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Proteste gegen Massentourismus in Barcelona artet aus

Video: watson/lucas zollinger

Einheimische verjagen Touristen in Barcelona – mit Wasserpistolen

08.07.2024, 14:5008.07.2024, 16:26
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Die Wut auf den Massentourismus in Barcelona wächst.

Mit durchschnittlich 32 Millionen Besucher:innen pro Jahr ist Barcelona die meistbesuchte Stadt Spaniens. Jedes Jahr kommt es zu neuen Besucherrekorden. Besonders im Sommer wird die katalanische Metropole von Touristen aus aller Welt überrannt.

Viele Einheimische empfinden die Touristenflut als Plage. Seit Jahren fordern sie Massnahmen zur Regulierung des Tourismus. Doch eine Besserung ist trotz neu eingeführten Massnahmen nicht in Sicht.

Vielen Einheimischen reicht es

Deshalb demonstrierten am Wochenende tausende von Menschen. Die Demonstranten trugen Plakate mit den Aufschriften wie: «Touristen geht nach Hause» oder «Vom Aussterben bedrohte Nachbarn».

Einige zielten mit Wasserpistolen auf Urlauber:innen, die sich in Restaurants aufhielten. Einige Restaurants mussten ihre Terrassen zum Schutz der Tourist:innen absperren.

Eine Demonstrantin sagt gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP, dass sie nichts gegen die Tourst:innen habe, aber Barcelona sei derart überlaufen, dass die Stadt nicht mehr lebenswert sei.

Auch für die Markthändler der historischen Markthalle La Boqueria in der Ramblas ist der Massentourismus mehr Fluch als Segen. Sie beklagen sich darüber, dass die Touristinnen die Gänge verstopfen und ärgert sich über den Selfie-Ansturm.

Massnahmen gegen Wohnkrise

Besonders prekär ist die Wohnsituation in Barcelona. Es gibt kaum noch bezahlbare Wohnungen. Die Mieten sind in den vergangenen zehn Jahren um fast 70 Prozent angestiegen. Die Stadt will nun aber radikal gegen die Wohnungskrise vorgehen. Kürzlich kündete der Stadtrat an, ab 2028 keine Ferienwohnungen für Touristen mehr zu erlauben. Dazu sollen in den nächsten fünf Jahren 10'000 Lizenzen für Touristenwohnungen entzogen werden.

«Die touristische Belastung der Stadt darf nicht weiter zunehmen», sagt Bürgermeister Jaume Collboni.

Ausserdem will Barcelona die Übernachtungssteuer von fünf auf 7,50 Euro erhöhen. Somit wäre dies die höchste Urlaubssteuer Spaniens. (lzo/cst)

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140 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Opossum2
08.07.2024 15:27registriert Januar 2022
Ein paar Auswüchse sollte man auch in Zürich verbieten. Ich spreche die Nutzung von Wohnungen als Airbnb oder Spekulationsobjekt an. Eine Wohnung sollte selbst bewohnt oder mit einem Dauervertrag vermietet sein. Airbnb kann man meinetwegen dort machen, wo keine Wohnungsnot herrscht.
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DN62
08.07.2024 16:00registriert November 2015
Geschäftsmodelle für Billigtourismus wie AirBnB in überlaufenen und mit prekärer Wohnungsnot verbieten, Billigfluglinien aus dem Flughafen Barcelona verbannen, keine Kreuzfahrtschiffe mehr andocken lassen. Busparkplätze rigoros bewirtschaften. Dann Anzahl Hotelzimmer einfrieren und dann gilt eben "s het solang s het". Ist ja beim Campen und bei gewissen Aktivitäten im Grand Canyon schon seit Jahren so und wie letztes Beispiel zeigt - mit dem Kapitalismus vereinbar.
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Ökonometriker
08.07.2024 15:03registriert Januar 2017
Man kann gegen die Regierung und ihre Politik sein, aber sich nicht gegen die Leute auf der Strasse. Oder sollen die Schweizer jetzt auch die EU-Migranten ärgern, da es ohne sie in Zürich keine Wohnungskrise gäbe? Wo würde das hinführen?
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