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Verwaltungsratspraesidentin Monika Ribar spricht waehrend der Bilanzmedienkonferenz der SBB, am Dienstag, 21. Maerz 2017 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Sie verantwortete als Verwaltungsrätin heikle Geschäfte einer umstrittenen Firma mit: SBB-Präsidentin Monika Ribar. Bild: KEYSTONE

So funktionierte die heikle Angola-Connection von SBB-Präsidentin Monika Ribar



In den 13 Millionen, von Journalisten aus der ganzen Welt ausgewerteten Dokumenten mit dem Namen «Paradise Papers», taucht auch der Name von Monika Ribar auf. Sie ist seit letztem Jahr SBB-Präsidentin. Ihr Name taucht laut Tages-Anzeiger im Zusammenhang mit demjenigen des schweizerisch-angolanischen Geschäftsmannes Jean-Claude Bastos auf.

Im Mai 2015 trat Ribar, damals schon Vizepräsidentin des SBB-Verwaltungsrats, in den Verwaltungsrat der Capoinvest Limited ein. Diese Firma von Jean-Claude Bastos ist auf den Britischen Jungferninseln domiziliert. Sie steht hinter der Finanzierung des Baus eines Tiefseehafens in der angolanischen Provinz Cabinda.

Jean-Claude Bastos Geschäftsmann Schweiz Angola

Umstrittener Geschäftsmann: Jean-Claude Bastos. Bild: wikimedia commons

Das Heikle an diesem Geschäft: Ein Teil der Finanzierung für den Hafen stammt aus Geldern des 5 Milliarden schweren Staatsfonds des ölreichen Angola, dem «Fundo Soberano». Die Verwaltung dieses riesigen Fonds hat der angolanische Staat in die Hände der Quantum-Global-Gruppe mit Hauptsitz in Zug gelegt. Hinter der Firma steckt Jean-Claude Bastos.

Er ist ein guter Freund des Chefs des Staatsfonds: José Filomeno dos Santos. Dieser ist der Sohn des im August 2017 zurückgetretenen Staatspräsidenten José Eduardo dos Santos. Dos Santos hatte das Land zuvor während 38 Jahren ununterbrochen regiert.

Ribar soll 100'000 Dollar verdient haben

Als Verwalter des Staatsfonds verdiente der Schweiz-Angolaner Bastos so viel, dass er sich alleine in den Jahren 2014 und 2015 Dividenden in der Höhe von 41 Millionen Dollar auszahlen konnte. Zusätzlich zu den Dividenden profitierte Bastos vom «Fundo Soberano», indem er hunderte Millionen in seine eigenen Projekte investierte. Für den Bau des Tiefseehafens in Cabinda – für deren Finanzierung wie eingangs erwähnt die Capoinvest Limited mit Verwaltungsrätin Monika Ribar verantwortlich war – wurden 180 Millionen Dollar des «Fundo Soberano» gesprochen. 

Gegenüber dem Tages-Anzeiger liess Ribar über die SBB-Medienstelle ausrichten, sie habe Capoinvest zum Set-up eines Hafenprojektes in Angola beraten, «basierend auf ihrer Erfahrung in der Logistik und der Beratung». Wie aus den «Paradise Papers» hervorgeht, soll sie dafür sehr gut entlöhnt worden sein. 

Gemäss «Tages-Anzeiger» gab ein Mitarbeiter des Family-Office von Jean-Claude Bastos im Februar 2016 per E-Mail die Anweisung, ein Dokument auszustellen. Auf diesem solle Ribar als «Platinum Member» von Capoinvest ein Jahresgehalt von 100'000 Dollar zusichert werden.

«Sorgfältige Planung durchgeführt»

Ribar bestätigt gegenüber der Zeitung lediglich, dass sie im Rahmen ihrer Tätigkeit für die Capoinvest «an mehreren Sitzungen teilgenommen, davon an zwei in Angola vor Ort». Darüber hinaus «weist sie freundlich darauf hin», dass Capoinvest als eine ­private Firma nicht dazu verpflichtet ist, Honorare offenzulegen.

Noch bevor sie im Juni 2016 das Verwaltungsratspräsidium bei den SBB übernahm, ist Ribar bei der Capoinvest ausgetreten. Das sei von Anfang an so geplant gewesen, liess sie gegenüber dem «Tages-Anzeiger» verlauten.

Auf die möglicherweise heiklen Aspekte, welche sich für das Tiefseehafen-Projekt der Capoinvest aufgrund der Doppelrolle von Jean-Claude Bastos als Investor und Verwalter des Staatsfonds ergeben, antwortet Ribar gegenüber dem «Tages-Anzeiger» knapp. Sie habe vor Mandatsannahme «eine sorgfältige Prüfung durchgeführt» und sei «nach wie vor überzeugt von diesem Projekt». (cbe)

Das Netzwerk von Jean-Claude Bastos

Bereits am vergangenen Donnerstag berichtete die Handelszeitung von weiteren prominenten Namen im Netzwerk des umstrittenen schweiz-angolanischen Geschäftsmannes. Im «Advisory Board», dem Beirat von Bastos' Zuger Finanzgruppe Quantum Global, sitzt etwa Alt-Bundesrätin Ruth Metzler. Der frühere Kuoni-Chef Armin Meier sitzt im Verwaltungsrat von Bastos' Family-Office sowie einer Ingenieursgesellschaft. Und der frühere UBS-Chef Marcel Rohner sass unter anderem in der Firma Plaza Global Real Estate Partners auf der Kanalinsel Jersey. Das Joint Venture kaufte mit Kapital der angolanischen Zentralbank Luxusimmobilien in New York, Paris, London und München. (cbe)

