DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Studie zeigt: Verschwinden Tierarten, verlieren auch Pflanzen

14.01.2022, 08:4814.01.2022, 14:24
Ausgestorben: Der Elfenbeinspecht.
Ausgestorben: Der Elfenbeinspecht.Bild: keystone

Der Rückgang von Tierarten, die Pflanzensamen in der Umgebung verbreiten, beeinträchtigt auch die Möglichkeiten der Pflanzen, sich angesichts der zunehmenden Erderwärmung in angemessenere Lebensräume zurückzuziehen. Das zeigt eine Studie.

Veröffentlicht wurde sie in der Fachzeitschrift «Science». Demnach besteht eine Wechselwirkung zwischen dem Verlust der biologischen Vielfalt und der globalen Klimakrise.

Verbreitung von Samen

«Wenn wir Vögel und Säugetiere verlieren, verlieren wir nicht nur die Arten selbst. Wir verlieren diese wichtige ökologische Funktion, nämlich die Ausbreitung von Samen», sagte der Hauptautor der Studie, Evan Fricke von der Rice Universität der Nachrichtenagentur AFP. Etwa die Hälfte aller Pflanzen sind darauf angewiesen, dass Tiere ihre Samen oder Früchte fressen und ausscheiden oder auf andere Weise verbreiten. Anderen genügt der Wind zur Verbreitung der Samen.

Das US-dänische Forscherteam erstellte eine Karte, die die Beiträge von Vogel- und Säugetierarten bei der Verbreitung von Samen aufzeigt. Zudem verglichen die Forscher heutige Daten mit Modellen, in denen sie die Situation ohne das vom Menschen verursachte Aussterben vieler Tierarten und der damit einhergehenden Verringerung der Verbreitungsgebiete berechneten.

Laut Studie zeigte sich, dass die Verluste bei der Samenverbreitung insbesondere in den gemässigten Regionen Nordamerikas, Europas, Südamerikas und Australiens gross waren – obwohl dort nur wenige Prozent der ehemals beheimateten Säugetier- und Vogelarten verschwunden sind.

Tiere und Klimawandel

Die Ergebnisse deuten den Forschern zufolge darauf hin, dass eine Wiederansiedlung bestimmter Tierarten in gewissen Regionen dem Kampf gegen den Klimawandel zuträglich sein könnte. «Der Rückgang von Tieren kann ökologische Netzwerke in einer Weise stören, die die Klimaresistenz ganzer Ökosysteme bedroht», betonte Fricke.

Die Studie quantifiziert das Problem erstmals auf globaler Ebene: Die Forscher schätzen, dass die Fähigkeit der von Tieren verbreiteten Pflanzen, mit dem Klimawandel Schritt zu halten, durch den Verlust wichtiger Tierarten bereits um 60 Prozent reduziert wurde. (aeg/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Seekühe sind nicht mehr vom Aussterben bedroht

1 / 16
Seekühe sind nicht mehr vom Aussterben bedroht
quelle: shutterstock
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Schweizer Fledermäuse vom Aussterben bedroht

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Tonga: Beeinflusst der Vulkanausbruch das Schweizer Wetter?
Gewaltige Vulkanausbrüche wie jener auf den Tonga-Inseln können das Klima- und das Wetter weltweit beeinflussen. Die Druckwellen der Eruption des Hunga Tonga-Hunga Ha’apai hat Meteo Schweiz sogar in Zürich gemessen.

Die Aschewolke ist riesig, die der Unterwasservulkan Hunga Tonga-Hunga Ha’apai in den Himmel geschossen hat. Seit Jahrzehnten hat es keinen derartig gewaltigen Vulkanausbruch mehr gegeben. Es sei 500 Mal so stark wie die Atombombe von Hiroshima. Der Inselstaat Tonga ist nach dem Ausbruch und dem nachfolgenden Tsunami von der Aussenwelt abgeschnitten. Gemäss dem Roten Kreuz haben die Vulkanasche und Salzwasser-Flutwellen das Trinkwasser verunreinigt.

Zur Story