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Selenskyj warnt vor Schlag mit russischer Oreschnik-Rakete

epa12892026 Ukraine's President Volodymyr Zelensky attends a joint press conference with Italy's prime minister during their meeting at Palazzo Chigi in Rome, Italy, 15 April 2026. EPA/ANGEL ...
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.Bild: keystone

Selenskyj warnt vor russischer Oreschnik-Rakete und ruft Weltgemeinschaft zu Reaktion auf

23.05.2026, 19:29

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet nach den jüngsten Angriffen Kiews auf russische Ziele einen Vergeltungsschlag Moskaus mit der besonders gefürchteten neuen Oreschnik-Mittelstreckenrakete. «Unsere Nachrichtendienste haben Berichte über eingegangene Daten erhalten, einschliesslich von amerikanischen und europäischen Partnern, wonach Russland einen Schlag mit der Oreschnik-Rakete vorbereitet», teilte Selenskyj in den sozialen Netzwerken mit. Die Hauptstadt Kiew ist demnach auch in Gefahr.

Russland hat die ballistische Rakete mit besonders grosser Zerstörungskraft bereits zweimal in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine eingesetzt – einmal in der Grossstadt Dnipro im Südosten des Landes ohne Sprengköpfe und zuletzt im Januar in der Westukraine.

Selenskyj warnte vor einem möglichen kombinierten russischen Angriff mit verschiedenen Waffentypen. «Es ist wichtig, ab heute Abend verantwortungsvoll auf Luftalarme zu reagieren», appellierte er an seine Landsleute. «Der russische Wahnsinn kennt wirklich keine Grenzen, schützen Sie daher Ihr Leben – nutzen Sie Schutzbunker.»

Selenskyj ruft Weltgemeinschaft zu Reaktion auf

Zugleich rief Selenskyj die Weltgemeinschaft zu einer «präventiven Reaktion» auf. Was genau er damit meint, sagte Selenskyj nicht. Es dürfe aber nicht erst im Nachhinein reagiert werden, führte er aus. «Druck muss auf Moskau ausgeübt werden, damit es den Krieg nicht ausweitet», sagte Selenskyj. Die Ukraine werde ihre Luftverteidigung soweit wie möglich vorbereiten und reagieren.

«Dieser Krieg muss beendet werden – wir brauchen Frieden, keine Raketen, die die kranken Ambitionen eines Einzelnen befriedigen», sagte Selenskyj mit Blick auf Kremlchef Wladimir Putin, der seit mehr als vier Jahren einen zerstörerischen Angriffskrieg gegen das Land führt.

Reaktion auf tödlichen Schlag gegen Wohnheim angedroht

Putin hatte sein Verteidigungsministerium aufgefordert, eine Reaktion auf den ukrainischen Angriff auf ein Wohnheim in der Stadt Starobilsk im russisch besetzten Gebiet Luhansk vorzubereiten. Dabei starben nach russischen Angaben mindestens 18 Studentinnen und Studenten eines pädagogischen Instituts. Das ukrainische Militär erklärte dazu, Ziel sei eine auf Drohnenangriffe gegen die Ukraine spezialisierte russische Militäreinheit gewesen.

Die auch in Belarus von Moskau stationierte Oreschnik-Rakete (auf Deutsch: Haselstrauch) kann sowohl konventionelle als auch atomare Sprengköpfe tragen. Ihre extrem hohe Geschwindigkeit von bis zu 12'000 Kilometer pro Stunde und ihre Reichweite von bis zu 5'000 Kilometer machen sie zu einer potenziellen Gefahr für den gesamten europäischen Kontinent. (sda/dpa)

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quelle: keystone / bo amstrup
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