Leben
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Milo Rau in Brasilien 2020

Die Proben zu Milo Raus Projekt «Antigone im Amazonas» wurden durch Corona abrupt abgebrochen. Bild: Armin Smailovic

Interview

Milo Rau zu Corona: «Wenn wir diese Lektion nicht lernen, sind wir gefickt»

Der Regisseur Milo Rau ist Schweizer, hat Familie in Köln und ein Theater in Belgien. Corona ist für ihn die Krankheit des alten weissen Mannes. Der Stillstand der Welt erfüllt ihn mit Euphorie und Hoffnung.



Milo, du hast den Einschlag von Corona in deinen Alltag nicht in Europa erlebt, sondern in Brasilien. Kannst du den Tag beschreiben, als du und deine Leute beschlossen habt, jetzt geht’s nicht weiter, jetzt geht’s nur noch nachhause?
Wir kooperierten am Amazonas mit der brasilianischen Landlosen-Bewegung. Also mit den Vertretern von 2 Millionen Familien, denen Bolosonaro in seiner Antrittsrede als Präsident mit Waffengewalt gedroht hatte, weil sie Monokulturen besetzen. Unser Deal war, sobald im Amazonas-Gebiet der erste Fall bekannt wird, brechen wir ab. Wir wollten nicht riskieren, dass infizierte Landlose und Indigene zu ihren Familien zurückkehren und wir so dazu beitragen, dass sich die Krankheit verbreitet. Das war Mitte März.

Und dann gab's den ersten Fall?
Ja. Und zwar den ersten im ganzen Bundesstaat – also in einem Gebiet, das so gross ist wie Italien, Spanien und Deutschland zusammen. Wir haben mit der Landlosen-Bewegung entschieden: Das ist der Moment, im November geht’s weiter. Das war jedoch harte Überzeugungsarbeit, man kam sich fast etwas paranoid vor. Denn während zuhause mein Theater und alle Schulen bereits geschlossen waren und die Leute in Quarantäne gingen, dachten die Brasilianer immer noch, dass das bei ihnen nicht stattfinden wird. Dass sich das mit reiner Willenskraft bewältigen lässt. Ich sagte, ja, das dachten wir auch mal. Ich dachte zum Beispiel wirklich, Corona bleibt in Italien, das kommt gewissermassen nicht über die Alpen. Das kriegen wir Europäer in den Griff.

Die Schoellenen Strasse zwischen Goeschenen und Andermatt wird wegen der Corona-Pandemie nur sehr gering befahren, am Freitag, 10. April 2020. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Die Alpen. Nutzlos im Kampf gegen das Virus. Bild: KEYSTONE

Das klingt nach klassischem Gotthard-Fetischismus.
Süss, oder? Aber das ging dann durch die Schweiz elegant durch nach Deutschland – wie im Zweiten Weltkrieg die Waffenlieferungen. In Brasilien sind wir währenddessen in den Süden über Brasilia nach Sao Paulo gereist, das war die einzige Stadt, wo du noch Flüge gekriegt hast. Unsere Flüge für Ende April waren damals bereits storniert, Europa hat die Türen dicht gemacht. In Sao Paulo haben wir gewartet, bis es irgendwann in einem Flugzeug Platz für uns gab. Wir flogen nach Amsterdam, ich sprang in den Zug und fuhr nach Köln. Ich hatte mir extra noch Papiere schicken lassen, die meine Niederlassung in Deutschland bestätigten, aber an der Grenze hat sich kein Mensch dafür interessiert.

Jetzt bist du also zuhause mit deiner Familie?
Mit meiner Freundin, meinen beiden Töchtern und Minzi, der Katze.

Und machst Homeschooling?
Ja, klar! Ich bin begabter in Mathematik, als ich gedacht habe, aber Zehnjährige sind natürlich auch noch nicht so weit. (lacht) Ich habe allerdings feststellen müssen, dass meine Tochter alles schon gelernt hat, was ich im Erwachsenenleben benutze. Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren, Dividieren in Kombi mit dem Einmaleins, das ist alles, was ich heute noch brauche. Der Rest ist im Grunde, wie soll ich sagen, Nerd-Quatsch. Mit zehn hat man eigentlich das Meiste schon gelernt. Das Englisch meiner älteren Tochter, sie ist zwölf, ist bereits besser als meins. In Französisch kann ich noch ein bisschen was beitragen und ein paar Tricks und Fun-Facts in Deutsch und Geschichte.

Na, das ist nicht nichts.
In allen andern Fächern verlangsame ich durch Homeschooling eher den Prozess des Lernens. (springt auf) Warte, ich muss mal die Katze rauslassen, die ist hier eingesperrt. Ich hab die Tür zugemacht, damit meine Töchter mich kurz nicht stören.

