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epa07440548 An undated handout photo made available by Boeing shows a computer-generated image (CGI) of a Boeing 777X - 9 in blue Boeing livery (issued 15 March 2019).  EPA/BOEING / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA/BOEING

Boeing will Software innerhalb von zehn Tagen ändern



Der Flugzeughersteller Boeing will die Modernisierung einer möglicherweise fehlerhaften Software an Bord der 737-Max in den kommenden zehn Tagen abschliessen. Ein Flugzeug dieses Typs ist am Sonntag in Äthiopien abgestürzt.

Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus Branchenkreisen erfuhr, soll dann die Installation der veränderten Software für das sogenannte Trimmsystem MCAS nur zwei Stunden dauern.

Die Überarbeitung der Software hatte den Angaben zufolge bereits vor dem jüngsten Unglück begonnen. MCAS ist in den Verdacht geraten, für den Absturz am vergangenen Sonntag der Boeing 737 Max der Ethiopian Airlines mit 157 Toten verantwortlich zu sein.

Auch der vorherige und ähnlich verlaufene Absturz einer Maschine des gleichen Typs der Gesellschaft Lion Air im Oktober in Indonesien könnte durch einen Fehler in diesem System ausgelöst worden sein. Darauf deuten bisherige Untersuchungsergebnisse hin.

Unregelmässige Flugkurve

Beide Maschinen waren kurz nach dem Abflug abgestürzt. MCAS soll verhindern, dass der Schub der Triebwerke im Steigflug derart stark wird, dass sich die Maschine nicht mehr gerade ausrichten lässt. Beide Unglücksmaschinen waren nach dem Start mit äusserst unregelmässiger Flugkurve und -geschwindigkeit aufgestiegen, sanken anschliessend unkontrolliert ab und schlugen steil auf dem Boden auf.

Seit dem Unglück in Äthiopien sind weltweit Flugverbote für die Boeing-Maschinen des Typs 737 Max erlassen worden, darunter auch in den USA. Der US-Flugzeugbauer teilte am Donnerstag mit, vorerst diese Maschinen nicht mehr auszuliefern.

Für Boeing ist der Absturz ein schwerer Imageschaden, der den Konzern teuer zu stehen kommen könnte. 78 Prozent der Bestellungen in den Auftragsbüchern betreffen die «Max»-Familie. Rund hundert Airlines haben bereits mehr als 5000 Maschinen bestellt. (sda/apa/afp/kün)

