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Weisse Flecken auf der Landkarte: Afrika ist für Uber noch weitgehend Terra Incognita. bild: watson/screenshot

UberEverything: Uber liefert bald auch Essen und Waren – als Versuchskaninchen muss ausgerechnet Afrika herhalten

Mit UberEverything bricht der Taxi-Vermittlungsdienst zu neuen Ufern auf: Essenslieferungen, Kurierdienste, Warentransporte. Das erste Versuchsfeld ausserhalb der USA ist Afrika.



In über 400 Städten auf der ganzen Welt ist der strenge schwarze Schriftzug mit den vier Buchstaben präsent. Nicht auf den Fahrzeugen, nicht auf Werbebannern, aber auf den Smartphones von Millionen Sharing-Economy-Teilnehmern.

Nur gerade 11 der 400 Städte befinden sich in Afrika, dem nach Asien bevölkerungsreichsten Kontinent: in Ägypten, Südafrika, Kenia, Nigeria, Marokko. In Ghanas Hauptstadt Accra fuhren vor kurzem die ersten Ubers auf und in Kampala (Uganda) kurven die anonymen Fahrzeuge ebenfalls seit einigen Tagen durch die Strassen.

Trotzdem: Anstatt in die Breite zu wachsen, will Uber seine Expansion auf dem Schwarzen Kontinent vertikal vorantreiben. 

FILE - In this Tuesday, April 14, 2015 file photo, drivers sit in queues of traffic on a highway in downtown Nairobi, Kenya during protest against Uber taxis. The ride-hailing Uber company said in Johannesburg Thursday, May 26, 2016 that it plans to start operating in the capitals of Ghana, Uganda and Tanzania withing a month. (AP Photo/Sayyid Azim, File)

Uber stösst nicht nur auf Gegenliebe: Korso-Protest in Nairobi, Kenia. Bild: Sayyid Azim/AP/KEYSTONE

Wie Ubers Sub-Sahara-Geschäftsführer Alon Lits vor einigen Tagen bekanntgab, soll das Unternehmen nicht mehr nur Taxi-Dienst sein, sondern auch andere Wirtschaftszweige umfassen, zum Beispiel Kurierservice (UberRush), Essenslieferungen (UberEats) und Warentransporte. 

Versuchsfeld für die Einführung der neuen Dienste in Afrika ist die stärkste Volkswirtschaft auf dem Kontinent: Südafrika. Geht es nach Lits, soll es bis Ende Jahr möglich sein, über die Uber-App nicht nur Kurierfahrten und Warenlieferungen, sondern auch Mahlzeiten zu bestellen. 

Ubers Vorteile

Die neuen Dienstleistungen fasst Uber unter dem Namen UberEverything zusammen. Der Name ist Programm: Über kurz oder lang will Uber für die On-demand-Economy das sein, was Valon Behrami für die Schweizer Nationalmannschaft ist: ein allzeit bereiter, verlässlicher Partner, der das ganze Feld beackert. Und zwar nicht nur in Afrika. 

In verschiedenen US-Städten kann man den Service bereits jetzt nutzen: In San Francisco, Los Angeles, Chicago und New York spannt Uber mit Restaurants und Take-Away-Shops zusammen, um Mahlzeiten auszuliefern. 

Wer sein Leben in die Hände eines Fahrers legt, wird nicht zögern, ihm auch die Pizza Hawaii und den Bund Lauch anzuvertrauen.

Der Vorteil von Uber: Als Mammutkonzern (Wert: 62,5 Milliarden US-Dollar), mit Abstand grösster Player im Personenbeförderungs-Segment und weltweit aktiv (mehr als 440 Städte in über 70 Ländern) sind die Voraussetzungen für eine Expansion auf andere Geschäftsfelder optimal. Paul Barter, Autor des Buchs «The Uber of Everything», drückt es so aus: «Uber muss nur seine App updaten und wenn die Leute die App am nächsten Tag öffnen, poof, ist es auch ein Essenslieferdienst». Kein Wunder, sieht Uber die Konkurrenz – vor allem einheimische Startups – im Rückspiegel.

