Nach «Der König der Löwen» und «Das Phantom der Oper» ist «Wicked» das dritterfolgreichste Musical aller Zeiten. Nun kommt die Verfilmung des Klassikers am Donnerstag, 12. Dezember, in die Schweizer Kinos. Mit Ariana Grande (Glinda) und Cynthia Erivo (Elphaba) in den Hauptrollen hat das Musical zwei grosse Fische in Hollywood gecastet. Doch gerade die beiden sorgen jetzt für Kontroversen.
Grund dafür ist unter anderem die emotionale Promo-Tour, welche die beiden seit mehreren Wochen führen. So vergeht fast kein Interview, in dem die beiden Schauspielerinnen nicht zu Tränen gerührt sind. Immer wieder erzählen sie die Geschichte, dass sie ihr Leben lang auf diese Rolle gewartet hätten, «Wicked» sie bereits seit ihrer Kindheit begleitet habe und sie ohne das Musical heute nicht wären, wer sie sind. Grande und Erivo haben sich während der Dreharbeiten zudem mehrere «Wicked»-Partnertattoos stechen lassen.
Während viele anfangs die Emotionalität der Schauspielerinnen lobten, schlich sich langsam aber sicher eine Übersättigung an den überschwänglichen Gefühlen an. So liest man jetzt unter Videos von Interviews vor allem Dinge wie: «Oh mein Gott, hört auf zu heulen» oder «Es ist nicht so deep, wieso heult ihr immer? Was ist am Set passiert?» Online gibt es Dutzende von Memes und Videos, welche die tränenreichen Interviews zeigen:
Der Spott online ging so weit, dass Ariana Grande und Cynthia Erivo sogar in einem Interview darauf angesprochen wurden. Dazu meinten die beiden: «Ihr müsst es verstehen, für uns geht das ganze Projekt schon drei Jahre und wir können es endlich mit allen teilen». Ariana Grande fügte zudem an: «Wieso machen euch unsere Emotionen so Angst?»
Die Verbindung der beiden Schauspielerinnen mit «Wicked» ist tatsächlich lang. So gibt es mehrere Videos von Ariana Grande, in denen sie schon vor Jahren erzählte, dass Glinda ihre Traumrolle sei. Laut mehreren Quellen hatte die Schauspielerin aber mehrere prominente Konkurrentinnen, die ebenfalls hinter der Rolle her waren. Dazu gehören etwa Amanda Seyfried, Renée Rapp oder Dove Cameron. Für die Rolle von Elphaba war zunächst eigentlich Lady Gaga gecastet worden. Daraufhin wurde die Version von «Wicked» jedoch nochmals neu aufgesetzt und die Sängerin bekam die Rolle doch nicht.
Zudem begann die Promo für den Film schon viel früher, als vielen bewusst ist. Bereits an den Oscars im März zeigte sich Ariana Grande in einem riesigen pinken Abendkleid, Cynthia Erivo war in dunkelgrün gekleidet. Die beiden Farben sind sinnbildlich für die beiden Rollen Glinda und Elphaba. Glinda wird immer in Rosa und Elphaba in Grün abgebildet.
Die Farben ziehen sich seither über alle roten Teppiche und Interviews zum Film. Dabei spricht man im Marketing vom sogenannten «Methode Dressing». Auch bei der Promo-Tour für «Barbie» im letzten Jahr setzte man stark auf diese Methode.