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«Wir machen das dicht»: Apple attackiert Facebook



BERLIN, GERMANY - FEBRUARY 24:  A visitor snaps a photo of the Facebook

Bild: Getty Images Europe

Apple legt sich mit Facebook an: Der iPhone-Konzern erschwert dem weltgrössten Online-Netzwerk den Zugriff auf Nutzerdaten in seinem Webbrowser Safari. «Wir haben alle schon mal diese ‹Like›- und ‹Teilen›-Buttons sowie Kommentar-Felder gesehen», leitete Apples Software-Chef Craig Federighi seine Erläuterungen ein.

Und stach dann schnell zu: «Nun, es stellt sich heraus, dass diese auch dazu verwendet können, Ihnen nachzuspähen. Heute machen wir das dicht.» Der Vorstoss kann für Facebook mehr als nur ein Nadelstich sein, denn Safari läuft nicht nur auf Apples Mac-Computern, sondern ist auch der meistgenutzte Webbrowser auf dem iPhone.

Konkret wird es ab Herbst so laufen, dass Safari-Nutzer eine Warnmeldung angezeigt bekommen, wenn sie Websites besuchen, die «Like»-Buttons haben oder auch ihre Kommentar-Funktion mit Facebook-Login betreiben. Dann können sie entscheiden, ob sie eine Datenfreigabe gewähren wollen. Bisher passiert der Datenaustausch einfach unbemerkt im Hintergrund. Die Wahrscheinlichkeit, dass viele bei einer direkten Frage auf «Nein» klicken, ist gross.

Dorn im Auge

Websites bauen «Like»-Buttons ein, weil sie auf einen Nutzerzustrom aus dem Online-Netzwerk hoffen. Vielen Datenschützern sind die Knöpfe mit hochgestrecktem Daumen schon lange ein Dorn im Auge, weil sie Facebook letztlich eine Liste aller Seiten, die man besucht hat, liefern können.

Apple betonte schon immer gern, der Konzern mache seine Gewinne vor allem mit Hardware wie iPhones und müsse daher kein Geld mit Daten verdienen. Im Gefolge des Datenskandals um Cambridge Analytica stichelte Apple-Chef Tim Cook zuletzt aber auch direkt gegen Facebook.

Auch Apple hätte eine Menge Geld mit den Daten der Kunden verdienen können, habe sich aber bewusst dagegen entschieden, gab Cook bei einem Auftritt im März zu bedenken. Und auf die Frage, was er denn in der aktuellen Lage von Facebook-Chef Mark Zuckerberg tun würde, hakte Cook ab: «Ich würde gar nicht erst in dieser Situation sein.» Die Nutzer seien bei Facebook das Produkt für Werbekunden, sagte der Apple-Chef und schloss sich damit der Wortwahl vieler Datenschutz-Aktivisten an. Zuckerberg schmeckte das nicht und er tat Cooks Äusserungen als «extrem aalglatt» ab.

Gangart verschärft

Die Apple-Ankündigungen folgen auch noch auf einen Bericht der «New York Times», denen zufolge Apple, Samsung und andere Smartphone-Anbieter Sonder-Vereinbarungen mit Facebook hatten, die ihnen erweiterten Zugriff auf Nutzer-Daten ermöglichten. Cook betonte in einem Interview des Senders NPR, damit sei es nur darum gegangen, Facebook-Funktionen umzusetzen. Apple habe von Facebook «null» Daten erhalten.

Über Facebook hinaus verschärft Apple auch insgesamt die Gangart gegenüber der Online-Werbebranche. Bereits im vergangenen Jahr bekam Safari einen Schutz dagegen, dass nach einem Website-Besuch zum Beispiel in einem Online-Shop penetrante Werbeanzeigen zum angesehen Produkt den Nutzer quer durchs Netz verfolgen. Diese Funktion wurde jetzt noch einmal mit besserer Anonymisierung verbessert. «Die Datenfirmen sind clever und erbarmungslos», erklärte Federighi den Schritt ohne einen Hauch von Ironie. (awp/sda/dpa)

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26
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gogl Vogl 06.06.2018 08:18
    Highlight Highlight Wenn Apple jetzt noch seine soziale Verantwortung in Sachen Steuergerechtigkeit wahrnehmen würde, wäre ich recht zufrieden aber anderen eins auf die Mütze geben lenkt bloss von sich selbst ab. So scheint auch dies ein blosser Image-Move zu sein und sonst nichts als heisse Luft.

    Erzählt mir nicht, dass Apple von der ganzen Datenklauberei nichts gewusst haben soll.

    Heuchelei und Expansionsbegehren in einem perfekten Paket als Werbung verschnürt. That's it.
  • chrimark 05.06.2018 18:14
    Highlight Highlight Wer immer und überall alles liken und anklicken muss, braucht sich dann auch nicht zu wundern. Zuerst Nachdenken bevor man klickt hilft mehr als jedes Datenschutz- und Sicherheitsgadget.
    • Pachyderm 05.06.2018 21:23
      Highlight Highlight Die ganzen Socialmedia-Plugins tracken dich auch wenndu sie nicht anklickst.
    • ralck 05.06.2018 22:50
      Highlight Highlight Die Daten werden gesammelt, sobald auf einer Website einen Like-Button erscheint. Nix liken/sharen/kommentieren.

