International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06310517 (FILE) - US Secretary of Commerce nominee Wilbur Ross participates in his confirmation hearing before the Senate Commerce, Science and Transportation Committee on Capitol Hill in Washington, DC, USA, 18 January 2017 (reissued 05 November 2017). According to media reports US Secretary of Commerce Wilbur Ross has retained investments in a shipping venture with business ties to Russian President Vladimir Putin's inner circle.  EPA/SHAWN THEW

Willbur Ross bei Anhörungen im Senat vor seiner Nominierung – seine heikle Reederei-Beteiligung kam nicht zur Sprache. Bild: EPA/EPA

Die #ParadisePapers zeigen, wie Trumps Handelminister mit Putins Schwiegersohn geschäftet

05.11.17, 22:31 06.11.17, 09:56


Das wichtigste zum Offshore-Datenleak im Ticker

Der US-Handelsminister Wilbur Ross ist wahrscheinlich nicht das, was sich die Wähler von Donald Trump unter dessen Versprechen «draining the swamp» (den Sumpf austrocknen) vorgestellt hatten. Der 79-jährige Milliardär war seit den späten 70er Jahren an der Wall Street tätig und arbeitete unter anderem 24 Jahre für die Investmentfirma Rothschild Group. Mit Trump hatte er bereits in den 80ern geschäftlich zu tun, als dessen Casinos finanziell in Schieflage geraten waren.

Jetzt zeigen Dokumente, die im Rahmen der «Paradise Papers» ausgewertet wurden, dass Wilbur Ross über Offshore-Konstrukte von einer Gasfirma profitiert, welche mit dem engsten Zirkel um den russischen Präsidenten verbunden ist – unter anderem mit dessen Schwiegersohn.

194 Millionen Dollar teure Beteiligung

Die Paradise Papers zeigen, dass Ross durch mehrere Briefkastenfirmen – verwaltet durch die im Zentrum des Datenleaks stehende Anwaltskanzlei Appleby – Anteile an der Reederei Navigator hält. Die von Ross und anderen Investoren kontrollierten Offshore-Firmen halten insgesamt 31,5 Prozent der Navigator Holding. Ende September betrug der Wert dieser Anteile rund 194 Millionen Dollar.

Die Reederei transportiert im Auftrag des staatsnahen russischen Energiekonzerns Sibur Flüssiggas nach Europa. Insgesamt erzielte Navigator mit den Sibur-Aufträgen seit 2014 Profite in der Höhe von 68 Millionen US-Dollar. Dieser Wert geht aus Börsendokumenten hervor, wie der Tages-Anzeiger berichtet.

Sibur wiederum gehört Personen mit engsten Verbindungen zu Wladimir Putin. Sein Schwiegersohn Kirill Schamalow kontrollierte bis vor kurzem 21 Prozent des Unternehmens. Zweitgrösster Aktionär ist Gennadi Timchenko, der mit Ölgeschäften Milliarden verdiente und am Genfersee eine Villa besitzt. Timchenko gilt als Freund Putins und steht seit der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 auf der US-Sanktionsliste. Der grösste Aktionär, Leonid Michelson, kontrolliert mit der Energiefirma Novatek ein Unternehmen, das ebenfalls auf der US-Sanktionsliste steht.

Geschäft gegenüber Senat verschwiegen

Bevor er im Februar 2017 Handelsminister wurde, hatte Ross den grössten Teil seiner Firmenbeteiligungen aufgelöst. Offenbar behielt er aber seine indirekte Beteiligung an der Reederei Navigator. In den Hearings durch den US-Senat, zu welchen er vor seiner Ernennung zum Minister antraben musste, befragten ihn die Parlamentarier mehrfach zu seinen Geschäftsbeziehungen mit Russland. Die verschachtelte Geschäftskonstruktion, über welche Burr indirekt an Navigator beteiligt ist, fiel den Senatoren in der 57-seitigen Offenlegung seiner finanziellen Verhältnisse offenbar nicht auf.

Burr versicherte ihnen, er werde jegliche Interessenkonflikte vermeiden. Gesetzlich sind die Mitglieder der Regierung dazu verpflichtet, bei Geschäften in den Ausstand zu treten, welche «einen direkten und vorhersehbaren» Effekt auf ihre eigenen finanziellen Interessen oder diejenigen ihrer Familie haben.