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64
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64Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Stormrider 17.03.2019 19:19
    Highlight Highlight Ich empfehle den Artikel in der NZZ am Sonntag. Richard Aboulafia ist wohl einer der besten Kenner der Industrie. Dann vielleicht noch überlegen ob man am Montag nicht ein Paket Boeing Aktien kaufen sollte. Die emotionale Ueberreaktion der Börse würde eigentlich dazu einladen.
  • Fischra 16.03.2019 22:41
    Highlight Highlight Und das soll seriös sein? Dieses Update muss doch zuerst getestet werden bevor man jetzt voreilig wieder Menschenleben riskiert. Ich finde Boeing sehr gut. Jedoch ist dies jetzt ein Schnellschuss.
  • RalpH_himself 16.03.2019 13:36
    Highlight Highlight Hier ist ein Video von einem Piloten, der erklärt was dieses MCAS-System ist und wieso es bei den 373-MAX eingeführt wurde (auf Englisch).
    Wichtiges Vokabular:
    Pitch = Nase hoch/runter
    Stall = Strömungsabriss auf dem Flügel, wenn Pitch zu hoch (Nase zu hoch)
    Stabilizer trim = Automatische Kontrolle der Höhenruder am Heck, um im Flug den Pitch konstant zu halten. Sichtbar an den drehenden Rädern zwischen den Piloten. Dies wird vom MCAS kontrolliert und war beim Absturz der Lion Air die Ursache.
    Play Icon
  • Laesse 16.03.2019 12:57
    Highlight Highlight Wieso ist auf dem thumbnail eine 777? Da kommt man ja gar nicht mehr draus. Worum es im Artikel geht. Wenn man nur so durchscrollt.
    • The Destiny // Team Telegram 16.03.2019 13:41
      Highlight Highlight Lesen ist die Antwort.
  • Zeit_Genosse 16.03.2019 12:36
    Highlight Highlight Und wir stehen erst am Anfang von selbststeuernden Fahrzeugen.
    • DemonCore 16.03.2019 13:28
      Highlight Highlight Naja der menschliche track record ist jetzt nicht gerade überzeugend, gerade bei Strassenfahrzeugen. Da kann ich Automatisierung nur begrüssen. AI säuft nicht, postet nicht auf Facebook, wird nicht müde, muss nicht den obermacker raushängen, denkt nicht dass weil sie statt 120 130 fährt viel früher zuhaus ist und kann problemlos den Abstand einhalten.
    • road¦runner 16.03.2019 13:53
      Highlight Highlight @ DemonCore
      Tatsächlich werden autonome Fahrzeuge eher einen geringeren Abstand fahren aufgrund besserer Reaktion und vernetztem fahren.
      Bei den LKWs z.B. nennt man das Platooning.
    • DemonCore 16.03.2019 14:03
      Highlight Highlight Ja, macht ja nichts. Die haben sich ja im Griff, während der durchschnittliche menschliche Autobahnbenutzer einfach ein grenzenloser Egoist ist und sich minim überschätzt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jawolaufensiedenn 16.03.2019 12:26
    Highlight Highlight Ein Software Update! in 10 Tagen! So, so! Bei BMW ist mir das ziemlich gleichgültig. Aber bei einem Flieger - nie und nimmer kriegt man mich in so eine Kiste
    • Schlange12 16.03.2019 15:03
      Highlight Highlight Aber in einem BMW wo es auch nicht richtig ist. Oder wie soll man diese Post verstehen? Schon nur wenn man die Zeit bedenkt welche man im Vehicel verbringt. Dann sitz ich lieber in einem 737. Wenn man mit 60 gegen eine Posten fährt kann man auch tot sein.
  • curiosity_killed_the_cat 16.03.2019 11:36
    Highlight Highlight ein mechanischer konstruktionsfehler soll also erneut mit einem software-update behoben werden? da hab ich sehr grosse zweifel...
  • Eidg. dipl. Tütenbauer 16.03.2019 11:36
    Highlight Highlight Wenn da mal nur nicht die Chinesen oder Russen ihre Hände im Spiel haben um den Amis eins auszuwischen.
    • The Destiny // Team Telegram 16.03.2019 13:01
      Highlight Highlight @Dong, weshalb?
      Hätten Sie ja auch bei Airbus machen können?
    • smoking gun 16.03.2019 13:22
      Highlight Highlight @Fabulus Bong Dong: Aber klar doch, Russland/China wollen Boeing schwächen, damit Airbus profitieren kann.
    • Eidg. dipl. Tütenbauer 16.03.2019 13:50
      Highlight Highlight @ smoking gun

      Bei deinen spartanischen Schlussfolgerungen würdest du bei den Russen oder Chinesen ziemlich doof dastehen.

      @The Destiny

      Als ob die Russen/Chinesen nicht schon genug mit ihren langen Fingern in Europa rumwuseln würden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • amore 16.03.2019 11:33
    Highlight Highlight Boeing hatte doch bisher im Gegensatz zu Airbus die Philosophie der Pilot 👩‍✈️ fliegt und nicht die Software Ingenieure. Das ist wohl nun nicht mehr so.
    • antivik 16.03.2019 11:46
      Highlight Highlight Auch wenn der Pilot 100% fliegt braucht es zahlreiche Softwares...
    • Alnothur 16.03.2019 12:15
      Highlight Highlight Der Pilot sollte aber immer zu 100% die Kontrolle haben.
    • Joe Smith 16.03.2019 12:27
      Highlight Highlight 2 x falsch:
      – Auch die Boeings fliegen mit sehr viel Softwareunterstützung
      – Auch bem Airbus hat der Pilot das letzte Wort. Man sollte nicht einfach alles glauben, was Boeings PR-Abteilung in die Welt posaunt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der Kritiker 16.03.2019 11:21
    Highlight Highlight Schuldeingeständnis!
    • rüpelpilzchen 16.03.2019 13:23
      Highlight Highlight Liest sich wie ein Vorwurf.
    • Der Kritiker 17.03.2019 11:51
      Highlight Highlight poks, hier geht's um hunderte Tote. Wenn Boeing plötzlich mit Software Update kommt, nachdem alle Airlines ihre 737-Max grounden, dann ist was faul im Hause Boeing. Wenn alles gut ist, wäre ein Software Update zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig. Somit "Schuldeingeständnis" und angesichts der Toten ein Vorwurf!
  • Miikee 16.03.2019 11:17
    Highlight Highlight .
    Benutzer Bild
    • DemonCore 16.03.2019 13:18
      Highlight Highlight Ich habe gelesen die übersteuerung wurde gar nicht ausgebildet im difference training, da zeitbedarf = Geld = Kosten
    • Demo78 16.03.2019 13:57
      Highlight Highlight Gut geschrieben 👍
  • DonChaote 16.03.2019 11:14
    Highlight Highlight Gibt es keine möglichkeit, dass der pilot diese systeme ausschalten und selbst mehr übernehmen kann falls es unregelmässigkeiten gibt? Was muss das wohl für ein gefühl im cockpit sein?
    • flying kid 16.03.2019 11:51
      Highlight Highlight Doch sicher gibts die.
      Sind bei der 737 wenn ich mich nicht irre am Panel zwischen den Piloten angebracht.
      Das Flugzeug lässt sich sehr gut von A bis Z von Hand fliegen.
    • Alnothur 16.03.2019 12:15
      Highlight Highlight "Gibt es keine möglichkeit, dass der pilot diese systeme ausschalten und selbst mehr übernehmen kann falls es unregelmässigkeiten gibt?"

