DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Mann und sein Schwein – offenbar eine erstaunlich gute Kombination für einen Film.
Ein Mann und sein Schwein – offenbar eine erstaunlich gute Kombination für einen Film.
Bild: Neon

Nicolas Cages neuer Film heisst «Pig» – und alle lieben ihn (im Ernst!)

14.07.2021, 18:47

Wann hat Nicolas Cage eigentlich zuletzt einen richtig guten Film gemacht? Vermutlich 2002, als er für «Adaption» als bester Nebendarsteller für den Oscar nominiert wurde. Seither hat der Schauspieler so ziemlich jede Rolle angenommen, die er angeboten bekam, um seine immensen Steuerschulden zu begleichen. Viel Gutes war da nicht dabei, aber immerhin hat uns das fast zwei Jahrzehnte lang sehr amüsante Memes beschert. So hat sich der Neffe von Francis Ford Coppola zumindest als er selbst in der Populärkultur verewigt.

Ob all seiner überdrehten Darstellungen, die Cage in den letzten Jahren abgeliefert hat, vergisst man aber leicht, dass er tatsächlich etwas auf dem Kasten hat. Die Fähigkeit, ein nuanciertes Schauspiel abzuliefern, hat ihm in seiner Karriere auch die eine oder andere Rolle als Charakterdarsteller eingebracht. 1996 gab es dafür sogar den Oscar als bester Hauptdarsteller in «Leaving Las Vegas».

Trailer zu «Adaption – Der Orchideen-Dieb» von 2002:

Nun hat sich Cage wieder einer Charakterrolle gewidmet, in einem Film, der im ersten Moment ziemlich lächerlich klingt. In «Pig» (ja, der Film heisst «Schwein») spielt er einen Holzfäller, der mit seinem Trüffelschwein alleine in der Wildnis lebt. Als ihm sein geliebtes Schwein gestohlen wird, macht er sich auf, dieses zu finden und Rache an denen zu üben, die es entführt haben. Dafür geht er zurück in seine Heimatstadt Portland, wo er sich seiner Vergangenheit stellen muss, um sein geliebtes Schwein wiederzufinden.

Im Vorfeld als «John Wick mit einem Schwein» belächelt, avanciert der Film nun nach und nach zum Kritikerliebling. Statt Action und Herumgeballere wie bei «John Wick» gibt es einen unerwartet nachdenklichen Film, wie The Guardian in ihrem Review schreiben:

«Man hat uns beigebracht, eine gewalttätige Hintergrundgeschichte und eine knallharte Strafe zu erwarten, aber von den ersten Szenen an – wunderschön gefilmt, sich langsam entfaltend – ist klar, dass dies nicht der Rache-Thriller sein wird, den wir erwarten. Stattdessen ist es ein überraschend schwermütiges Drama, in dem es weniger darum geht, sich zu rächen, als vielmehr darum, sein Selbst wiederzufinden. Eine ungewöhnliche Reise, die Cage und uns tief in die überraschend dunkle Foodie-Welt des gentrifizierten Portland führt.»

Es sei die beste Darbietung von Cage seit Jahren, ist im Review weiterhin zu lesen. Weg sei das überdrehte Schauspiel, für das Cage in den letzten Jahren berüchtigt geworden sei. Wie ausgewechselt wirke Cage, der mit diesem Film beweise, dass er unter all den Schichten an Trash noch immer ein gefühlvoller, vielschichtiger Schauspieler sei – wenn man ihm nur die Möglichkeit gebe.

Auch in den anderen Rezensionen, sei es vom unbekannten Blog bis hin zur renommierten Publikation, wird «Pig» und Cages Darstellung in den höchsten Tönen gelobt:

  • Variety: «Als Abstieg in die scheinbar hochriskante Welt der Trüffel-Schweinewilderei ist ‹Pig› unerwartet berührend; als Schaufenster für Cages Brillanz ist es eine Offenbarung.»
  • THN: «‹Pig› ist nicht gerade der Arthouse-John-Wick, den die Synopsis vermuten lässt, aber diese seltsam emotionale Geschichte von Liebe und Verlust ist gefährlich verführerisch.»
  • Showbiz Cheat Sheet: «Es ist ein Nicolas Cage, den wir seit Jahren nicht mehr gesehen haben – willkommen zurück!»

Doch auch Regisseur Michael Sarnoski, der mit «Pig» sein Debüt abgeliefert hat, wird mit Lob überhäuft. Er habe einen visuell wundervollen Film über Verlust gemacht und zeige, was Schmerz mit uns anstellen könne. Zwar sei «Pig» nicht perfekt, schreibt der «Guardian», aber lasse auf eine grosse Zukunft von Sarnoski hoffen.

Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass «Pig» auch den Weg in die hiesigen Kinos oder auf die Streaming-Plattformen findet. Bisher ist er in der Schweiz noch nirgends verfügbar. Auch in den USA läuft der Film nur in wenigen Kinos. Vermutlich hatte niemand damit gerechnet, dass Nicolas Cage als John Wick mit Schwein wirklich sehenswert sein könnte. (pls)

Der Trailer zu «Pig»:

Mehr zu Filmen:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So kennen wir ihn eigentlich:

1 / 7
Nicolas Cage Memes
quelle: imgur
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Wie im Science-Fiction-Film: Mann fliegt mit Hoverboard über Time-Square

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

10 emotionale Filme, die auch in deinen Augen für Niederschlag sorgen

Das Wetter macht aus unserem Sommer ein Trauerspiel. Wieso sich also nicht der Trauer hingeben und während den feuchten Regentagen nach allen Regeln der Filmkunst vor sich hin weinen?

Die Krux mit den traurigen Filmen ist, dass nicht alle Trauer gleich empfinden. Während manche Tränen wegen verstorbenen (Film-)Hunden vergiessen, geschieht es bei anderen, weil die grosse (Film-)Liebe aus dem Leben scheidet, weil sie einen (Film-)Kameraden im Krieg verlieren oder weil das (Film-)Leben schlicht ungerecht ist.

Darum entsprechen die hier aufgelisteten Filme einer höchst subjektiven Selektion, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt (Vollständigkeit kommt eh nur im …

Artikel lesen
Link zum Artikel