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Müll, so weit das Auge reicht: Am Strand Are Guling in der Nähe des Küstenörtchens Kuta in Lombok ist der Sand übersät von Kunststoff. bild: watson

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Die indonesische Insel Lombok befindet sich im Kampf gegen den Plastik. Bevor der Massentourismus der Nachbarinsel Bali auf Lombok überschwappt, soll der Einwegplastik verschwinden. Dafür kämpft die Organisation Lombok Plastic Free. Eine Reportage.

helene obrist, lombok



164 Kilometer Luftlinie östlich des berühmten Bali liegt die indonesische Insel Lombok. Es ist Mitte August und kahl in Lombok. Die 3,5 Millionen Einwohner der Insel finden sich gerade mitten in der Trockenzeit wieder.

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bild: screenshot/googlemaps

Eine Windböe fegt der Küste im kleinen Örtchen Kuta an der südlichen Küste Lomboks entlang. Sie wirbelt Sand und einen durchsichtigen Plastiksack durch die Luft. Höher und höher steigt er, verschwindet hinter dem nächsten Hügel – und findet schliesslich Halt auf der türkisfarbenen Meeresoberfläche. Risman* folgt dem Zickzack des Sacks mit seinen Augen, seufzt und vergräbt seine Füsse im Sand.

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Viele vergleichen Lombok mit Bali vor dem Sündenfall. Noch werden die malerischen Strände nur von wenigen Touristen besucht. bild: watson

«Der Plastik, er ist einfach überall», sagt der 37-jährige Sasak, wie die Einwohner Lomboks genannt werden, mit einem traurigen Kopfschütteln.

Und tatsächlich: Der Kunststoff, er ist kaum zu übersehen. Am Strassenrand picken die Hühner in achtlos weggeworfenen Styroporboxen herum. Der Sand an den Stränden ist gespickt mit bunten Plastikröhrli und zerfledderten Plastiksäcken.

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Der Plastik liegt überall: achtlos weggeworfen oder angeschwemmt vom Meer. bild: watson

Vor rund zwei Monaten beschloss Risman, dem ein Ende zu setzen. Gemeinsam mit einer Handvoll Freunden und Freiwilligen gründete er die Organisation Lombok Plastic Free. Ihr Ziel: ein Gesetz zu erwirken, das Einwegplastik von der ganzen Insel verbannt. «Wir müssen jetzt handeln, bevor es zu spät ist», sagt Anton*, Mediensprecher der Organisation.

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Risman (hinterste Reihe, Dritter von rechts) und Anton (erste Reihe, Dritter von rechts) wollen den Einwegplastik von ihrer Insel verbannen. bild: zvg

Zu spät – das war es bereits auf der Nachbarinsel Bali. Vier Millionen Touristen reisen jedes Jahr auf die Insel im Indischen Ozean. Das sind fast so viele, wie Bali Einwohner hat. Der Tourismus ist der mit Abstand wichtigste Devisenbringer. Doch er hat auch seine Schattenseiten. Ende 2017 rief Balis Regierung den Müll-Notstand aus. Die Insel versank im Plastik. 100 Tonnen Abfall mussten täglich von den beliebtesten Stränden Balis abtransportiert werden. Seit Juni 2019 gilt auf der ganzen Insel ein Verbot von Einwegplastik.

«So weit darf es hier nicht kommen. Wir müssen für unsere Insel kämpfen», warnt Anton. Er weiss, wovon er spricht. Viele vergleichen Lombok mit Bali vor dem Sündenfall. Noch gilt die knapp 4800 Quadratkilometer grosse Insel als Geheimtipp, der Tourismus steckt in den Kinderschuhen. Doch das wird sich bald ändern. Investoren haben das grosse Geld gewittert. An der Südküste entlang werden grosse Hotelkomplexe hochgezogen. Mit den Hotels kommen die Touristen – und mit ihnen der Müll.

Ein Schnorchler filmte den Strudel aus Plastik, der ihm in der Nähe des Strandes Senggigi entgegentrieb.

Eine Petition, lanciert von Lombok Plastic Free, will dem genug früh entgegenwirken. «Wir brauchen mindestens 100’000 Unterschriften, damit die Regierung auf uns aufmerksam wird», erklärt Anton. Doch er betont auch, dass es mehr braucht als nur ein Verbot von Einwegplastik. «Wir müssen in den Schulen und der Bildung ansetzen. Das Verhalten der Menschen muss sich ändern», so der 27-Jährige. Risman und Anton prangern auch ihr eigenes Verhalten und das ihrer Landsleute an.

