Eigentlich herrschen im Park City Mountain Resort, dem grössten Skigebiet der USA, aktuell traumhafte Pistenbedingungen. Doch seit den Feiertagen sind nur 26 der 41 Lifte in Betrieb und lediglich ein Drittel der rund 350 Pisten ist offen. Der Grund: Die Pistenrettungskräfte («ski patrollers») fordern bessere Arbeitsbedingungen und legten das luxuriöse Skigebiet mit ihrem Streik in der wichtigen Ferienzeit regelrecht lahm.
Normalerweise sorgen die Pistenrettungskräfte für die Sicherheit auf den Pisten, indem sie das Gelände überwachen, umgestürzte Bäume entfernen, verletzte Skifahrer ins Tal bringen und die Lawinengefahr im Blick behalten.
Statt ihren gewohnten Service zu leisten, fordern sie seit dem 27. Dezember eine Lohnerhöhung von 21 auf 23 Dollar pro Stunde, wie die Agentur Associated Press berichtet.
Die Gewerkschaft der «Ski Patroller» verhandelt bereits seit März und fordert eine Anpassung der Löhne an die Inflation seit 2022. Sie argumentiert, dass in der teuren Region Park City ein existenzsichernder Mindestlohn eher bei 27 Dollar liegen sollte. Die Streikenden halten eine Lohnerhöhung für «unverzichtbar für die Gesundheit, Sicherheit und Vitalität der Stadt» und werfen der Betreiberin des Skigebiets vor, unfaire Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Die Streikenden sind nicht allein mit ihrem Unmut. Laut newsweek.com unterstützen zahlreiche Skigäste die Forderungen in den sozialen Medien. In einem Video auf X skandiert eine Gruppe Skiurlauber: «Zahlt eure Angestellten!»
Diese Solidarität kommt nicht von ungefähr: Schliesslich kostet eine Tageskarte im Park City Mountain Resort bis zu 300 Dollar. Damit ist es gemäss einer Auswertung vom Dezember 2023 das teuerste Skigebiet der Welt. Viele Gäste zeigen Verständnis für die «Patroller» und kritisieren, dass bei solchen Preisen auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter angemessen berücksichtigt werden sollten.
We've entered week two of the Park City ski patrol strike
— Morning Brew ☕️ (@MorningBrew) January 6, 2025
Ski Patrollers Association:
- 204 members
- Asking for base hourly wage increase $21 --> $23
- Would cost Vail Resorts $900,000 per year
Vail Resorts has an estimated value of $10 billion pic.twitter.com/9z14Ea7aMs
Die Kritik richtet sich an die Unternehmung Vail Resorts, die Betreiberin des Skigebiets. Vail Resorts ist in der Branche mit weltweit 42 Skiresorts ein Gigant und bezeichnet sich selbst als «weltweit grössten Betreiber von Bergresorts».
Die Unternehmensleitung hat den Streikenden im Rahmen der Streikverhandlungen eine Lohnerhöhung von rund 4 Prozent angeboten – was einer Erhöhung von etwa einem Dollar pro Stunde entspricht. Das Unternehmen argumentiert, dass die Löhne des Pistenpersonals bereits vor zwei Jahren um rund 50 Prozent erhöht wurden – von 13 auf 21 Dollar pro Stunde.
Zu wenig, finden die Streikenden. Die Geschäftsführerin der Gewerkschaft sagte gegenüber CNN, mit 21 Dollar pro Stunde «könne in einer Bergstadt niemand leben». Eine Einigung zwischen Vail Resorts und der Gewerkschaft ist aktuell nicht in Sicht. Beim letzten Streik vor knapp zehn Jahren dauerten die Verhandlungen ganze 18 Monate, bis ein Vertrag zustande kam.
Im Sommer 2022 übernahm Vail Resorts sein erstes Skigebiet in Europa – Andermatt-Sedrun. Im Jahr darauf folgte Crans-Montana als zweites Schweizer Gebiet. Die Expansion geht stets mit grossen Versprechungen und Investitionsankündigungen einher. Dabei übernimmt der US-Konzern nicht nur die Bergbahnen, sondern häufig auch Sportgeschäfte, Skischulen, Hotels und Restaurants in den Gebieten.
Vor allem in den USA, wo das Unternehmen 37 Skigebiete betreibt, gab es in den letzten Jahren wiederholt Kritik an den Geschäftspraktiken von Vail Resorts. Medien berichteten von hohen Ticketpreisen, schlechten Arbeitsbedingungen und der Verdrängung lokaler Geschäfte.
Auch in Andermatt gab es bei der Übernahme ähnliche Befürchtungen. Diese haben sich bisher aber noch nicht bestätigt. Ein Tagesticket in Andermatt kostet weiterhin 89 Franken – ein deutlicher Unterschied zu den Preisen in den übrigen Vail-Skigebieten.
Ich find's ja immer wieder höchst amüsant aber auch genauso tragisch, dass genau dass die Agenda der Rechten (inkl. SVP) ist: Ans Ausland verscherbeln, noch mehr Kohle für die Reichen generieren, die Unterschicht ausnutzen bis zum Gehtnichtmehr und Billigstarbeiter aus dem Ausland importieren, die man noch mehr ausnutzen kann. Also faktisch die Wiedereinführung der Versklavung.
Und das Volch glaubt dann ernsthaft dass sie sich für die Arbeiter einsetzen und das Inland einsetzen.
Schon nur:
«lediglich ein Drittel der rund 350 Pisten sind offen»
sollte so Manchen die Augen ein bisschen öffnen und das Überdenken des eigenen Tuns unterstützen.
Eigentlich.
Wird es wohl leider nicht …