Bild

Milo Rau sucht nach Katze Minzi. bild: screenshot skype

Viele beschreiben Corona als die demokratische Krankheit, die demokratische Bedrohung. Siehst du das auch so?
Das wirkte so, weil es am Anfang die Reichen getroffen hat, die mobile globale Elite. Aber dass die Elite die Krankheit eingeschleppt hat, das war auch schon der einzige demokratische Moment – übrigens war das bei der Pest auch schon so. Aber damit wars auch schon vorbei mit Demokratie, denn dann konnten sie sofort in die Notaufnahmen gehen und sich privatversichert heilen lassen.

Oder sich wie in der Schweiz Hotelzimmer für enorm viel Geld samt ärztlicher Betreuung rund um die Uhr kaufen.
Siehst du? Wenn du in einer Favela lebst, gibt es nichts, schon gar keine Beatmungsmaschinen, dann ist es einfach aus. Das sieht man jetzt in Brasilien, das sieht man in den Flüchtlingslagern. Und in Indien verhungern die Wanderarbeiter auf ihrem epischen Marsch nachhause mitten auf der Strasse.

Normalerweise reist du um die Welt, arbeitest mit Menschen und hochpolitischen Stoffen im Kongo, in Ruanda, Russland, dem Irak oder eben Brasilien. Wie gehst du mit dem plötzlichen Stillstand um?
Ich habe natürlich wie alle Künstler meine Sorgen, vor allem ökonomischer Art. Aber was sind schon unsere Existenzängste, wenn man sie etwa mit der Lage in den Flüchtlingslagern vergleicht? Dann werden eben ein paar Projekte abgesagt. Es scheint mir also geradezu frivol, von mir selbst zu sprechen, aber ich muss zugeben, dass ich auch eine anarchistische Freude empfinde: dass diese Mega-Maschine, inklusive meiner Produktionsgesellschaft und meines Theaters, einfach mal gestoppt ist.

Migrant workers shout slogans during a protest against the the extension of the lockdown, at a slum in Mumbai, India, Tuesday, April 14, 2020. Indian Prime Minister Narendra Modi on Tuesday extended the world's largest coronavirus lockdown to head off the epidemic's peak, with officials racing to make up for lost time. (AP Photo/Zoya Thomas Lobo)

Abertausende von indischen Wanderarbeitern machen sich auf den verzweifelten Weg nachhause. Bild: AP

Du hast Freude daran, dass du nicht arbeiten kannst?
Ich produziere ja seit bald 20 Jahren wie irre, ich arbeite auch jetzt wie verrückt, bloss schreibe ich jetzt den ganzen Tag, ich telefoniere, mache Streams und Podcasts. In den letzten Wochen habe ich gelernt, wie viele Leute sich sowas ansehen, wie das zu Debatten führen kann, auch internationalen. Wir können zum Beispiel in einem Livestream mit dem Flüchtlingslager in Moria, einem süditalienischen Lager und der brasilianischen Landlosen-Bewegung gleichzeitig verbunden sein: globale Kommunikation für globale Probleme. Und wir müssen ohnehin darüber nachdenken, wie wir politisch und künstlerisch arbeiten wollen in Zukunft, ohne ständig zu fliegen. Da lernen wir gerade extrem schnell.

Das klingt, als hättest du keine akute Existenzangst.
Doch. Das Theater in Gent, das ich leite, ist eine staatliche Organisation, da gibt es eine Rettungsstrategie, auch wenn wir bis zum Sommer geschlossen bleiben und bloss noch streamen. Aber unsere private Produktionsgesellschaft, das IIPM (International Institute of Political Murder), mit der ich alle meine Stücke produziere, navigiert am Abgrund. Wir haben das Weihnachtsgeld jetzt schon ausgezahlt. Das Frühjahr ist die Zeit der grossen Touren, dann kommen die Festivals im Sommer – das ist alles abgesagt. Dutzende, Hunderte von Tour-Auftritten fallen aus, dieses Geld ist einfach weg. In der Kunst ist es wie in einem italienischen Restaurant. Wenn du keine Pizzen mehr verkaufst, ist es ziemlich bald vorbei: Niemand gibt dir Geld, weil du ein geiler Pizzabäcker bist.

Und trotzdem die anarchistische Freude und fundamentale Entspannung?
Ich inszeniere zum Beispiel in Genf eine Oper. Normalerweise fliegen da ständig die Dramaturgen hin und her, und vorher wird das jeweils eine Woche lang terminlich von zehn Leuten organisiert. Jetzt merkt man, da reichen zehn Minuten per Zoom, direkt, ohne Planungsdepartments. Ich glaube, das ist extrem heilsam, befreiend, wenn auch ziemlich desillusionierend natürlich.

