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Lebensretter für alle? Kann Reiner Haseloff bei der Wahl in Sachsen-Anhalt seinen Posten, Armin Laschet und die ganze CDU retten, fragte Satiriker Oliver Welke in der «heute-show». bild: screenshot/zdf

Oliver Welke verbittert: «Für ein Viertel ist es normal, Rechtsextreme zu wählen»

Genderwahn, der Test-Wahn um Jens Spahn und der Versuch von Reiner Haseloff, bei der Wahl in Sachsen-Anhalt nicht nur seinen Posten, sondern gleich auch Armin Laschet und die ganze CDU zu retten, waren die Themen in der letzten «heute-show» (ZDF) vor der Sommerpause. Und einen Studiogast gab's auch. Oder heisst’s «Gästin»?

jürgen winzer / watson.de



Reiner Haseloff hat, so es am Sonntag nicht völlig schlecht läuft, laut «heute-show»-Moderator Oliver Welke in der letzten Ausgabe der Satire-Show vor der Sommerpause jede Menge Koalitionsmöglichkeiten. Nicht nur «Kenia» (aktuell: CDU, SPD, Grüne), sondern auch «Deutschland» (CDU, SPD, FDP) oder sogar «Simbabwe». Welke: «Also mit CDU, SPD, Grünen und FDP.» Welke zweifelt aber: «Um sich das vorzustellen, muss man wahrscheinlich Drogen aus Simbabwe nehmen.»

Die Aufgabe von Ministerpräsident Reiner Haseloff ist schwer. Nicht nur die Regierung in Sachsen-Anhalt - laut Welke «viel mehr als nur das Durchfahrtsland von Hannover nach Berlin» - steht auf dem Spiel. Haseloff müsse, so der Moderator, beim letzten Stimmungstest vor der Bundestagswahl im September auch gleich «Kanzlerkandidat Armin Laschet und die ganze CDU retten». Denn: Armin Laschet ist im Osten nicht wirklich beliebt. «Die CDU-Leute dort haben sich halt den Merz oder den Söder gewünscht - oder irgendwen ausser Armin.»

Hat die AfD so viele Fans, obwohl oder weil sie sich immer mehr radikalisiert?

Bedenklich stimmen die letzten Prognosen, wonach die AfD auf 24 Prozent der Stimme kommen könnte. Welke verbittert: «Für ein Viertel ist es normal, Rechtsextreme zu wählen! Eine offen völkisch national geführte Partei.» Viele störten sich auch nicht daran, dass der persönliche Referent des Spitzenkandidaten Oliver Kirchner Mitglied bei der seit 2009 verbotenen «Heimattreuen Deutschen Jugend» (HDJ) war. «Da könnte man das D auch streichen», so Welke. Es stelle sich zudem die Frage, «ob die AfD so viele Fans habe, obwohl oder weil sie sich immer mehr radikalisiere?».

Christian Ehring meinte dagegen, es sei wichtig, das Positive zu sehen, auch und gerade an Sachsen-Anhalt. Immerhin wählten eben 76 Prozent nicht AfD. Ausserdem sei dort die Luftpumpe erfunden worden! «Wir dürfen über Ostdeutsche nicht reden wie über einen Problembären.» Betrübt stellte der Gast-Satiriker aber fest, dass es im Kabinett keinen Ostdeutschen gäbe. Dafür aber drei Saarländer: «Drei aus dem Saarland, diesem Franzosenpuff, diesem legendären Inzuchtgebiet!» Immerhin sei - noch - die Kanzlerin Ostdeutsche.

Apotheker-Segen Jens Spahn: «Erst machen, dann gucken, was es kostet»

Leichter als die Koalitionsbildung in Sachsen-Anhalt ist es derzeit, auf schnelle Art richtig Geld zu scheffeln. Meinte jedenfalls Oliver Welke, der derzeit eine Geschäftsidee uneingeschränkt empfiehlt: «Eröffnen Sie ein Test-Zentrum - sogar Geld drucken ist schwerer!»

