Leben
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Ich habe mir «Rings» angeschaut – damit ihr es nicht müsst

Bild: paramount pictures / «rings»

Die Macher von «Rings» hätten Samara ruhig mal einen eigenen YouTube-Channel gönnen können.



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Und nun wieder zurück zum Artikel.

Überraschung: Das Mädchen aus der Videokassette ist zurück. 15 Jahre nachdem sich händchenhaltende Teenager auf der ganzen Welt vor Angst in die Hose pinkelten, ist der letzte Teil der Ring-Trilogie im Kino erschienen – als Hollywood-Adaption versteht sich. Vor allem eines hat sich seit 2002 nicht verändert – die Technik, mit der das «tödliche Video» verbreitet wird:

Frei nach dem Motto:

«Never change a running system»

Wer angesichts der absurden technischen Verbreitungsmethode nicht in der ersten Viertelstunde lachend zusammenbricht, hat keinerlei Sinn für Humor. Bei aller Liebe zur «Realität» in Horrorfilmen: Wie soll sich der Zuschauer vor einem Video gruseln, das heute keiner mehr abspielen kann? Horror lebt doch gerade von den Geschichten, die sich theoretisch in unseren Kellern und Schlafzimmern abspielen könnten, sobald wir das Licht ausmachen. Wir halten also fest:

Die Macher von «Rings» hätten Samara ruhig mal einen eigenen YouTube-Channel gönnen können.

Hilft auch bei der viralen Verbreitung! Anyway.  

Dem Regisseur Javier Gutiérrez ist ein Film gelungen, bei dem man sich Freitagabends getrost im Kino betrinken kann – ganz wie früher eben. Die Dialoge flach wie jeder x-beliebige Hollywood-Schinken, der Plot so vorhersehbar wie ein grippaler Infekt kurz vor dem Sommerurlaub.

Immerhin etwas ist neu: Der inhaltliche Fokus liegt auf den Geschehnissen vor Samaras Brunnentod. Nachdem sich Julia eine digitale Kopie des Videos (immerhin!) angesehen hat (WHY?!), begibt sie sich gemeinsam mit ihrem Freund Holt auf die Suche nach der minderjährigen Mutter Samaras, die einst in einem abgelegenen Dorf lebte. Wozu die durchaus mutige Protagonistin einen Freund braucht, der weder ehrlich, noch bei des Rätsels Lösung hilfreich ist, bleibt genauso wie das Ende unbeantwortet. Alles für den Sexappeal! 

Sobald zwei hilflos romantische Twenty-Somethings ohne Charisma in den Hauptrollen stecken, hilft auch der Fakt wenig, dass Johnny Galecki alias Leonard Hofstadter als «verrückter Professor Gabriel» für den gewissen Fan-Bonus sorgt. Er hat den Filmvertrag genauso wie die Drehbuchautoren voraussichtlich eher aufgrund der Nullen auf dem Check unterschrieben, als aufgrund der künstlerischen Herausforderung. Aber das ist natürlich nur eine Vermutung.

Es ist, wie es ist:

«Rings» bleibt der ideale Film, um mal wieder abgestandenes Popcorn für 10 Franken zu kaufen, das nach dem zweiten Bissen im hintersten Backenzahn hängen bleibt.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten rund um die beiden Turteltäubchen entwickelt sich der Streifen durch die bewusste Wiederholung bekannter Szenen – ein Brunnen, die Fliegen, der Klippensturz und nicht zu vergessen das haarige Mädchen – zur eskapistischen Trash-Perfektion ohne bösen Überraschungen. Spannung und Schock sucht man genauso wie frische Handlungsstränge vergebens.

Genau das also, was man nach einer anstrengenden Woche braucht – und noch dazu eine ideale Ausrede, um mal wieder auf «ein richtiges Date» zu gehen, bei dem sich beide vorher und nachher nicht allzu viel zu sagen haben.

PS: Bald ist Valentinstag.

Wer sich vorher in Stimmung bringen möchte:

abspielen

Video: YouTube/Paramount Pictures

Könnte sein, dass «Rings» auch mal in dieser Slideshow auftaucht: «Goldene Himbeere: schlechtester Film»

Mehr zu Film, Serien, Netflix und Co.

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