«Vor 20 bis 30 Jahren haben wir den Reis noch aus Bananenblättern gegessen», erinnert sich Anton. Nach dem Snack wurden die Bananenblätter am Strand liegen gelassen, schliesslich handelte es sich um eine organische Verpackung. Als die Plastikverpackungen kamen – und sie kamen rasant schnell – haben die Leute «einfach so weitergemacht», sagt Anton. Mit dem Unterschied, dass die Verpackungen heute Jahrzehnte brauchen, bis sie abgebaut sind.

Der Müll wird vom Meer angeschwemmt. Es erinnert an Sisyphos, den König zu Korinth. Die Flut ist der Gipfel. Mit ihr rollt der Plastik zurück an die Strände – und alles beginnt von vorne.

Risman und Anton haben einen Traum. Sie stellen sich ein komplett plastikfreies Lombok vor. «Wir wollen, dass sich der Tourismus in Lombok nachhaltig entwickelt», so Risman. Im Küstenort Kuta, wo die beiden wohnen, tingeln sie dafür von Restaurant zu Restaurant und versuchen die Besitzer bereits vor einem allfälligen Plastikverbot davon zu überzeugen, Plastikröhrli mit solchen aus Bambus, Stahl oder Glas zu ersetzen.

Ihr Engagement stösst auf viel Anklang: Sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen und Expats. Zwei Beachcleanings hat Lombok Plastic Free bereits organisiert. Das Aufräumen an den am stärksten verschmutzten Stränden stösst auf reges Interesse. Bis zu 100 Menschen durchkämmten den Sand und befreiten ihn vom Plastik.

Doch Risman und Anton wissen: Im Grunde nützen die Beachcleanings nichts. Der Müll wird vom Meer angeschwemmt. Es erinnert an Sisyphos, den König zu Korinth. Die Flut ist der Gipfel. Mit ihr rollt der Plastik zurück an die Strände – und alles beginnt von vorne.

In der Regenzeit wird es noch schlimmer werden. Dann, wenn sich die ausgetrockneten Flussbette mit Wasser füllen, wird der achtlos weggeworfene Müll in die Meere gespült. Risman und Anton wollen Netze an den Flussmündungen spannen, die den ganzen Kunststoff davon abhalten sollen, die Natur zu verschmutzen und Tieren zu schaden.

Sie tun, was eigentlich Aufgabe der Regierung wäre. Doch diese ist noch nicht so weit. Indonesien, das nach China der zweitgrösste Müllverursacher der Welt ist, beginnt erst langsam zu realisieren, wie gross das Problem wirklich ist. Fehlende Ressourcen und Korruption stehen im Weg. Immerhin: In Lombok hat die lokale Regierung ein Zero-Waste-Programm gestartet.

Mit Videos und Bildern macht Lombok Plastic Free in den sozialen Medien auf sein Anliegen aufmerksam.

Doch es wird Jahre dauern, bis die nötige Infrastruktur für Abfalltrennung und Recycling vorhanden ist. Und auch die lokale Bevölkerung muss einen neuen Umgang mit dem Kunststoff lernen. Noch wird der Hausmüll einfach verbrannt. Fährt man frühmorgens durch Kuta, wehen einem beissende Rauchschwaden entgegen. Am Strassenrand mottet der angezündete Plastik und verpestet die Luft.

«Wir leben in einem Drittweltland, es wird einige Zeit dauern, bis es besser wird», sagt Risman mit ernster Stimme. Während eine Handvoll Touristen am Strand von Kuta den malerischen Sonnenuntergang geniesst, wuselt er zwischen den Klippen umher. Er pickt plattgedrückte Bierdosen und Plastikbecher zwischen den spitzen Steinen hervor und packt sie in einen Sack. Energisch schreitet er zum nächsten Abfalleimer, wirft den Müll in dessen Schlund. Hinter ihm wirft die flammend rote Sonne einen kitschigen Schimmer über den Himmel. Er blickt zurück, strafft den Rücken und murmelt: «Wir können das schaffen.»

