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Wissenschaftler tüfteln am Rezept gegen den Neujahrskater. Bild: Shutterstock

Dein Kater an Neujahr könnte bald geheilt werden – Forscher tüfteln mit diesen Mittelchen

Ausgelassene Stimmung, Böller und Feuerwerk gehören zum Jahreswechsel genauso wie das Gläschen Sekt. Wenn es aber mehr wird, droht an Neujahr der Kater. Wie kann dem begegnet werden? Wissenschaftler haben sich manch angeblichem Rezept gewidmet.



Wer mit einem Kater ins neue Jahr startet, ist krank – richtig krank. Das ist gerichtlich festgestellt. Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit und Kopfschmerzen lägen ausserhalb der natürlichen Schwankungsbreite des menschlichen Körpers, urteilten die Richter des Frankfurter Oberlandesgerichtes. Werbung mit dem Versprechen, diese alkoholbedingten Leiden zu lindern, sei deshalb für Lebensmittelprodukte nicht zulässig.

Der Katzenjammer nach einer durchzechten Nacht gehört zu den Krankheiten, die regelmässig keiner ärztlichen Behandlung bedürfen. Dennoch nehmen sich immer wieder Wissenschaftler der Thematik an – etwa um die Wirksamkeit von Hausmitteln und Nahrungsmitteln, die die Symptome schnell lindern sollen, zu überprüfen.

Verschiedene Experimente

So verabreichten koreanische Forscher einer Gruppe von 25-jährigen Männern erst hundert Milliliter Whiskey und dann eine Wasserlösung mit rotem Ginseng. Eine Kontrollgruppe bekam nach dem Whiskey ein wirkungsloses Placebo. Bei der Ginseng-Gruppe verringerte sich der Alkoholgehalt im Blut deutlich schneller – und damit auch das Risiko eines üblen Katers.

Ginseng

Hilft Ginseng gegen den Kater? Laut koreanischen Forschern hat er positive Wirkungen. Bild: Shutterstock

Indische Wissenschaftler führten jüngst Tests mit Dutzenden Lebensmitteln durch – allerdings spürten sie dem Abbau von Alkohol durch Enzyme im Reagenzglas nach. Ihr Ergebnis: Ein Mix aus Birne, Limettensaft und Kokosnusswasser kann möglicherweise helfen, den Kater zu überwinden. Eine Beimischung von Gurke und Tomate könnte den Effekt noch verstärken, heisst es in der Studie – schmecke aber nicht.

Schon seit Jahrtausenden suchen Heilkundler nach einem Mittel gegen die Folgen von Alkoholexzessen. Der britische Medizinhistoriker Vivian Nutton entdeckte bei der Entzifferung eines fast 2000 Jahre alten Papyrus, dass die alten Ägypter wohl auf einen Strauch, die Torfgränke (Chamaedaphne), setzten. Zum Kranz gewunden wurden die Zweige demnach um den Hals gelegt, um «trunkene Kopfschmerzen» zu bekämpfen. Etwaige Erfolge sind nicht überliefert.

Viele Mythen

Wenn schon kein Allheilmittel gegen Kater gefunden ist, bestätigt die Forschung dann wenigstens die nicht so ganz geheimen Rezepte zur Prävention? Mitnichten.

«Bier auf Wein, das lass' sein. Wein auf Bier, das rat' ich dir» – Forscher der Universität Witten/Herdecke haben diesen prominenten Rat zur Katervermeidung mit einem feuchtfröhlichen Experiment als Mythos entlarvt. Ihre Erkenntnis: Für den Kater spielt es keine Rolle, in welcher Reihenfolge man Bier und Wein in sich hineinschüttet.

Die Teilnehmer der Studie tranken an zwei verschiedenen Abenden zunächst nur Wein oder Bier und wechselten bei 0,5 Promille Alkohol im Blut auf das jeweils andere Getränk. Für den Morgen danach machte das keinen Unterschied. «Wir haben eindeutig gezeigt: Das Sprichwort stimmt nicht – zumindest für Weisswein und Lagerbier», sagt der Mediziner Kai Hensel, der das Experiment in Witten geleitet hat.

Finger weg von Bourbon

Wohl aber macht es einen Unterschied, was man trinkt. Ein Experiment von US-Forschern zeigte: Bourbon verursacht einen heftigeren Kater als Wodka. Die Wissenschaftler führen das darauf zurück, dass Bourbon einen rund 37-fach höheren Anteil an sogenannten Kongeneren hat – das sind chemische Substanzen, die bei der Gewinnung von Alkohol entstehen.

