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epa04881944 Benjamin Netanyahu, the Israeli Prime Minister addresses the media about the agreement between the Israeli government and a consortium including US firm Noble Energy on natural gas production in the Mediterranean Sea at the Prime Minister in Jerusalem, Israel, 13 August 2015.  EPA/ATEF SAFADI

Premierminister Netanjahu bei der Verkündigung des Deals im August dieses Jahres.
Bild: ATEF SAFADI/EPA/KEYSTONE

«Das ist unser Gas!» – Tausende Israelis protestieren gegen Deal mit US-Konzern

Tausende Israelis haben in mehreren Städten des Landes gegen ein milliardenschweres Gas-Geschäft mit dem US-Energieriesen Noble Energy protestiert. In Tel Aviv, Haifa, Jerusalem und Beerscheba gingen am Samstagabend Menschen gegen «Gasdiebstahl» auf die Strassen.



Mit Transparenten und israelischen Flaggen haben gestern Abend tausende Israelis gegen ein Gas-Geschäft mit Noble Energy demonstriert. «Das ist unser Gas». In Tel Aviv verhinderte die Polizei die Blockade einer Hauptstrasse. Dort nahmen nach Polizeiangaben rund 4000 Menschen an dem Protest teil.

Die Demonstrationen folgten auf den Rücktritt des israelischen Wirtschaftsministers Arje Deri am vergangenen Sonntag, der den Weg für das bedeutende Abkommen zur Erdgasgewinnung freigemacht hatte. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu übernahm das Ressort und bestätigte das Abkommen.

Die Vereinbarung über die Ausbeutung eines riesigen Gasfelds im Mittelmeer vor der Küste Israels ist seit Ende 2014 blockiert, weil das israelische Kartellamt ein Veto einlegte, das nur durch den Wirtschaftsminister aufgehoben werden kann.

Aus Gewissensgründen abgelehnt

Deri von der ultraorthodoxen Schas-Partei, der im Kabinett auch künftig für die Entwicklung benachteiligter Landesteile zuständig bleibt, hatte es aus Gewissensgründen abgelehnt, diese Ministererlaubnis zu erteilen.

Ein Konsortium aus dem Konzern Noble Energy und der israelischen Delek-Gruppe fördert seit 2013 Gas aus dem grossen Feld Tamar, das 80 Kilometer vor der Küste bei Haifa liegt. Das Abkommen überträgt diesen Unternehmen auch die im Anschluss vorgesehene Ausbeutung des neu entdeckten und noch ergiebigeren Gasvorkommens Leviathan.

In Israel befürchten Opposition, Wettbewerbshüter und Konsumentenschützer, dass wesentliche Fördermengen für den Export abgezweigt und die Gaspreise in Israel künstlich hochgehalten werden. (dwi/sda/afp)

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