Bild

Nach einem wahren Schulenmord in Belgien: Milo-Rau-Tour-Stück «La Reprise». bild: Michiel Devijver

Inwiefern?
Plötzlich merkt man, dass die «reale» Arbeit der kapitalistischen Elite, all dieser Designer, Manager, professionellen Evaluierer und Debattierer mit einer Videokonferenz pro Woche erledigt ist. Wir haben quasi per Zufall festgestellt: Wenn die globale Bourgeoisie zuhause bleibt und einfach gar nichts mehr tut, ist das die Lösung all unserer Probleme. Man braucht sie nicht, sie ist nutzlos. Das finde ich eine extrem schöne und beruhigende Erfahrung.

Würdest du sagen, dass sich die ganze Klimakrise ohne Manager-Gejette und Ähnlichem erheblich besser in den Griff kriegen liesse?
Ja. Wenn wir diese Lektion jetzt nicht lernen, sind wir wirklich gefickt, und wir verdienen es. Corona ist die Generalprobe zum Klimakollaps. Man hat nun mehrere Generationen lang gesagt, anhalten geht nicht. Wir sind alle nur kleine Marionetten des Markts, das Kapital ist der grosse Akteur und wir müssen hinterherhecheln. Aber dank Corona haben die Staaten, wenn auch leider manchmal auf etwas faschistische Weise, gesagt: Wir fahren jetzt alles runter, die Grenzen werden geschlossen, die grossen Konzerne werden nationalisiert. In Deutschland wird sogar ein Grundeinkommen diskutiert, in Portugal werden die Flüchtlinge regularisiert, der Zug geht von einer Ökonomie des Gewinns zu einer Ökonomie des Lebens. Oder einfacher: Der ganze kapitalistische Zirkus, dass alle die ganze Zeit mobil sein und arbeiten müssen, ist als Lüge enttarnt. Zumindest in Westeuropa ist klassische Lohn-Arbeit, nun ja, nicht mehr zukunftsfähig.

Arbeit, Kapitalismus und Mobilität sind also unwichtig. Neuerdings ja auch Erdöl.
Wir sind die mit Erdöl betriebene Zivilisation. Im 19. Jahrhundert gab's die Kohle, vorher hatte man Holz, und wir haben seit hundert Jahren das Erdöl. Als vor ein paar Tagen der Erdölpreis unter Null gefallen ist, zum ersten Mal in der Geschichte, habe ich sofort einem Komponisten den Auftrag gegeben, die Kurve des Börsenkurses wagnerianisch zu vertonen. Das soll die Titelmelodie unseres neuen Livestreams «The School of Resistance» werden. Denn das klingt total schön, wie eine Melodie aus der postkapitalistischen Zukunft.

epa08340183 A currency dealer works in the trading room of KB Kookmin Bank in Seoul, South Korea, 03 April 2020, with the benchmark Korea Composite Stock Price Index (KOSPI) edging up 0.58 point, or 0.03 percent, to close at 1,725.44. South Korean stocks closed almost flat as a recovery in global oil prices boosted investor sentiment against the new coronavirus pandemic.  EPA/YONHAP SOUTH KOREA OUT

Lassen sich Börsenverläufe vertonen? Offenbar. Bild: EPA

Das klingt berauscht.
Eine andere Komponistin von unserem Theater bearbeitet derweil das Thema für einen Kinderchor, für die Bühne. Es soll ein neues Volkslied im Stil von «Bella ciao» werden. «Ich singe den Tag als der Ölpreis unter Null fiel», inspiriert von «I Sing the Body Electric», dem Gedicht von Walt Whitman aus dem 19. Jahrhundert. Dieses Gedicht war für mich immer der Beginn des individualistischen Kapitalismus als Ästhetik. Nun kommen wir ans Ende dieser Ästhetik.

Ich sehe, du bist jetzt in diesem Opern-Groove. Genf, Wagner, Chöre ... Wenn Theaterregisseure zu erfolgreich werden, machen sie Oper. Du jetzt also auch?
Ja genau, wenn Regisseure in die finale Phase ihrer Karriere eintreten, dann kommen irgendwie immer Mozart, Bach und Wagner um die Ecke. Schlingensief ist ja nach Bayreuth an Krebs erkrankt. Nun, dann muss ich jetzt eben noch ein bisschen schneller inszenieren.