*Nachname der Redaktion bekannt

Die fünf grössten Plastiksünder am Mittelmeer

Im Kampf gegen Plastikröhrli

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49Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DorianP 12.09.2019 13:54
    Highlight Highlight Ich war gerade in Kuta auf Lombok. Der Tourismus entwickelt sich wirklich rasend schnell. Ich sprach Einheimische auf die Abfallsituation an. Sie sagten mir, dass "die Leute zu wenig nachdenken und der Plastik ihnen schlichtweg egal sei". Die Indonesier sind sehr religiös. Man müsste die Leute dort packen, à la Plastik wegwerfen ist nicht halal oder erzürnt die Götter (auf Bali). Das Problem auf "Drittweltland Indonesien" abzuschieben ist kein Argument. An vielen Orten sind die Inseln top entwickelt. Sobald etwas Geld bringt können die Leute buchstäblich Berge versetzen.
  • Dr no 12.09.2019 09:03
    Highlight Highlight Langsam geht mir die Selbstzerfleischungskeule "Der böse, weisse, reiche Westeuropäer ist an allem Schuld" auf den Geist. Ich glaube kaum, dass Touristen ihren Müll einfach irgendwo hinwerfen. Ich mache das jedenfalls nicht. Das Problem ist doch vielmehr, dass solche Länder weder über ein Bewusstsein noch über die nötige Infrastruktur haben. Da wird alles in Fluss oder ins Meer oder in den Busch gekippt. Basta. Hier scheint wenigstens einer die Einstellung ändern zu wollen, Bravo. Und zum Plastikexport: Glaube nicht, dass sie dazu gezwungen werden, den Müll zu importieren.
    • Me:ish 12.09.2019 11:11
      Highlight Highlight Und doch ist das Mittelmeer dank den Westeuropäern das dreckigste Meer der Welt. Ein bisschen Selbstkritik schadet nicht.
    • Dr no 12.09.2019 16:00
      Highlight Highlight Leider grenzt das Mittelmeer nicht nur an Westeuropa....
    • Swen Goldpreis 13.09.2019 00:01
      Highlight Highlight Das Mittelmeer? Hast du dafür eine Quelle? Ich fand nur die Top-10 der schmutzigsten Flüsse:

