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Skyguide führt Pannen auf technische Innovationen zurück

Skyguide führt Pannen auf technische Innovationen zurück

Der Chef der Flugsicherungsfirma Skyguide, Alex Bristol, hat die jüngste Häufung von Pannen auf neue technische Innovationen zurückgeführt. Bei deren Lancierung liessen sich solche Vorfälle nie ausschliessen, wie Bristol in einem Interview sagte.
28.03.2024, 06:0628.03.2024, 06:06

Bristol betonte mehrfach, dass die Sicherheit immer gewährleistet war und ist. Die Häufung der Vorfälle lasse sich nicht leugnen, sagte der Skyguide-Chef im am Donnerstag publizierten Interview mit CH Media. Er kündigte eine externe Untersuchung an.

AVIS --- ZUR FLUGSICHERUNGSGESELLSCHAFT SKYGUIDE STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUES BILD ZUR VERFUEGUNG. WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF visual.keystone-sda.ch --- Ein A380 Airbus Flugzeug der Fluggesell ...
Ein Fluglotse bei der Arbeit. (Archiv)Bild: keystone

Eine interne Untersuchung sei zum Schluss gekommen, dass sich die Vorfälle unabhängig voneinander ereignet hatten. Insbesondere am 30. Oktober 2023 kam es zu einer längeren Störung: Einen Nachmittag lang konnten aufgrund eines technischen Problems bei Skyguide keine Flugzeuge von Zürich starten.

Kapazitäten reduziert

Als Reaktion auf die jüngsten Vorfälle habe Skyguide die Kapazitäten bei den Flugbewegungen in Zürich und Genf zwischen März und Anfang Juni reduziert. Da in dieser Zeit kein Hochbetrieb herrsche, sei dieser zusätzliche Puffer nicht spürbar. Im Hinblick auf die Hochsaison im Sommer würden zwei Software-Updates lanciert. «Diese werden die Stabilität massgeblich verbessern», sagte Bristol.

Im Wissen um die Pannen-Häufung hätte er schon früher auf Rückfallsysteme fokussieren müssen, sagte der Skyguide-Chef. Das Grossprojekt Virtual Center setze Skyguide ohne Rückfallsystem um. Mit dem Projekt wolle das Unternehmen sein System komplett virtualisieren.

Rückfallsysteme seien in der Regulierung nicht vorgesehen. Entsprechend wenige Flugsicherungen in Europa hätten eines. «Hier werden wir künftig mehr investieren müssen», sagte Bristol. Heute würden jährlich 65 Millionen Franken dafür aufgewendet. «Künftig, denke ich, sind mindestens 100 Millionen Franken nötig», sagte er. Weitere Schritte diesbezüglich seien noch offen.

Schwierige Sommermonate

Auf die allgemeine Situation der Luftfahrtbranche angesprochen, zeigte sich Bristol pessimistisch: «Ich erwarte, dass die Sommermonate 2024 und 2025 zumindest in Europa und Nordamerika sehr schwierig werden.»

Die Branche kämpfe nach wie vor mit einem Fachkräftemangel. Verkehr und Nachfrage würden zunehmen. Doch gebe es vielerorts Arbeitskämpfe. Bristol rechnete daher mit weiteren Streiks bei Fluggesellschaften, anderen europäischen Flugsicherungen sowie der Bodenabfertigung. (sda)

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