Mit der (Über-)Sexualisierung von Schauspielerinnen hat Hollywood schon seit jeher ein Problem. In Filmen kommt das meist in Form von bedenklichen Stereotypen und viel zu freizügiger Kleidung daher, wenn dies für die Geschichte überhaupt nicht nötig gewesen wäre.
Das finden auch folgende Schauspielerinnen, die bereits in einem solchen Kostüm schauspielern mussten.
«Es gibt nicht genug Klebeband auf der Welt, um dieses Kostüm zu befestigen. Ich musste jedes Mal, wenn ich pinkeln musste, aus der Hose herausgeschnitten und wieder eingenäht werden, und das war ein 45-minütiges Unterfangen», erzählte Garner letztes Jahr in einem Interview mit «People». Und weiter: «Ich glaube, es waren etwa drei [Brusteinlagen] auf jeder Seite in verschiedenen Grössen, und alles wurde nach oben und aussen gedrückt.»
Angelina Jolie war gar nicht glücklich darüber, wie der Film basierend auf ihrem Aussehen vermarktet wurde. Für sie sendete die freizügige und enge Kleidung ihrer Figur eine schlechte Botschaft an junge Mädchen. Als sie sah, mit welchem Bildmaterial der Film beworben werden sollte, war sie aufgebracht: «Ich habe mich wirklich bemüht, nicht zu weinen. Meine Brüste sind gross genug – warum müssen sie noch grösser werden?»
In «Into the Blue» hätte Jessica Alba eigentlich eine Meeresbiologin-Studentin spielen und einen Neoprenanzug tragen sollen. «Aber dann haben die Verantwortlichen beschlossen, das Ganze zu verdummen», sagte sie gegenüber «GQ». «Jedes Mal, wenn die Kamera ausging, habe ich mich in ein Handtuch gehüllt.» Alba hat gehasst, dass die Leute über ihren Körper statt über den Film gesprochen haben.
Apropos Bikini, hier kommt wohl der bekannteste der ganzen Filmgeschichte. Carrie Fisher sagte, dass sie dachte, dass George Lucas einen Witz machte, als er ihr den Bikini zeigte.
Auch Michelle Pfeiffer hasste ihr Kostüm und macht daraus kein Geheimnis: «Es war das unbequemste Kostüm, das ich je getragen habe. Sie mussten mich einpudern, mir hineinhelfen und dann den Anzug vakuumverpacken.»
Margot Robbies Harley-Quinn-Kostüm wich stark von den Comics ab, da es sehr viel freizügiger ist. «Als Margot würde ich so was nicht anziehen. Ich esse mittags Burger, und dann drehen wir eine Szene, in der ich nass gespritzt werde und ein weisses T-Shirt trage, das so eng anliegt und mich verunsichert», sagte Robbie gegenüber «The New York Times».
Malin Åkerman verglich ihren engen Latexanzug in «Watchmen» mit einem Kondom, das sie über ihren ganzen Körper stülpte und nannte es «so unbequem». «Sie wollten meine Taille mit einem Korsett sieben Zentimeter schmaler machen, als sie eigentlich ist, damit meine Schultern breiter aussehen», sagte sie in einem Interview. Zudem zeigte der Anzug «alle Konturen».
Für Marina Sirtis' Outfit in «Star Trek» musste sie Gewicht verlieren und hatte das Gefühl, dass sie nur da war, damit sie von den Männern angeschaut werden konnte.
Ursprünglich sollte Sirtis' Figur «das Gehirn der Enterprise» sein, aber als man sich entschied, sie in ein knappes Outfit zu stecken, sagte sie, sie «wurde dekorativ, wie eine Topfpalme auf der Brücke». Als ihre Uniform später geändert wurde und ihr Dekolleté verbarg, sagte Sirtis, dass ihr Charakter fähiger wurde: «Folglich bekam ich meinen ganzen Verstand zurück, denn wenn man ein Dekolleté hat, kann man in Hollywood keinen Verstand haben.»
Der «Charmed»-Star Alyssa Milano nannte kein bestimmtes Outfit, sagte aber, dass sie die Kostüme ihrer Figur in der Serie als zu freizügig empfand. Für sie fühlte es sich an, als wäre es in den 90ern notwendig gewesen, die Figuren zu sexualisieren, um die Serie zu verkaufen.
Auch Sophia Bush hasste, wie oft ihr Outfit einfach nur als Unterwäsche bestand. Als sie sich dagegen wehrte, wurde ihr gesagt, dass ihre grossen Brüste halt alle sehen wollen. Als Protest tauchte sie am Tag darauf im Rollkragenpulli auf und sagte, dass sie ab jetzt an nur noch das tragen werde, wenn die Unterwäsche-Szenen nicht weniger werden.
In «Iron Man 2» war Scarlett Johanssons Kostüm sehr viel freizügiger als in späteren Marvel-Filmen. Johansson selbst bezeichnete die Darstellung ihrer Figur als «hypersexualisiert» und sagte: «Wenn man sich ‹Iron Man 2› anschaut, und obwohl der Film wirklich lustig war und eine Menge toller Momente hatte, ist [Black Widow] so sexualisiert. Es wird über sie gesprochen, als wäre sie ein Besitz oder Ding.»
Über die Jahre hat sich ihre Figur aber weiterentwickelt, und «junge Mädchen bekommen jetzt eine viel positivere Botschaft».
Ein weiterer Marvel-Star, der sein Kostüm zu freizügig findet, ist Elizabeth Olsen. In «Avengers: Infinity War» ist sie die einzige Superheldin, die einen Ausschnitt hat. Olsen sagte, dass es ihr nichts ausmachte, ein Korsett zu tragen, aber sie hätte es lieber gesehen, wenn es nicht so tief ausgeschnitten gewesen wäre.
Auch «Victorious»-Darstellerin Daniella Monet berichtet, dass sie gezwungen wurde, Outfits zu tragen, in denen sie sich unwohl fühlte. Eine Kostümbildnerin der Show machte darauf aufmerksam, dass jugendliche Schauspielerinnen aus Angst vor Konsequenzen oft ihre Outfit-Bedenken nicht ansprechen.
Kaley Cuoco mochte ebenfalls viele ihrer «Charmed»-Kostüme nicht, darunter die schwarze Perücke und ihr schwarzes Vinyl-Outfit zu Beginn von Staffel 8 und ihr Superheldenkostüm in der Folge «Kampf der Verhexten».
(cmu)
Der Markt für die Filme ist riesig und die Schauspieler/innen alle freiwillig mit an Board. Aber es ist wohl der Puls der Zeit, sich über alles zu empören. Von all den Schauspielerinnen oben gibt es beispielsweise Bilder vom roten Teppich, wo sie im "eigenen Outfit" deutlich weniger tragen.