      Jangtse (China): 333.000 Tonnen Plastik jährlich
      Ganges (Indien, Bangladesh): 115.000 Tonnen Plastik
      Xi (China): 73.900 Tonnen Plastik
      Huangpu (China): 40.800 Tonnen Plastik
      Cross (Nigeria, Kamerun): 40.300 Tonnen Plastik
      Brantas (Indonesien): 38.900 Tonnen Plastik
      Amazonas (Brazilien, Peru, Kolumbien, Ecuador): 38.900 Tonnen Plastik
      Pasig (Philippinen): 38.800 Tonnen Plastik
      Irrawaddy (Myanmar): 35.300 Tonnen Plastik
      Solo (Indonesien): 32.500 Tonnen Plastik
  • rodolofo 12.09.2019 04:41
    Highlight Highlight Kunststoffe sind Segen un Fluch zugleich, so wie viele moderne Erfindungen und Errungenschaft.
    So vieles ist aus Kunststoff und erleichtert unseren Alltag!
    Aber wenn Plastikmüll als Abfall in die Umwelt und in die Nahrungsketten gelangt, beginnt die Katastrophe.
    Wenn giftige Partikel und hormonaktive Substanzen in den Körper gelangen, kommt es zu Krebserkrankungen und zu "Verwirrungen" der Stoffwechsel.
    Ohne gutes Recycling und gute Kehrichtverbrennung geht es nicht!
    Gärtner "verteilen" z.B mit dem Faden-Trimmer Mikroplastik im Grünen, anstatt sauber und ruhig mit der Sense zu mähen...
  • Spread_awareness 11.09.2019 22:31
    Highlight Highlight Schade, dass das Thema Abfall- und Plastikexport von den Medien nicht mehr thematisiert wird! Schaut euch unbedingt die ZDF Doku „Die Recycling Lüge“ an oder lest den 20min Artikel „Unser Abfall soll nicht länger Asien verschmutzen“. Zitat: „Rund 60'000 Tonnen oder rund 8 Prozent des getrennt gesammelten Plastikabfalls (aus der Schweiz!) werden exportiert.“ DARIN liegt meiner Meinung nach das Hauptproblem! Da können wir unseren Abfall noch so korrekt trennen und entsorgen, wenn er schlussendlich trotzdem nach Asien verschifft wird, ist unser Recycling System eine einzige Farce!
    • demian 11.09.2019 22:57
      Highlight Highlight Und die Leute bezahlen noch für Säcke um den Plastik zu entsorgen im glauben was gutes zu tun!
    • reactor 12.09.2019 07:36
      Highlight Highlight @demian
      Das bezahlen hat nichts mit "dem Glauben etwas Gutes zu tun" zu tun, vielmehr ist der Verbrauch der Säcke seit der Gebühr eklatant zurückgegangen.
  • Biotop 11.09.2019 20:48
    Highlight Highlight "Bevor der Massentourismus der Nachbarinsel Bali auf Lombok überschwappt"?
    Habe schon vor 22 Jahren Lombok als Tourist besucht mit dem nachhaltigen Eindruck Massentourist gewesen zu sein.
  • Rakim 11.09.2019 19:42
    Highlight Highlight Stichwort Abfallexport. Nicht (nur) die Touristen bringen den Hauptanteil. Staaten wie D, USA, CAN und auch die Schweiz exportieren Abfall nach SO-Asien. Diesen in den Ländern zu recyclen, ist angeblich zu teuer. Vor Ort passiert nicht mehr viel damit und belastet die Entwicklunsländer zusätzlich. Ganz zu schweigen von den Defiziten der lokalen Bevölkerung im Umgang mit dem eigenen Abfall.
  • öpfeli 11.09.2019 18:26
    Highlight Highlight Während meinem Bali Urlaub habe ich mehr Einheimische gesehen, welche Abfall ins Meer fallen lassen, als Touris.
    • Spread_awareness 11.09.2019 23:00
      Highlight Highlight Muss ich dir Recht geben. ABER: In vielen Ländern gibt es kein funktionierendes Entsorgungssystem! Die Abfallkübel werden häufig für das gute Gewissen der Touristen aufgestellt. Wenn der darin gesammelte Abfall schlussendlich aber doch im Meer oder auf ungesicherten Deponien entsorgt wird, ist das ganze wenig zielführend... In vielen Ländern gibt es keine Kehrichtverbrennungsanlagen, selbst in der Schweiz gibt es Kehrichtverbrennungsanlagen noch nicht all zu lange!
    • rodolofo 12.09.2019 04:59
      Highlight Highlight Spread_awareness hat völlig recht.
      Im Feudal-Kapitalismus von "3.Welt-" und Schwellenländern ist alles privatisiert, also auch die Kehrichtentsorgung.
      Wer es sich leisten kann und über ein Verantwortungsgefühl gegenüber der Natur und der Gesellschaft verfügt, lässt sich den Müll abholen durch private Abfall-Entsorger und Recycler.
      Wer es sich nicht leisten kann, kippt den Abfall "selbstverantwortlich" und Problem abschiebend irgendwo hin, oder vergräbt ihn. Die 3.Möglichkeit sind "Stinkfeuerchen" am Morgen nach dem Wischen...
  • Füürtüfäli 11.09.2019 17:03
    Highlight Highlight Das ist jetzt bestimmt 5 Jahre her, als ich mit eigenen Augen gesehen habe, wie die Arbeiter von einer Fähre Genua-Korsika, mitten in der Nacht ganze Abfallsäcke über die Reling geschmissen haben. Kann mir nicht vorstellen, dass sich da was geändert hat.
    • Aurorahunter 11.09.2019 18:58
      Highlight Highlight Hast hoffentlich wenigstens eine Beschwerde gemailt..
      ??
    • Snowy 11.09.2019 22:50
      Highlight Highlight Und? Hast sie (hoffentlich) zur Rede gestellt?

      Ist eine Straftat für die Schifffahrtsgesellschaft.
  • AfterEightUmViertelVorAchtEsser___________________ 11.09.2019 16:18
    Highlight Highlight Wie wäre es, wenn man ein paar moderne KVAs bauen würde?
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 11.09.2019 19:53
      Highlight Highlight Damit die sinnvoll betrieben werden können, müsste man vermutlich zuerst an der Entsorgungsinfrastruktur insgesamt arbeiten (Sammlung etc.).
  • Lululuichmagäpfelmehralsdu 11.09.2019 16:03
    Highlight Highlight https://www.instagram.com/tv/B0LlpKqnDCv/?igshid=160p39otoljrd