«Putin-Schwiegersohn nie getroffen»

Richard Painter diente unter George W. Bush als Ethikanwalt. Laut ihm müsste der Handelsminister bei Sanktionsentscheiden womöglich in den Ausstand treten, wird Painter vom «Tages-Anzeiger» zitiert. Ross’ Beteiligung an Navigator sei zwar nicht per se illegal, aber man müsse aber genauer hinschauen: «Ich wäre sehr beunruhigt, würde jemand in der US-Regierung mit den Russen geschäften.»

Auf Anfrage des internationalen Journalistennetzwerks ICIJ bestritt Ross nicht, dass er am russischen Gasgeschäft mitverdiene. Ein Sprecher des Handelsministerium liess schriftlich verlauten, dass Wilbur Ross alle Themen meide, die mit transozeanischer Schifffahrt zu tun hätten. Der Minister trage aber «generell» die US-Sanktionen gegen russische Entitäten mit. Die Sibur-Mitbesitzer aus Putins engstem Zirkel – Michelson, Timchenko und  Schwiegersohn Schama­low – habe er nie getroffen.(cbe)

Schleimen wie bei Trump? Bei unserem Chef doch nicht ...

Video: watson/Emily Engkent, Maurice Thiriet

#paradisepapers

#ParadisePapers: Diese 9 Dinge musst du wissen, damit du damit mächtig angeben kannst

#ParadisePapers – im neusten Offshore-Datenleak taucht auch die Queen auf

So funktionierte die heikle Angola-Connection von SBB-Präsidentin Monika Ribar

Fall Khashoggi: Saudischer Konsul im Visier

#ParadisePapers: Wie Glencore Kongos Regierung in 17 Tagen in die Knie zwang

Die #ParadisePapers zeigen, wie Trumps Handelminister mit Putins Schwiegersohn geschäftet

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

24
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
24Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rollo123 07.11.2017 22:18
    Highlight wichtig ist die grosswetterlage der machtpole dieser welt zu sehen. und diese verschiebt sich immer eindeutiger von den usa zu china. china geht strategisch sehr geschickt vor und will den yuan international durchsetzen, vor allem im rohstoffhandel bzw. rohöl, aktuell mit saudi-arabien, und genau hier liegt der schlüssel des noch bestehenden petro-usd-packts zwischen usd und saudi-arabien. eine zeitenwende steht bevor. china löst die usa als weltmacht ab. fokusieren sie sich mehr auf die schlüsseleregnisse global. viel zu lesen von non-mainstream auf derkursstimmt.ch
    0 0 Melden
  • Markus86 06.11.2017 05:50
    Highlight Drain the swamp!
    22 0 Melden
  • Nuka Cola 06.11.2017 00:18
    Highlight Hiess es im Weltspiegel nicht, dass es sixh mutmasslich um den Schwiegersohn handelt, mit Betonung auf mutmasslich?!?
    4 3 Melden
  • malu 64 05.11.2017 23:40
    Highlight Diese ganzen Geldsäcke sind alles Verbrecher!
    Ein Heer von Sklaven der Ihnen hilft die Welt auszubeuten! Eine Armada von Anwälten sucht nach Wegen möglichst keine Steuern zu zahlen!
    Die Länder in welchen die Ressourcen ausgebeutet werden, die Natur zerstört und verseucht, die Arbeitnehmer ausgebeutet und ihre Gesundheit ruiniert! Dort bleibt höchstens den politischen Eliten ein bisschen Schmiergeld! Die Welt entsetzt sich ein paar Tage, aber das Spiel läuft genau gleich weiter und die Politik schaut hilflos zu!
    29 3 Melden
    • seventhinkingsteps 06.11.2017 07:56
      Highlight Die Politik sitzt bis zum Kragen mit drin in der Scheisse und setzt die Vorraussetzungen dafür an den G20 Gipfeln!

      Aber man regt sich lieber die Demonstranten auf statt über die tägliche Ausbeutung in Afrika, deren Fortführung hinter verschlossenen Türen verhandelt wird.
      15 1 Melden
    • Spooky 07.11.2017 23:35
      Highlight @malu 64

      "Weisst du warum die Sklaven frei werden wollen?"