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • walsi 06.11.2017 05:59
    Highlight Highlight Ich sehe jetzt den Skandal nicht. Die Frau hatte ein Mandat von einem Staatsfond, weshalb das illegal oder heikel sein soll erschliesst sich mir nicht. Man kann sich natürlich darüber streiten ob ein Mitglied der GL bei der SBB noch irgendwelche Nebenjobs annehmen soll oder nicht. Wie es scheint gibt es da bis heute aber keine Regelung.
    • walsi 06.11.2017 08:17
      Highlight Highlight An alle Blitzer, wie lautet die Anklage? Was hat die Frau illegales getan?
  • seventhinkingsteps 06.11.2017 01:08
    Highlight Highlight
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  • Gummibär 05.11.2017 23:57
    Highlight Highlight Als Vorzeige-Karrierefrau hat Frau Ribar ein sehr grosses Beziehungsnetzwerk und sass und sitzt in allen möglichen Verwaltungsräten. Einmal dort schieben sich die Herren und Damen Verwaltungsräte gegenseitig allerlei zusätzliche Einkommensmöglichkeiten zu.
  • durrrr 05.11.2017 22:24
    Highlight Highlight Beim lesen dieser Leaks wird mir schlecht. Jeder zweite Mensch in Angola lebt von weniger als 2$ am Tag. Jedes dritte Kind ist unterernährt. Und die Aber-Milliarden an Erdöl Geldern werden in zwielichtigen Fonds verschoben, welche wiederum in korrupte Projekte investiert werden wie Luxushotels, Hochhäuser und unsinnige Häfen. Dabei greift sich ein kleiner Zirkel an Personen Unmengen an Geld ab und leben in perversem Luxus.
    In was für einer kranken Welt sind wir eigentlich? Mal abgesehen davon dass diese Papers ja nur die Spitze des Eisbergs abbilden....
    • midval 05.11.2017 22:55
      Highlight Highlight Traurig wirklich. Gerade einen beitrag bei ard darüber gesehen. Unfassbar was da wieder rausgekommen ist. Wir machen uns gedanken und unsere gewählten sind scheinbar machtlos. 12% unseres einkommens haben wir letztes jahr als 4köpfige fam an steuern bezahlt. Dennoch geht es uns gut. Die hinterziehen aber millionen. Was soll das..
      Irgendwie keine lust morgen arbeiten zu gehen. Wofür den?
    • next_chris 06.11.2017 06:26
      Highlight Highlight Warum unsinnige haefen?
      Afrika braucht dringend Infrastruktur und ich finde nichts schlechtes daran wenn man die Oel einnahmen dsfuer benutzt.
      Europa ist sich ja zu schade um zu Investieren.
      Cabinda ist geopgraphisch gut positioniert um Brazzaville und Kinshasa zu beliefern.
    • Valon Gut-Behrami 06.11.2017 07:42
      Highlight Highlight Afrika profitiert doch nicht, sondern wird ausgebeutet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hierundjetzt 05.11.2017 22:11
    Highlight Highlight Also Panalpina oder Sika (letzte Stellen von Ribar) haben jetzt aber rein gar nichts mit dem Bau von Tiefseehäfen zu zu tun (da können nachher Containerschiffe der Panamaklasse einlaufen.

    Hingegen brauchts den Klebstoff von Sika und die Container von Panalpina.

    Kurz: Ribar lässt sich dafür bezahlen, dass Ihr Arbeitgeber Geschäfte abschliessen kann, der Ihr dann wiederum einen hören Bonus zahlt

    Wow. Also wenn das nicht extrem eigene Tasche orientiert ist, was dann?
  • spiox123 05.11.2017 21:42
    Highlight Highlight Und was hat das mit ihrer jetzigen Tätigkeit bei der SBB zu tun? Sehe da nicht ganz ein wieso man sie jetzt als SBB Präsidentin in dieser Sache darstellt und so dem SBB-Image schaden will?
    • Hierundjetzt 05.11.2017 23:04
      Highlight Highlight PS: sie hat ja gar keine Ahnung vom Kerngeschäft der SBB. Nur von der Sparte Cargo. Und sorry, ein VR eines Staatsbetriebes, der sich von einer Briefkastenfirma auf den Bahamas anstellen lässt um Geld aus Angola Steuerfrei abzweigen zu können ist nicht sauber

      Aber eine grosse Klappe. Ja. Mit Ihr wird die SBB noch die Fernverkehrslizenz an die BLS verlieren.

    • Lord_Mort 05.11.2017 23:39
      Highlight Highlight Weil die SBB ein staatlicher Betrieb ist, der hier von jemandem repräsentiert wird, der offensichtlich ungeeignet ist. Dies weil durch solche Geschäfte der Verdacht entsteht, dass sie in illegale Machenschaften verwickelt war oder zumindest davon profitierte.
    • sigma2 05.11.2017 23:46
      Highlight Highlight Es zeigt, dass ihr Moral und Abstand egal sind und sie über Leichen geht, wenn die Kohle stimmt. Scheiss auf die Menschen in Angola, denen das Geld geraubt wurde.

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