  • 4berratio1ctus 11.09.2019 15:32
    Highlight Highlight https://4ocean.com/

    hier kann man wenigstens indirekt helfen...
  • Jemand67 11.09.2019 15:07
    Highlight Highlight Ist es so schwer Abfall richtig zu entsorgen? Ich habe immer einen Sack dabei in dem ich bei meinen Exkursionen den Abfall sammle. Da ich leider rauche habe ich für meine Kippen auch einen eigenen Sammelbehälter dabei. Alles kommt bei mir zuhause in den regulären Abfall.
  • PlayaGua 11.09.2019 14:57
    Highlight Highlight Schlimm. Ich zweifle, dass Touristen das Hauptproblem daran sind. Dort scheint abfallmässig gar nichts zu funktionieren.
    Benutzer Bild
  • memento 11.09.2019 14:52
    Highlight Highlight Die Einheimischen sägen am eigenen Ast. Sobald auch der ignoranteste Tourist nicht mehr kommt, weil kein Bock auf "Müllferien". Dann werden auch die Einheimischen merken, wie der Hase läuft. Ohne Touristen kein Geld mehr...
  • Füürtüfäli 11.09.2019 14:41
    Highlight Highlight Es hat keinen Sinn, irgnendwo was zu verbieten, wo ohnehin weitgehend korrekt damit umgegangen wird, nur weil dort ein stärkeres Umweltbewußtsein ist, während dort, wo das Problem liegt, nichts gemacht wird, weil man kein Geld hat und einem die Umwelt egal ist. Will man was gegen Plastikmüll in den Meeren Unternehmen, müßte man v.a. in Asien und Afrika eine entsprechende Entsorgungsinfrastruktur (und -kultur) aufbauen. Dann ist es auch völlig egal, wieviele Plastiksäckli und Einwegflaschen die Leute verwenden, solange das Zeug dann auch dort recycled und/oder thermisch verwertet wird.
  • Militia 11.09.2019 14:31
    Highlight Highlight Auch wenn ich mich jetzt unbeliebt mache: Für die Tiere tuts mir ernsthaft leid, die Natur wird es auf (sehr) lange Sicht verkraften und der Mensch ist einfach selber schuld. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Ich war genug in solchen Ländern um zu wissen woher der Müll kommt. Es sind jedenfalls keine Säcke aus der Migros und auch keine Strohhalme vom MC in St.Gallen. Der Müll kommt grösstenteils von dort oder einem anderen Land am Meer. Ein klassischer Bumerang. Sie sind aber direkt von den Folgen betroffen, sobald die Leute ausbleiben wird sich das wieder ändern, es gibt also Hoffnung.
  • Amboss 11.09.2019 14:11
    Highlight Highlight Und wenn man in Google Street View an irgendeinen x-beliebigen Ort auf dieser Insel fährt. Am Strassenrand liegt einfach: Müll. An jedem Ort, jede Stelle, ohne Seich.

    Aber wird wohl in Bali etc... nicht anders sein
    • Snowy 11.09.2019 22:57
      Highlight Highlight Ja, und der leider einzige Grund warum dies in der Schweiz nicht so ist (oder viel weniger ausgeprägt), weil hier regelmässig (fast täglich) Strassen und Plätze gesäubert werden.

      Schaut mal wie viele Leute ihre Zigi irgendwo in einen Abfluss schmeissen (anstatt wenigstens direkt auf den Asphalt, wo eine Räummaschine den Stummel aufsaugen kann - wenn schon nicht in einen Pocket Aschenbecher).
      Antwort: Es sind fast alle.

      Mittlerweile bin ich pro empfindliche Strafen für Littering à la Singapore.
      Wir haben sämtliche Chancen/Schutzfrist verwirkt. Nun müssen Strafen her.
  • Supermonkey 11.09.2019 14:07
    Highlight Highlight Sieht in praktisch ganz südostasien so aus. Hat leider mit unserem Pastik nicht im entferntesten was zu tun...
    • Spread_awareness 11.09.2019 23:16
      Highlight Highlight Wieso hat das nichts mit unserem Plastik zu tun? Leider wird auch gesammelter Plastik aus der Schweiz und allg. Europa gezielt nach Asien verschifft nach dem Motto „aus den Augen aus dem Sinn“! Ich kann euch die ZDF Doku „Die Recycling-Lüge“ ans Herz legen. Hab mich auch erst nach meinem Indonesien Urlaub angefangen damit zu befassen, da mir die Bilder von plastikverschmutzten Stränden und der beissende Gestank der Abfallverbrennungen hinter den Häusern keine Ruhe liessen...
  • Nickname "Nickname" 11.09.2019 14:01
    Highlight Highlight Lombok ist eine wunderschöne Insel. Weniger touristisch und mit mehr Charme als Bali. Mich macht es traurig, diese Insel so zu sehen. Die Regierung täte gut daran, den Einwohner Indonesiens das Recycling beizubringen und eine funktionierende Abfall-Infrastruktur aufzubauen. Ansonsten wird ein grosser Teil Indonesiens (noch mehr) im Abfall versinken.
  • Error 404 11.09.2019 13:49
    Highlight Highlight Der Müll kommt nicht nur mit den Touristen. Viele der Probleme sind hausgemacht. Wenigstens ist man hier weitsichtig genug, mit der Sensibilisierung in der Schule zu beginnen. Tolle Sache!
    • Lululuichmagäpfelmehralsdu 11.09.2019 16:03
      Highlight Highlight Schau dir das Video an.. Von wegen hausgemacht..

