, noch ein paar verrückte Tage (oder Wochen).

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47 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Heavens
04.11.2024 12:15registriert Juli 2019
Endlich kommen im US-Wahlkampf mal die wirklich wichtigen Themen zur Sprache.

Das man das Eichhörnchen überhaupt politisch verwerten kann zeigt wohl nur zu gut den Zustand der US-Wahlen...
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mental
04.11.2024 12:46registriert Dezember 2021
Die grossen Verlierer sind Peanut und Fred. R.I.P.
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Kronrod
04.11.2024 12:49registriert März 2015
Man muss dazu anmerken, dass die Polizei völlig unverhältnismässig vorgegangen ist und mit einem Sonderkommando eine fünfstündige Hausdurchsuchung durchgeführt hat. Peanut ist der Georg Floyd der Republikaner. In beiden Fällen geht es um übermächtige Behörden, deren Verhalten für den einfachen Bürger ungerecht erscheint.
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