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epa08409206 A zenith aerial view of cypress trees on top of a hill along with the Via Francigena ancient road and pilgrim route, near Torrenieri, in Tuscany's Valdorcia region, central Italy, 05 May 2020 (issued 08 May 2020). The Valdorcia region, with its landscape's distinctive aesthetics, is part of the UNESCO list of World Heritage Sites.  EPA/FABIO MUZZI ATTENTION: This Image is part of a PHOTO SET

Bild: EPA

Weltweit erste Studie über den Klimawandel unterm Baumkronendach



Ein Grossteil aller landlebenden Arten weltweit lebt in Wäldern. Klimadaten vom offenen Feld sind für sie nur bedingt aussagekräftig. Eine internationale Studie unter Leitung der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL geht dem Unterschied nach.

Das kühlende Blätterdach der Bäume schützt Waldorganismen vor Temperaturextremen. Es hat einen wichtigen Einfluss auf ihre Anpassung an die Klimaerwärmung. Letztere wird aber fast ausschliesslich in der offenen Landschaft gemessen. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der WSL und der Universität Cambridge hat nun erstmals die Klimaerwärmung unter dem Kronendach mit Zahlen belegt.

Der Datenfundus stammt aus langfristigen Beobachtungsprogrammen der Baumkronendichte an fast 3000 Standorten, davon 37 im Schweizer Jura. Die Messdaten wurden im Computermodell mit neuen Temperaturmessungen von 100 Standorten im Waldesinneren kombiniert. Es zeigte sich, dass - wenig überraschend - die Temperatur im Gehölz von der Dichte des Kronendachs abhängig war.

Wird das Kronendach dichter, verringert es für die darunter lebenden Organismen die Klimaerwärmung, lichtet es sich, wird es sprunghaft wärmer. «Das ist wichtig zu wissen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität im Wald zu verstehen», erklärt Studienleiter Florian Zellweger von der WSL in einer Mitteilung zu der in der Fachzeitschrift «Science» veröffentlichten Studie.

Baumkronendichte ist für Artenvielfalt vital

Für die Bewohner von Unterwuchs und Boden sind sprunghafte Veränderungen fatal, denn ein jeder Waldorganismus hat laut Zellweger sein Temperaturoptimum, das er nur mit Verzögerung an neue Bedingungen anpassen kann. Wird es heiss, werden die Waldbewohner, die Kühle bevorzugen, von Hitze liebenden Arten verdrängt oder ausgerottet und umgekehrt.

Die Baumkronendichte ist demnach vital für die Artenvielfalt. Ein Verlust der schützenden Baumkronen – sei es durch die Natur oder durch Menschen verursacht – bedeutet eine zusätzliche, drastische Erwärmung für die darunter wachsenden Pflanzen, auf die sie schlecht vorbereitet sind. Einige sind mit der Anpassung bereits jetzt im Rückstand, «viele Arten leben in einem zunehmend suboptimalen Temperaturbereich in Bezug auf den globalen Klimawandel».

Angesichts der zu erwartenden Zunahme von sommerlichen Hitzewellen in Europa dürfte dies die Waldbiodiversität verändern und «einzelne Arten in Schwierigkeiten bringen», erklärt Zellweger. Waldbewirtschafter sollten deshalb die Auswirkungen von Forsteingriffen auf die Klimabedingungen im Innern des Waldes und deren Einfluss auf die Biodiversität berücksichtigen. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Safuhr 15.05.2020 12:08
    Highlight Highlight Das Glück liegt im verzicht.
  • Do not lie to mE 15.05.2020 11:04
    Highlight Highlight "Grand Solar Minimum" Solar Cycle 25 hat erste begonnen und schon verzeichnen wir die ersten Kälterekorde in N. Amerika und England. Die am Dienstagmorgen (Pearson International Airport) gemessene Temp. von -3° war der niedrigste Wert seit dem dort in 1939 die Wetteraufzeichnungen begonnen haben. Die Abkühlung kommt im Einklang mit der historisch niedrigen Sonnenaktivität, der cloud-nucleating Cosmic Rays und einem meridionalen Jet Stream.

  • Mügäli 15.05.2020 08:09
    Highlight Highlight Studie um Studie welche die schon lange nötigen Veränderung des Verhaltens von uns Menschen aufzeigt.

    Und was machen wir? Nichts, wir bedauern zwar, dass die Artenvielfalt abnimmt, nehmen zur Kenntnis, dass der Mensch so nicht mehr weiterfahren kann und dann?
    gehen wir zur Tagesordnung zurück und geniessen alle den Wohlstand.

    Die jetzige Situation zeigt uns was es bedeutet wenn unser Leben ein bisschen eingeschränkt wird, nicht auszudenken was auf zukünftige Generationen zukommt wenn Mutter Erde dem Ende zu geht.

    • Froggr 15.05.2020 08:33
      Highlight Highlight Mutter Erde geht nicht dem Ende zu. Nichtmal annähernd.
    • Gubbe 15.05.2020 12:48
      Highlight Highlight Was willst du den tun, mehr Bäume pflanzen? Dein letzter Absatz ist tief traurig, wenn du die Erde dem Ende zu ansiehst. Ich will jetzt nicht aufzählen, wie viele Male das in den letzten 50 Jahren vorhergesagt wurde...
    • Mügäli 15.05.2020 15:46
      Highlight Highlight @Gugge - Menschen wie du sind genau das Problem. Die Tatsachen einfach zu ignorieren ist auch eine Form der Problembewältigung und dazu noch verdammt praktisch, man muss nämlich nichts tun.

      Wer heute noch die Umweltprobleme als surreal ‚deklariert‘ dem ist einfach alles egal ...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Yummy 15.05.2020 07:27
    Highlight Highlight Bei mir ists normalerweise im Schatten unter dem Baum auch kühler als in der prallen Sonne
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 15.05.2020 01:27
    Highlight Highlight Waldbewirtschafter... als ob diese Kapitalisten auch nur im Geringsten etwas gegen einen Klimawandel tun können. Die sind ja schon damit überfordert, dass ihnen jetzt schon die monetarisierbaren Bäume wegsterben. 🙄

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