      "Nein!"

      "Damit sie selber Sklaven halten können."

      😂😆😜
      1 0 Melden
    • malu 64 08.11.2017 18:44
      Highlight Wir sind selber alles Sklaven!! Jeder ist irgendwie abhängig!
      0 0 Melden
  • FrancoL 05.11.2017 23:10
    Highlight Ich weiss nicht was man gegen W. Ross haben kann:
    Er macht bei entspannten Geschäften Entspannungspolitik mit den Russen und das sollte allen mehr als nur gefallen. Dass er dabei auch noch Geld verdient und damit in den Staaten auch schön Steuern zahlen wird ist doch auch nur positiv.
    So gesehen hat doch Herr Somm von der BaZ völlig recht, wenn er sagt dass Trump die beste Regierungsmannschaft hat die es je in den Staaten gegeben hat.
    Alles im grünen Bereich und Amerika wird wieder GROSS.
    9 7 Melden
    • A7-903 06.11.2017 11:35
      Highlight Du glaubst nicht wirklich dass die gelder die von solchen geschäften kommen wirklich versteuert werden, oder? Das glaub ich erst wenn der feine herr ross seine steuerbescheide veröffentlicht.

      In anbetracht der tatsache dass die beteiligung selbst durch ein netzwerk an firmen versteckt wurde und er vor der amtseinsetzung tunlichst vermied den kongress zu informieren wage ich zu behaupten dass dies wohl nicht freiwillig geschehen wird.
      4 0 Melden
    • FrancoL 06.11.2017 12:41
      Highlight @A7-903: Hätte wohl alles mit dem Titel IRONIE versehen müssen, dachte man merkt es. Sorry!
      5 1 Melden
    • A7-903 06.11.2017 15:12
      Highlight Autsch. danke für die klarstellung. Habe wohl zuviel von trumpisten auf reddit und twitter gesehen, die meinen so etwas in allem ernst.
      4 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • roger.schmid 05.11.2017 23:00
    Highlight es ist schon sagenhaft - so ziemlich jeder von Trumps Verbrecherban.. äh, Regierungskabinett hat irgendwelche dubiosen Verbindungen zu Russland an die sich alle seltsamerweise ganz schlecht erinnern können. Zufälle gibt's...
    32 4 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 06.11.2017 07:06
      Highlight Nichts besonderes, der Sohn von Obamas Energieminister hat frisch fröhlich geschäfte gemacht in der Ukraine nach dem Regime change xd
      5 7 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 06.11.2017 08:29
      Highlight @destiny richtig wie auch der Sohn des Vize Joe Biden.
      4 7 Melden
    • meglo 06.11.2017 22:05
      Highlight @ Destiny Wendelspiess

      Weil Maxli und Franzli auch beschissen haben , darf Hansli auch. Klingt irgendwie nach Pausenhof.
      3 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • pamayer 05.11.2017 22:40
    Highlight Ja ja,
    Zuerst Panama papers, nun Paradiese papers. Ein riesen Filz, wovon wir keine Ahnung haben, wie unser Planet verkauft wird.
    Immer die selbe Kapitalisten Leier.
    22 1 Melden
    • pamayer 06.11.2017 07:18
      Highlight Und der Haifisch
      der hat Zähne
      Und die trägt er
      Im Gesicht
      Und Mackeath der
      hat ein Messer
      Doch das Messer
      Sieht man nicht
      23 0 Melden

Wie Exil-Amerikanerinnen von der Schweiz aus Trump stürzen wollen

Eine von Frauen geführte Expat-Gruppe will dafür sorgen, dass die Amerikaner in der Schweiz bei den «Midterms» fleissig an die Urne gehen.

Alexandra Dufresne ist Amerikanerin. Laut herausposaunen will sie das aber nicht. Es ist ihr peinlich – und zwar seit Donald Trump ins höchste Amt des Landes gewählt wurde.

Die 45-jährige Wahlzürcherin und Rechtsdozentin ist auch die treibende Kraft hinter der Widerstandsbewegung «Action Together», einer Gruppe von US-Expats und einigen Schweizern, die sich für die Erhaltung der amerikanischen Grundwerte einsetzen. «Diese werden derzeit von der Trump-Administration und dem republikanischen …

Artikel lesen