Weil Jens Spahn die «Test-Verordnung mal eben schnell hingeschludert» hat, nützten clevere Leute mit krimineller Energie die zahllosen Lücken im System dazu, mit getürkten Test-Zahlen ordentlich abzusahnen. Denn: «Keiner hat nachgedacht, wie man die Zentren kontrolliert.» Zumindest nicht der Gesundheitsminister - sein Mitarbeiterstab schon. Aber wie damals beim Maskenskandal (Masken für 6.50 Euro gekauft, die im Einkauf nur 1.22 kosteten) habe Spahn mal wieder nicht auf «seine eigenen Leute» gehört.

Wieder ordentlich Gegenwind für den Gesundheitsminister - und eine wehmütige Forderung: «Ganz früher, da sind Minister in so einem Fall auch mal zurückgetreten. Aber das tun heute ja nur noch Kardinäle.» Immerhin: Die Apotheker halten zu ihrem Jens, jedenfalls Schauspieler Matthias Matschke. Er sei der Vorsitzende des einzigen Jens-Spahn-Fanclubs und bete täglich für den «besten Gesundheitsminister der Welt»: «Heiliger Jens, versorge uns in der Not.» Bewunderung von Apotheker-Seite gibt's für die zupackende Art: «Der Jens ist halt ein Macher: Erst mal machen und dann fragen, was es kostet.» Netter Nebeneffekt: «Wir haben uns an den Masken dumm und dämlich verdient. Und ich steh dazu!»

Gendern korrekt umgesetzt: «Dann werd‘ doch Nutter!»

Was wird noch hysterischer diskutiert als Spahn-Fehler und die Sachsen-Anhalt-Wahl? Das Gendern! Als habe das Land keine andere Sorgen werde über das Gendersternchen und Gendersprech völlig «entgleist» debattiert. Die einen wollen es «unterbinden» und wähnen sich in der «Genderdikatatur», andere bezeichnen Petra Gerster als «Genderterroristin». Welke begrüsste die gerade bei «heute» verabschiedete Journalistin als überraschenden Studiogast: «Sie sind quasi der Osama BinInnenLaden des ZDF.»

Gerster bekam eigenen Aussagen zufolge diverse unschöne Nachrichten online wie digital - und von enttäuschten Lesern auch schon mal ihre Bücher zurückgeschickt. «Wie schön, dass die ja schon gekauft worden sind», meinte Welke trocken.

Der Moderator selbst gestand, dass er nicht gendere. «Warum? Weil das meine ansonsten unglaublich elegante Sprachführung stört.» Aber er habe mit dem Gendern kein Problem. Andere schon, wie durch Birte Schneider zu erfahren war. Die «Burgschauspielerin» rezitierte Hate-Posts wider das Gendern zu zarten Harfenklängen als Prosa-Werke. Ein Glanzstück: «Was ist mit generischem Femininum? Was mit Diva, Politesse, Nutte, Schlampe? Dann will ich auch Nutter!» schrieb User Sven AM. Schneider: «Lieber Sven, wenn das wirklich dein Traum ist, dann werd‘ doch Nutter: Kauf dir einen Wohnwagen und stell dich an die B 9, es ist ein freies Land.»

Zurück zur Normalität: Wie grüsst man richtig?

Ja, das Land wird wieder freier - die Coronainzidenz sinkt. Die plötzlichen Lockerungen und wieder gewonnenen Freiheiten stellen viele vor Probleme: Was tun mit der neuen alten Normalität? Autor Friedemann Weise wusste Rat. Er beantworte Fragen von verunsicherten Menschen - etwa die nach der richtigen Begrüssungsform, wo man doch nun wieder Menschen treffen könne. Weise zitierte die «Grussbauernregeln des RKI»: «Bist du von Covid frisch genesen, klopf zur Begrüssung auf den Tresen.» Oder: «Der Erstgeimpfte nimmt den Fuss, der Durchgeimpfte Hand zum Gruss.»

Jetzt aber: Schluss mit lustig in der Welke-Sause - bis September macht die «heute-show» Pause.

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