      https://www.instagram.com/tv/B0LlpKqnDCv/?igshid=160p39otoljrd
    • Spread_awareness 11.09.2019 22:44
      Highlight Highlight @Lululuichmagäpfelmehralsdu: Ich versteh die Downvotes nicht! So ein wichtiges Thema, wofür viel zu wenig Bewusstsein besteht! (Man sieht es hier in den Kommentaren, wo viele das Gefühl haben, es handle sich beim Plastik an den Stränden und im Meer um „achtlos weggeworfenes Plastik“.) Dem ist eben nicht so! Auch vermeintlich korrekt entsorgter Plastik aus Europa (inkl. Schweiz!) wird gezielt nach Asien verschifft, da wir mit der Menge an Plastik nicht mehr selber zurecht kommen, ohne dass es aussehen würde wie am Strand von Lombok! Stichwort Plastikexport.
    • rodolofo 12.09.2019 04:49
      Highlight Highlight Im Nachbarland von Indonesien, den Philippinen, konnte ich beobachten, wie die Leute alles bis zum absoluten geht nicht mehr verwendeten und wieder verwendeten.
      Auf dem "Smokey Mountain" von Manila, einer riesigen Abfallhalde, leben Menschen, die den herangekarrten Müll systematisch nach wieder Verwertbarem durchkämmen.
      Die Leute tun das nicht aus Leidenschaft, sondern weil sie extrem arm sind.
      Die eigentliche Katastrophe geht von hoch toxischem Sondermüll von der Industrie aus, die über Mafia-Kanäle irgendwo vergraben werden, oder von Abwässern, die aus Flüssen stinkende Kloaken machen...
  • Nik G. 11.09.2019 13:43
    Highlight Highlight Der achtlos weggeworfene Plastik sit nicht nur in Bali ein Problem. In vielen Teilen Südostasien ist mir dies aufgefallen. Thailand, Kambodscha (sehr schlimm), Laos (weniger Schlimm) usw.
  • gi_ann 11.09.2019 13:42
    Highlight Highlight Generell haben die südostasiatischen Länder ein Plastik Problem. Was den Leuten fehlt ist Aufklärung und Bildung.
    Das war in Vietnam so, da schmissen die den Karton einfach in den Mekong...
    Kampagnen sind gut, aber wie o.g, die Bevölkerung sollte auch aufgeklärt werden warum und weshalb Plastik schädlich ist...
    Traurig, traurig wie vermüllt die einst schönen Länder heute sind..
    • Amboss 11.09.2019 14:25
      Highlight Highlight Das Problem ist doch nicht Aufklärung und Bildung? Ich denke, es ist doch schlicht und einfach eine fehlende/ungenügende Infrastruktur zur Abfallentsorgung.
      Hat es Abfalleimer? Werden die auch geleert? Kommt die Müllabfuhr und nimmt den Haushaltsabfall mit? Und falls ja, wird der gesammelte Müll dann auch fachgerecht Entsorgt (= verbrannt) und nicht einfach ins Meer gekippt?
      Bevor nicht alle obigen Fragen mit Ja beantwortet sind, nützen Bildung und Kampagnen ziemlich wenig.
    • Supermonkey 11.09.2019 15:23
      Highlight Highlight Um den sinn zuverstehen für was abfalleimer und recyclinganlagen gut sein sollen brauc t es bildung und aufklärung! Je ärmer das Land umso grösser die Abfallproblematik... Ist so...
    • gi_ann 11.09.2019 20:15
      Highlight Highlight @amboss - also, ich habe meine Verwandte in Vietnam besucht. Jene, welche eine tiefere Ausbildung hatten, ergo eher arm sind, hatten nicht Mal das Verständnis für Müllabfuhr oder Recycling!
      Die Verwandten aus der Stadt oder besser entwickelten Regionen, die verstehen den Sinn und wissen auch, das Plastik schlecht ist. Und im Süden fliesst der Mekong hauptsächlich durch und was da alles achtlos reingeschmissen wird.
      1. Aufklärung und dann 2. Infrastruktur!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Clife 11.09.2019 13:40
    Highlight Highlight Es ist unglaublich, wieviel Plastik man einsparen könnte, wenn jeder Mensch eine Tasche (selbst eine Plastiktüte) zum einkaufen mitnehmen und längerfristig behalten würde, anstatt diese sofort wegzuwerfen, nur um am nächsten Tag eine neue zu kaufen.
  • Ganesh LXIX 11.09.2019 13:39
    Highlight Highlight Der ideale Ort für einen gewissen Herr Köppel und seine "faule" Anhängerschaft um sich nützlich zu machen, und einen wahren Blick vor Ort zu erhaschen, und nicht einfach immer gebetsmühlenartig zu palavern, aber das nützt doch nichts wenn die Anderen sich nicht ändern...blablabla
    • Auric 11.09.2019 15:45
      Highlight Highlight Ach ja und was wenn die pösen Europäer nur für 3 Prozent vom Plastikmüll in allen Ozeanen verantwortlich sind?