      Also auch auf den XXX-Seiten die du ab und an besuchst, werden Facebook-Daten gesammelt ;-)
    • Ecoliat 05.06.2018 23:00
      Highlight Highlight Beim Like-Button erfährt Facebokk aber sowieso, dass du die Seite besucht hast 😕, auch wenn du den Like-Button nicht anklickst
  • Charlie B. 05.06.2018 18:13
    Highlight Highlight „Internet Friends“ you blocked me on facebook? Now ...

    Play Icon
  • YvesM 05.06.2018 18:13
    Highlight Highlight Und wer schützt uns vor Apple? 🤔
  • DomKi 05.06.2018 18:08
    Highlight Highlight Au ja, Facebook versenken !!
  • My Senf 05.06.2018 17:50
    Highlight Highlight Ebe
    War eigentlich die „Sensation“ gestern!

    Die ganze Aufmerksamkeit gilt Apple

    Nur watson & co können sich von den Buttons des fb Konzerns nicht lösen...
  • mrmikech 05.06.2018 17:29
    Highlight Highlight Wann du kein vpn benutzt können swisscom, sunrise, upc, etc auch alles mitlesen, und sind auch verpflichtet die daten zu speicher.
    • Filzstift 05.06.2018 19:36
      Highlight Highlight Https?
    • Mafi 05.06.2018 21:10
      Highlight Highlight Geht nicht wenn du https gebrauchst. Nur was via http gesebdet wird kann der Anbieter mitlesen. Plus natürlich die dns Anfragen, aber siehe dns via https (DoH), ist Firefox mut cloudflare am aufbauen.
    • virus.exe 05.06.2018 21:49
      Highlight Highlight Verstehe die Blitzer nicht. Das sind Tatsachen.
  • CASSIO 05.06.2018 17:20
    Highlight Highlight und die user glauben an die gutmenschen. macht Euch nicht lächerlich. apple wie fb machen daten zu geld.
    • Dan Ka 05.06.2018 20:37
      Highlight Highlight Einen wesentlichen Unterschied gibt es aber. FB und Google‘s Produkt sind die User. Beide wollen Werbung verkaufen. Apple will Geräte verkaufen. Da vertrau ich doch eher auf zweiteres als bspw. „Gratis“ Android.
    • Ueli der Knecht 05.06.2018 22:22
      Highlight Highlight Im Grund streiten sie sich wie kleine Kinder um den Kuchen. Beide wollen den ganzen für sich. Teilen? Nada!

      Übrigens hat Zuckerberg damit angefangen.

      Bisher wussten wir nicht, dass Facebook mit Apple, Samsung und andere Gerätehersteller Partnerschaften pflegte, um sie mit Extra-Daten zu bedienen (https://nyti.ms/2kRnrMK).

      Nachdem das kürzlich aufgeflogen ist, behauptet Heucher Zuckerberg: "We’re winding down access to them. We’ve already ended 22 of these partnerships."
      https://newsroom.fb.com/news/2018/06/why-we-disagree-with-the-nyt/

      Apples Rache brauchte keine drei Tage.

      Kinder!
  • theluke 05.06.2018 16:23
    Highlight Highlight Jaja aber selber daten von facebook kaufen. Guter marketing gag
    • Asmodeus 05.06.2018 16:48
      Highlight Highlight Die Anzahl Blitze die Du dafür bekommen hast zeigen, dass dieser Marketinggag funktioniert.
    • Raffaele Merminod 06.06.2018 07:17
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Raffaele Merminod 06.06.2018 10:09
      Highlight Highlight Ich weiss nicht was ich "sachlicher" formulieren soll, liebe Redaktion?
      Es ist doch seltsam, das der Kommentar von "theluke" so viele Blitze erhält, obwohl er nur Fakten erwähnt, aber der von "Asmodeus" so viel Zustimmung erhält, obwohl er die Aussage von "theluke" bestätigt?
      Ist doch eigentlich Wiedersprüchlilch.
  • What’s Up, Doc? 05.06.2018 16:11
    Highlight Highlight Ist ja gut und recht aber egal ob Amazon, Apple, Google oder Windows, jeder hört mit. Auch wenn sie von super Datenschutz auf ihren Servern reden, was zwischen unseren Geräten und deren Servern passiert kann niemand garantieren.
    • todesnachti 05.06.2018 16:29
      Highlight Highlight Absolut garantieren nicht, aber dafür sorgen, dass es einen supercomputer Jahrzehnte beschäftigt den Inhalt herauszufinden, ist schon möglich.
    • Posersalami 05.06.2018 18:07
      Highlight Highlight Darum verschlüsselt man den Datenverkehr. Dann wirds auch für eine NSA schwer mitzulesen, zumindest so lange es noch keinen Quantencomputer gibt.
  • Posersalami 05.06.2018 16:11
    Highlight Highlight Nice, wieder 1-2 Erweiterungen für den Browser weniger die ich installieren und pflegen muss!

    Es ist schon abartig, welchen Aufwand man betreiben muss um den Datenkraken das Sammeln wenigstens zu erschweren oder punktuell zu verunmöglichen. Das endlich mal einer was gegen diese Seuche tut finde ich toll!

    Danke, Apple!
    • Alnothur 05.06.2018 22:22
      Highlight Highlight Öhm, was für einen Berg von Erweiterungen benutzt du denn? Ich habe Privacy Badger, der kümmert sich um alles...
    • Posersalami 05.06.2018 23:33
      Highlight Highlight @ franzfifty: Dann klären sie bitte mich auf.

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