Israel ignoriert Trump und greift wieder an – 5 Punkte zur neuen Eskalation im Iran-Krieg
Das ist passiert
Israel hat in der Nacht auf Montag (Schweizer Zeit) erneut Ziele im Iran beschossen. Es kam zu Explosionen in mehreren Regionen des Landes. Die Attacken sind eine Reaktion auf iranische Raketen, die am Sonntag auf Israel abgefeuert wurden. Diese wiederum folgten auf israelische Angriffe im Libanon gegen die Hisbollah, die mit dem Iran verbündete islamistische Miliz in dem Nachbarstaat. Israel hat die Angriffe durchgeführt, obwohl US-Präsident Donald Trump laut Medienberichten kurz zuvor noch zu einem Verzicht darauf aufgefordert hatte.
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Das ist über die Angriffe bekannt
Israel hat Ziele in mehreren Regionen des Iran angegriffen, das teilte das israelische Militär selbst mit. Laut dem iranischen Staatssender Irib und der Nachrichtenagentur Irna waren auch in der Hauptstadt Teheran Explosionen zu hören. Wohngebiete innerhalb der Stadt wurden demnach aber nicht getroffen.
Gemäss dem israelischen Botschafter in den USA, Yehiel Leiter, griff die israelische Armee iranische Raketenabschussrampen und weitere Militärinfrastruktur an. Er betonte, dass keine Anlagen, die mit dem Energienetz in Verbindung stehen, anvisiert wurden. Laut CNN gab es nebst den Angriffen auf Teheran mehrere Detonationen in und um Städte in Zentral- und Westiran, namentlich in Täbris und Isfahan.
Das sagt Trump
Unmittelbar bevor Israel die Militärschläge vermeldete, hatte US-Präsident Donald Trump noch in einem Telefoninterview mit der britischen «Financial Times» erklärt, dass die iranischen Angriffe auf Israel keine Auswirkungen auf ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran haben werden. Ein «Axios»-Reporter berichtete zudem, Trump wolle mit Netanjahu telefonieren und ihn auffordern, auf Vergeltungsschläge gegen Teheran verzichten. Nur wenige Stunden später griff Israel dann aber doch an.
Gegenüber der «Financial Times» addressierte Trump Israels Premierminister Netanjahu noch vor den Angriffen direkt in Bezug auf dessen Einfluss auf ein mögliches Abkommen: «Er wird keine andere Wahl haben», sagte Trump der Zeitung. «Ich habe das Sagen. Ich habe das alleinige Sagen. Er hat nicht das Sagen», so der US-Präsident. Dass Israel nur kurz nach dem Publikwerden dieser Aussagen losschlug, offenbart erneut eine Diskrepanz bezüglich der Vorstellung zur Vorgehensweise der beiden verbündeten Länder. Schon in den vergangenen Woche war es zu Differenzen zwischen Trump und Netanjahu gekommen.
Laut dem Interview ging Trump zuvor davon aus, dass die USA weiter mit dem Iran verhandeln werden: «Ich denke, die Verhandlungen laufen weiter», sagte er. «Wir werden sehen, was passiert.» Ähnlich hatte sich Trump bereits gegenüber dem Sender Fox News und dem Nachrichtenportal «Axios» geäussert. Ob die israelischen Angriffe diese Position nun beeinflussen, ist noch nicht klar. Zu den jetzt verübten Angriffen hat Trump noch keine Stellung genommen.
Börsen in Asien und Ölpreis reagieren prompt
Die grossen asiatischen Börsen in Japan und Südkorea haben sensibel auf die neuerliche Eskalation im Iran-Krieg reagiert.
Der südkoreanische Leitindex Kospi startete mit einem Minus von über acht Prozent in die Handelswoche. Wegen der starken Kursbewegung verhängte die Börse in Seoul eine 20-minütige Handelsunterbrechung. Mit Stand Ortszeit 12 Uhr renkte sich der Kospi auf ein Minus von rund vier Prozent ein. Der japanische Leitindex Nikkei 225 sank zum selben Zeitpunkt um Minus 3,8 Prozent.
Auch die Ölpreise sind direkt wieder deutlich gestiegen. So kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent zur Lieferung im August am frühen Montagmorgen 96,27 US-Dollar. Das sind knapp 3,2 Prozent mehr als noch am Vortag. Die Volkswirtschaften Südkorea und Japan sind stark von Öllieferungen aus Nahost abhängig.
Die Vorgeschichte
Die israelischen Angriffe sind die jüngste Eskalationsstufe in einer seit dem Wochenende andauernden Aggressionsspirale. Israel hatte am Sonntag in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen – auch dies trotz einer von Donald Trump verkündeten Waffenruhe. Die Armee habe in Beirut «Terroristen-Hauptquartiere» als Reaktion auf vorherigen Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen, teilten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz am Wochenende mit.
Die Hisbollah ist der wichtigste nichtstaatliche Verbündete des Irans. Dieser griff als Reaktion auf Israels Operationen am späten Sonntagabend mit mehreren Raketensalven Israel an, nachdem das iranische Regime bereits angekündigt hatte, weitere israelische Angriffe auf den Grossraum Beirut als neuen Eskalationsschritt zu werten.
Israel bekämpft die Hisbollah, die ursprünglich aus Solidarität mit der Hamas in Gaza den Nachbarstaat attackierte, seit 2023 regelmässig mit direkten Militärschlägen. Seit Inkrafttreten der offiziellen Waffenruhe Mitte April hatte der jüdische Staat die Angriffe aber deutlich reduziert.
con mit Material der Nachrichtenagenturen sda und dpa.
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