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A general view shows the nuclear power plant KKW Beznau of Swiss energy company Axpo near the northern Swiss village of Beznau July 18, 2015.    REUTERS/Arnd Wiegmann

AKW Beznau. Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Riskante Expansionspläne? Die Axpo drängt in die USA – und der Kreis der Skeptiker wächst

Die Axpo hat Expansionspläne. Der Konzern sieht Wachstumspotenzial in den Vereinigten Staaten. Das missfällt nicht nur Politikern aus dem linken Lager. Auch Bürgerliche kritisieren die Strategie.



Die Axpo will ihre Präsenz im Stromhandel ausbauen. Mit dem Segen des Verwaltungsrats hat der Konzern entschieden, im Geschäftsjahr 2015/16 in die USA zu expandieren, auf die Regionalmärkte von Texas und im Nordosten des Landes. 

Wie der Tages-Anzeiger am Montag berichtet, ortet die Axpo ein «klares Wachstumspotenzial» bei den sogenannten Origina­tionsgeschäften, also Energiedienstleistungen. Dazu gehöre, für Grosskunden und Stromproduzenten individuelle Lösungen für die Vermarktung und Beschaffung von Strom, Gas und Energiezertifikaten anzubieten. Ergo, mehr Finanzmarkttransaktionen (wo natürlich auch Banken mitspielen) statt klassischer Lieferaufträge.

«Nicht Aufgabe eines Staatsbetriebes»

Das sei hoch riskant, sagt der SVP-Kantonsrat Hans-Peter Amrein gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Da die Axpo ein faktischer Staatsbetrieb sei, müssten die Kantone, also die Steuerzahler finanziell dafür geradestehen, «wenn ein wirklich grosser Fehler passieren sollte». Amrein will im Kantonsrat eine Interpellation einreichen. 

Amrein ist nicht der einzige, der die Expansionspläne der Axpo kritisch beäugt. Während vor allem linke Politiker dem Konzern vorwerfen, die Energiewende zu torpedieren, weil die Axpo an den Atomkraftwerken Beznau I und II festhält, wächst die Skepsis aus dem bürgerlichen Lager.

«Es ist sicher nicht Aufgabe eines Staatsbetriebs, solche Geschäfte zu machen», sagt etwa Herbert Huser, Präsident der SVP St.Gallen gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Auch sein Parteikollege Markus Müller mahnt, die Axpo solle «die Finger davon lassen». Und der Thomas Schwager, Präsident der Grünen St.Gallen, sähe es lieber, wenn die Axpo den Schweizer Markt entwickelte und zwar in Richtung der Energiewende. Die Energieversorgung sei ebenso systemrelevant wie eine Grossbank.

Die Axpo versichert derweil, die finanziellen Risiken ihrer Expansion seien gering, sie gehe nicht unkontrolliert hohe Risiken ein, sondern werde organisch wachsen. (dwi)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tatwort 10.08.2015 09:55
    Highlight Highlight "Organisch wachsen" - schon klar. Primär werden die Provinz-CEOs in der Schweiz von ein paar juristisch ausgebufften Amis über den Tisch gezogen werden, woraufhin die Steuerzahler die Zeche berappen dürfen.
    Wer schon mal den Strommarkt USA angeschaut hat, wird die Finger davon lassen. Rentabel sind dort allenfalls Kleinkraftwerke, die direkt vor Ort liefern. Selbst im Südsudan ist die Stromversorgung besser organisiert als in den USA.

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