      Egal der Köppel ist schuld, ohne ihn wären die Meere sauber!!
  • theobromin 11.09.2019 13:38
    Highlight Highlight Coole Sache! Aber... anscheinend kommt der ganze Plastik aus der Hauptstadt Jakarta, dort fliesst der ganze Müll aus dem Inland über Flüsse ins Meer, oder wird sogar ins Meer gekippt. Von dort gelangt der Plastkabfall dann via Strömungen an die wunderschönen Strände von Bali und Lombok. Kleiner Tipp: An der Südküste von Lombok (bei Kuta) kann man herrlich dürfen ;)
  • Butzdi 11.09.2019 13:29
    Highlight Highlight ‚Mit den Touristen kam der Müll‘
    Erfahrungsgemäss ist die einheimische Bevölkerung schlimmer als fast jeder Tourist. Überall in Asien stapelt sich der Abfall, weil alles noch 3 fach verpackt wird. Am Mekong hat es bei Tiefwasser mindestens 2 Meter Plastikabfall in jedem Busch und leider sehen inzwischen fast alle Inseln in Südostasien ähnlich aus. Hier sind dringende Massnahmen längst überfällig.
    • Scipia della Rovere 11.09.2019 14:50
      Highlight Highlight Der Müll braucht kein Tourist, der kommt ganz von alleine. Per Schiff. Von Europa.
    • El Vals del Obrero 11.09.2019 16:24
      Highlight Highlight Ja, wobei der Mechanismus, der dazu führt, im Artikel ja beschrieben wird:

      Man hatte die Abfälle schon seit Generationen so entsorgt, nur waren die früher alle problemlos abbaubar (Palmblätter etc). Dass das jetzt plötzlich anders sein soll, braucht wohl eine gewisse Zeit.

      Unter Umständen bringen da die Touristen sogar einen Vorteil: Man kann gegenseitig voneinander lernen und wenn diese wegen zu vielen Abfällen ausbleiben hat man auch ein ökonomisches Interesse, die Situation zu verbessern.

«Es ist alarmierend» – Insektensterben in der Schweiz ist viel schlimmer als angenommen

Der Insektenschwund hat dramatische Auswirkungen. Das ganze natürliche Gleichgewicht gerät durcheinander. Das bekommt auch der Mensch zu spüren.

Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie zeigt erstmals das ganze Ausmass des Insektenschwunds für Deutschland und die Schweiz auf. Die Erkenntnisse sind alarmierend: In den vergangenen zehn Jahren wurde ein Rückgang der Artenvielfalt von 30 Prozent festgestellt.

Markus Fischer von der Uni Bern war an der Forschung beteiligt und hat uns die Studienerkenntnisse erläutert. Er sagt, warum die Studie so bahnbrechend ist, was die Ursachen für den Schwund sind und was jetzt zu tun ist.

Herr Fischer, …

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