      Doch, gibt es. Wurde auch gemacht. Dann fliegt der Pilot aber effektiv ein Flugzeug, auf das er nicht geschult wurde. Und scheinbar hat das ziemlich überfordert...
    • DemonCore 16.03.2019 13:20
      Highlight Highlight I'm difference training, das Piloten von früheren 737 auf die MAX Umschulen sollte sei auf die MCAS Sache nicht eingegangen worden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DemonCore 16.03.2019 11:09
    Highlight Highlight Das Problem war nicht so sehr die Software selbst, als die Tatsache dass Boeing darauf verzichtete die Piloten über die im Vergleich zu früheren Modellen geänderte Software zu informieren und zu erklären wie sie übersteuert werden kann. Diese Risiken wurden schon im November erörtert und Boeing hat abgewiegelt. Das ist eine gefährliche Firmenkultur.
  • Lepidopteron 16.03.2019 11:03
    Highlight Highlight Mal unabhängig vom Imageschaden von Boeing.

    Wenn diese Abstürze einen direkten Zusammenhang haben zum Boeing Produkt und nicht auf weitere Fehler zurückzuführen sind.

    Was können die Familien der Opfer von dem Konzern erwarten, wie ist die Rechtslage?
    Wie werden die Flugaufsichtsbehörden (oder gibt es vielleicht andere Behörden?) ihre Prüfungen und Qualitätssicherungen dieser/neuer Maschinen und Software nochmal anpassen?
    • Stormrider 16.03.2019 14:58
      Highlight Highlight Bei einem katastrophalen Ereignis wie diesem rechnet man mit Schadenssummen von etwa 1 Mio CHF pro Passagier und dann noch die Kosten des Flugzeuges und den eventuellen Schaden am Boden dazu. Also etwa eine halbe Milliarde. Entsprechend sind die Firmen versichert. Es gibt kaum solche Ereignisse, die nur auf einen Fehler zurückzuführen sind. Meist liegen ein oder zwei technische Fehler und ein menschliches Versagen vor. Diese führen dann zu einer Katastrophe wenn sie sich addieren. Der Unfallbericht wird Klarheit schaffen.
  • Triple A 16.03.2019 10:59
    Highlight Highlight In 10 Tagen? Was ist mit Analysen, gründlicher Neuprogrammierung und Tests? - Nicht gerade vertrauenserweckend!
    • Triumvir 16.03.2019 11:09
      Highlight Highlight Genau, das ist nicht gerade vertrauenserweckend...aber Geld 💰 ist offenbar wichtiger als Sicherheit....
    • dmark 16.03.2019 11:33
      Highlight Highlight Mein Gedanke. Wenn es Softwareänderungen gibt, muss man diese erst mal prüfen, weil dabei gerne auch mal andere Funktionen, gerade in komplexen Programmen nicht mehr richtig laufen könnten.
      Zehn Tage erscheinen mir dafür auch zu wenig.
    • Stormrider 16.03.2019 11:50
      Highlight Highlight Die Software für solche Systeme ist nach DAL A reguliert. Es gibt keine strengere Regulierung für Software auf der Welt. Der Zeitraum von 10 Tagen ist machbar wenn das Problem schon verstanden wurde. Auf jeden Fall wird die Luftfahrtbehörde alle Tests überprüfen und absegnen müssen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • acki_ 16.03.2019 10:36
    Highlight Highlight «MCAS soll verhindern, dass der Schub der Triebwerke im Steigflug derart stark wird, dass sich die Maschine nicht mehr gerade ausrichten lässt.»

    Das ist falsch. Es geht um den Anstellwinkel und Angle of attack der Triebwerke. Zudem hat der Max8 eine eher kritische Schwerpunktlage.

    Gruss von einem Pilot 😉

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