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In diesen Ländern ist Uber vertreten – in Afrika sind vor kurzem Kampala (Uganda) und Accra (Ghana) hinzugekommen.
bild: screenshot

Auf diesen bestehenden Strukturen will Uber in Südafrika nun aufbauen: «Alles was wir erschaffen, erschaffen wir an der Spitze einer Plattform, die es bereits gibt», sagt Jason Droege, Leiter von UberEverything. Keine Grass-roots-Prozesse, sondern top-down gesteuert. Die entscheidende Zutat: Vertrauen. «Es braucht nicht viel Überzeugungsarbeit, um zu sagen: Hey, wenn ihr uns vertraut, euch herumzukutschieren, werdet ihr uns auch vertrauen, euer Essen schnell, effizient und billigt zu euch zu liefern?». Auf die rhetorische Frage Droeges erübrigt sich eine Antwort. Wer sein Leben in die Hände eines Fahrers legt, wird nicht zögern, ihm auch die Pizza Hawaii und den Bund Lauch anzuvertrauen.

Dass Uber die grossen Versuchsballons ausserhalb der heimischen Scholle ausgerechnet am Kap der Guten Hoffnung startet, ist einerseits mit spezifischen ökonomischen Voraussetzungen des Landes zu erklären: Eine relativ breite Mittelschicht, die On-the-go-Angebote nutzt und ein E-commerce-System, das sich wachsender Beliebtheit erfreut.

Fahrdienst Uber

Anderseits könnte die Fokussierung auf Südafrika auch damit zusammenhängen, dass das Geschäft in den anderen Ländern eher harzig läuft. In Ägypten und Kenia löste der Uber-Einfall massive Proteste der lokalen Taxi-Branche aus, in Nairobi wurden mindestens zwei Uber-Fahrzeuge abgefackelt – in einem Fall befand sich der Fahrer noch im Wageninnern. (wst)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • The Host 16.06.2016 19:55
    Highlight Highlight Uber funktioniert vor allem weil sie preislich konkurenzfähig sind. Sie können günstiger als die Konkurrenz sein, weil sie sich mit einem faulen Trick aus der Verantwortung der Sozialversicherungen ziehen. Das Geld, das Uber verdient, sind eigentlich die Renten und Versicherungsleistungen der Arbeitenden. Dieses Geld wird einmal fehlen und dann muss die Gesellschaft dafür aufkommen. Wiedereinmal die Bereicherung von Einzelnen auf die Kosten von Vielen. Uber, Fuck off!
  • Ürsu 16.06.2016 15:25
    Highlight Highlight Die Krux mit den amerikanischen Konzernen ist, dass sie einfach immer alles beherrschen und kontrollieren wollen. Das zieht sich durch die ganze industrielle Geschichte dieses Landes.
    • Prof.Farnsworth 16.06.2016 15:31
      Highlight Highlight weil sie können! Innovative Geschäftsmodelle und unmengen an Kapital machens möglich...
    • Prof.Farnsworth 16.06.2016 15:46
      Highlight Highlight das mit der Innovationskraft musst du ihnen aber lassen!
    • Prof.Farnsworth 16.06.2016 17:49
      Highlight Highlight naaaaaja also da lehnst du dich einbischen weit aus dem Fenster was?;-)
  • Prof.Farnsworth 16.06.2016 13:58
    Highlight Highlight "Weisse Flecken auf der Landkarte: Afrika ist für Uber noch weitgehend Terra Incognita."

    Ist die Schweiz ja auch -.-
    • Hackphresse 16.06.2016 14:22
      Highlight Highlight Würd ich jetzt nicht behaupten.
      Die Bevölkerungsreichsten Regionen (ubers standard Markt. Das sieht in den usa nämlich nicht anders aus bei kleineren Städten) ist gut abgedeckt.
    • Prof.Farnsworth 16.06.2016 15:40
      Highlight Highlight also wenn man in der Schweiz mit Uber anfängt, muss man es in jeder Stadt einführen. (Betonung auf Stadt) So nahe wie unsere Städte liegen mit einer relativ hohen Bevölkerungsdichte ist doch das auch zumutbar.
      Gründe weshalb nicht? Kantonale Gesetze vielleicht?

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