Ob an Silvester oder bei anderen Feiern: Die Abwägung zwischen Genuss jetzt und Leiden später muss jeder für sich treffen. «Am Ende des Tages ist das Katerempfinden aber natürlich subjektiv, denn es ist ja eine Form von Schmerz», sagt Wissenschaftler Hensel dazu. (sda/dpa)

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Biotop 26.12.2019 16:59
    Highlight Highlight Genau deswegen trinken schlaue Mäuse aus Prinzip keinen Alkohol, sie fürchten sich vor dem Kater.
    • Dani B. 26.12.2019 18:50
      Highlight Highlight ...und naive Kätzchen besuchen eine Bar, weil sie einen Kater wollen.
  • BoJack Horseman 26.12.2019 15:46
    Highlight Highlight Man kann sich auch dem sozialen Druck entziehen und nicht saufen. Aber in der Schweiz ist das ja anscheinend verpönt.
    • Fritz N 27.12.2019 09:34
      Highlight Highlight ...sagt Bojack Horseman, der weiss wie einfach das ist ;)
  • MartinZH 26.12.2019 15:38
    Highlight Highlight Wie wäre es, einfach weniger zu saufen? 🤔 Man hat danach keinen Kater und ist gut für die Gesundheit! 🍻👍😉
  • Whaaaat?_Son 26.12.2019 15:20
    Highlight Highlight Aus jahrelangen Eigenversuchen bin ich zum Ergebnis gekommen, dass eine Tasse Buillon vor dem Schlafen gehen Wunder wirkt um einen Kater vorzubeugen.
  • Resistance 26.12.2019 14:16
    Highlight Highlight Sportler dörfet sich nöd doppe! Aber das go schaffe chasch dörfsch der alles ine ballere!
  • Jimmy :D 26.12.2019 13:47
    Highlight Highlight Ich fände es persönlich grossartig, wenn es ein Wundermittel gegen den Kater gäbe.

    Der Kater ist jedoch das einzige, was mich davon anhält komplett zu übertreiben oder auch regelmässig zu übertreiben.

    Gäbe es also das Wundermittel würde das wohl meiner Gesundheit mehr schaden, anstatt dass es helfe würde...
  • Luesae 26.12.2019 13:21
    Highlight Highlight Genug Wasser trinken zwischendurch (-:
  • haze 26.12.2019 13:14
    Highlight Highlight Konterbier!
  • Max Dick 26.12.2019 12:51
    Highlight Highlight Silvester ist, wenn sich auch Amateure mit der Problematik Kater auseinander setzen müssen.
  • sephiran 26.12.2019 12:30
    Highlight Highlight Viel Wasser und ein Sandwich / Burger vor dem Schlafen gehen. Das sind für mich die besten Antikatermittel.
  • wasps 26.12.2019 11:52
    Highlight Highlight Man könnte ja auch weniger gügeln.
  • Purscht 26.12.2019 11:42
    Highlight Highlight Der Kater gehört zum Trinken. Ohne Kater verliert das Trinken eine wichtige Facette und wird gefährlich.
    • El Vals del Obrero 26.12.2019 15:08
      Highlight Highlight Siehe auch den Asterix-Band "Die Lorbeeren des Cäsars".
  • Rainer Winkler. 26.12.2019 11:40
    Highlight Highlight Elektolyten!!! meddl
    • Weiter denken 27.12.2019 08:59
      Highlight Highlight Eine spannende These Rainer, magst Du uns Deine wichtige Information ins Deutsche übersetzen?
    • Fritz N 27.12.2019 09:35
      Highlight Highlight „Denkt an die Elektrolyte!“
      ―Karl Schmidt 2003
  • jjjj 26.12.2019 11:25
    Highlight Highlight Weniger saufen und gut ist..
  • PlayaGua 26.12.2019 11:16
    Highlight Highlight Böller gehörten in der Schweiz nie zum Jahreswechsel.
  • Roro Hobbyrocker 26.12.2019 10:59
    Highlight Highlight Der “Kater“ ist keine Krankheit und kann somit nicht geheilt werden.
  • lilie 26.12.2019 10:48
    Highlight Highlight Die haben beim Wein-und-Bier-Experiment nur Weisswein getrunken? Das finde ich jetzt nicht so aussagekräftig, die meisten Leute trinken doch eher Rotwein. Und der hat doch definitiv andere Substanzen drin als Weisswein. 🤷‍♀️

    Jänu, ich brauch eh keine Prävention und kein Katermittel, weil ich nüchtern ziemlich ausgelassen sein kann, besoffen aber zur totalen Spassbremse mutiere. 😅

    Die Wahl zwischen wenig und viel trinken fällt mir somit nicht allzu schwer. 😏😅

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