Leben
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bild: watson / mterial: shutterstock

Emma Amour

«Plötzlich schläft mein Freund schlecht neben mir»



Liebe Emma

Ich bin nun seit einigen Monaten mit meinem Freund zusammen. Anfänglich kamen wir reibungslos miteinander aus, Tag wie Nacht. Bis er eines Tages anmerkte, dass er wohl nicht sehr gut schlafen würde, wenn wir zu zweit in einem Bett seien. Einerseits kann ich dies ja verstehen, doch andererseits denke ich mir, sollte man halt ein wenig Abstriche machen können in dieser Hinsicht.

Kurz danach kam von ihm der Wunsch nach einer zusätzlichen Decke, damit jeder seine eigene hat. Autsch! Ich geniesse die Nähe zueinander in der Nacht sehr, doch diese verschwindet mit einer zweiten Decke komplett.

Irgendwie ja logisch, für mich aber einfach nur traurig. Ausserdem finde ich diesen Zustand sehr spiessig. Wenn man so etwas mit 50 macht, wenn man schon zig Jahre verheiratet ist, finde ich es etwas anderes. Ich weiss nicht, wie ich darauf reagieren oder darüber denken soll.

Liebe Emma – hilf mir in meiner Verzweiflung, die wohl grösser ist, als sie sein sollte.

Liebe Grüsse,
Deby

Hoi Deby,

die ersten paar Wochen in einer Beziehung schlafen wir ja alle wunderbar nicht neben unseren neuen Eroberungen. Wer muss schon schlafen, wenn wir so frisch verknallt sind, dass wir nur Luft, Liebe und viel Sex brauchen? Da können wir auch wochenlang zu zweit in einem Einzelbett ausharren, wenn es sein muss.

Und dann passiert, was eben leider passiert: Aus der Verliebtheit wird Liebe. So schön das ist, so fies sind die Folgen: Wir müssen wieder schlafen. Und dann fällt uns wieder ein, wie schön es war, als wir das ganze Bett, das Kissen, die Decke, den Platz für uns hatten. Keine Kompromisse, nichts.

Als wäre das nicht fies genug, stören wir uns plötzlich an den Schlafgeräuschen des anderen. Oder daran, dass er so viel Decke/Platz braucht. Oder wir merken plötzlich, dass wir eigentlich verschiedene Schlafrhythmen haben.

Alles etwas ein Seich, ja, aber kein Weltuntergang, wie ich finde.

Ich gehöre aber auch zu den Menschen, die getrennte Schlafzimmer super finden. Ich weiss, im ersten Moment klingt das nicht romantisch. Am Ende aber ist es effektiv so, dass ich alleine am besten schlafe. Und hie und da ist alleine schlafen einfach schön. Und erholsam. Und, für mich zumindest, wichtig.

Im Fall deines Freundes sehe ich auch kein Problem. Zumal auch ich getrennte Decken durchaus sinnvoll finde. Heisst ja keinesfalls, dass man deswegen nicht vor dem Einschlafen noch ein bisschen kuscheln und sich nah sein kann.

Ich glaube, es geht in dieser Angelegenheit wie um alles, was eine Beziehung halt so mit sich bringt: Um die Findung des Kompromisses, der für beide stimmt. In eurem Fall könnten das eventuell getrennte Decken in kalten Monaten sein.

Oder, falls ihr noch nicht zusammen wohnt, dass ihr drei Nächte pro Woche getrennt schlaft oder so.

Ich drück euch den Daumen, dass ihr einen Weg findet, der für euch beide stimmt.

Deine,

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Und was würdest du Deby raten?

Das schönste Bett der Schweiz (auch mit zwei Decken):

Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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