Wirtschaft
EU

Wegen Grönland-Streit: EU wartet bei Zolldeal mit USA ab

Wegen Unklarheit bei Grönland-Abkommen: EU-Parlament wartet bei Zolldeal ab

22.01.2026, 19:2922.01.2026, 19:29

Trotz der Rücknahme der Zollandrohung von US-Präsident Donald Trump gegen europäische Länder bleibt es im EU-Parlament vorerst bei dem Umsetzungsstopp des im vergangenen Jahr vereinbarten Zollabkommens mit den USA.

Wie es mit dem Abkommen weitergehe, könne man erst beurteilen, wenn es Details zu der von Trump angekündigten Rahmenvereinbarung über Grönland und die Arktisregion gebe, teilte der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange, mit.

«Für unsere Handelsbeziehungen und die damit verbundene Investitionsentscheidungen brauchen wir Sicherheit und Planbarkeit und keine Achterbahn.»
EU-Handelspolitiker Bernd Lange

Die zukünftige Grönland-Vereinbarung hatte Trump zur Begründung seines Kurswechsels angeführt. Sie soll während eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte entstanden sein. Laut EU-Handelspolitiker Lange sind nur Umrisse bekannt. Es gelte, genau zu prüfen, inwiefern die Vereinbarung wirklich zustande komme und die Souveränität der EU wahre. Erst dann könne beurteilt werden, wie es mit dem US-Zollabkommen weitergeht, so Lange.

«Der Handelsausschuss des Europaparlaments wird sich schon am Montag wieder mit dem Thema beschäftigen und über den weiteren Fahrplan beraten», teilte Lange mit. «Für unsere Handelsbeziehungen und die damit verbundene Investitionsentscheidungen brauchen wir Sicherheit und Planbarkeit und keine Achterbahn», hiess es von dem SPD-Europaabgeordneten.

Sonderzölle und Strafzölle

Das Europäische Parlament hatte die Arbeiten zur Umsetzung des Zollabkommens am Mittwoch formell auf Eis gelegt. Geplant ist eigentlich unter anderem, dass Industriegüter aus den USA künftig zollfrei in die EU eingeführt werden können. Im Gegenzug für diese EU-Zusagen verzichtete US-Präsident Trump im vergangenen Sommer unter anderem auf die Einführung von Sonderzöllen.

Vergangene Woche kündigte er aber Strafzölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus Deutschland und sieben anderen europäischen Staaten an. Er wollte damit den Widerstand gegen einen Verkauf der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland an die Vereinigten Staaten brechen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Donald Trump in der Schweiz
1 / 12
Donald Trump in der Schweiz

Am Mittwochmittag ist der US-Präsident Donald Trump in Zürich gelandet.

quelle: keystone / evan vucci
Auf Facebook teilenAuf X teilen
WEF: Trump kritisiert Karin Keller-Sutter
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
5
Amazon-Chef am WEF: Trump-Zölle «kriechen» langsam in die US-Preise
Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trumps lässt Amazon-Chef Andy Jassy zufolge die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten allmählich steigen. Die Händler gingen auf unterschiedliche Weise damit um.
Der weltgrösste Online-Händler und die auf der Plattform aktiven Händler hätten im vergangenen Jahr zwar erhebliche Warenbestände aufgebaut, bevor die Zölle in Kraft traten, sagte Jassy dem TV-Sender CNBC beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Diese Reserven seien jedoch im Herbst ausgegangen. Damit «kriechen» die Zölle nun auch in die Preise einiger Waren, wie er es formulierte.
Zur Story