Du hast mal gesagt, dass Corona den postmodernen Egos endlich erlaube, das sein zu dürfen, was wir schon lange gerne wären, nämlich Opfer.
Die Hipster erstrahlen geradezu in dieser prozentual verschwindenden Möglichkeit, dass sie sterben könnten. Wir finden uns jetzt alle so wertvoll, noch wertvoller als vorher schon. Ja, Corona ist die perfekte Seuche, aber die ist eben auch nur so geil, weil wir wissen, dass es in Wahrheit wieder mal die andern trifft: die Schwachen, die Alten, die Leute in der Dritten Welt, die sich keine Quarantäne leisten können. Boccaccio beschreibt das im «Decamerone» sehr schön ...

Achtung, jetzt kommt der obligate «Decamerone»-Exkurs!
... die Pest wütet in Florenz, und die Elite flüchtet sich auf einen luxuriösen Landsitz. Für 80 Prozent der Weltbevölkerung ist das, was wir in Europa gerade durchmachen, die Vorstellung des Paradieses. An einem behaglichen Ort zu leben, ein bisschen spazieren zu gehen, das Essen wird dir an die Tür gebracht, und für dein Einkommen musst du ein paar Minütchen täglich skypen. Es ist eine Mischung aus neoliberaler Identitätspolitik – don’t touch me, ich will in meinem Safe Space bleiben – und Elite-Leben auf dem Rücken der Arbeitermassen des Globalen Südens. Die perfekte postheroische Situation: Man kann zuhause sitzen und sich doch irgendwie an der Front fühlen, wie im Ersten Weltkrieg Thomas Mann oder Rilke.

Bild

Morsezeichen aus einer kriegsversehrten Stadt: Rau-Projekt «Orest in Mossul». Bild: FRED DEBROCK

Wir sind in einem Krieg, aber wir werden nicht getroffen?
Ich würde sogar sagen: In Wahrheit ist es ein Krieg, den wir selbst angefangen haben. Denn Corona mag eine schlimme Krankheit sein, der eigentliche Virus aber ist der Kapitalismus. Und doch besteht die kleine Möglichkeit, dass wir getroffen werden. Wir kennen alle jemanden, der jemanden kennt, der gestorben ist, nicht? Und das ist, global gesehen, der Grund, warum wir überhaupt etwas tun: Es trifft überproportional die überalterten, westlichen Gesellschaften. Corona ist die Krankheit des weissen alten Mannes. Und das ist das Glück im Unglück. Wäre es das nicht, wäre es mit Corona wie mit Malaria: Jährlich stirbt eine halbe Million an Malaria, ein Mehrfaches wie an Corona. Da hat aber nie irgendwer einen Lockdown gemacht. Dabei gibt es prophylaktische Medikamente gegen Malaria. Aber die sind zu teuer für Afrika.

Was ist für dich das Aussergewöhnlichste an Corona?
Dass es eine Krankheit ist, die vor allem die Zentren der Gesellschaft trifft. Ich habe viel stärker an eine rasche Ausstrahlung in die Peripherie geglaubt. Aber tatsächlich ist dort zum einen die Demographie ganz anders, die Leute sind jünger. Die zynische Wahrheit ist, dass der Globale Süden nicht an Corona, sondern an seinen Folgen sterben wird: am Abzug der Finanzen, am Zerfall der Preise, an der Unterbrechung der Lieferketten, am Hunger. Der andere für mich wirklich zynische Vorgang ist dieser: Das letzte Mal als Krankheiten wie Grippe oder Masern ganze Zivilisationen im Kern erschütterten, nämlich zu Beginn der Neuzeit, brachten wir Europäer diese nach Amerika, das gerade kolonialisiert wurde. Corona aber kam vom neuen Zentrum der Welt, nämlich aus China nach Europa. Eine sehr schöne, wenn auch etwas düstere Metapher dafür, wo heute der Weltgeist wohnt, nicht wahr?

Hier gehts zum Corona-Zoom-Gespräch mit Milo Rau und Jean Ziegler. Unter ntgent.be findet sich ab 7. Mai die «School of Resistance». Beim Verbrecher-Verlag sind unzählige Bücher von Milo Rau erhältlich. Ein nächstes mit dem Titel «Die Rückeroberung der Zukunft» erscheint 2021 bei Rowohlt.

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103Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Drettlin 24.04.2020 22:06
    Highlight Highlight Simone Meier trifft auf Milo Rau. Grossartig, alle beide! Vielen Dank für diesen wertvollen, anregenden Beitrag!
  • doublebassclode 24.04.2020 13:27
    Highlight Highlight Also, ich finde die Ansichten von Milo Rau sehr interessant. Das mit dem Nerd-Quatsch blende ich mal als Smaltalk aus. Im zweiten Teil des Interviews bringt es Mili Rau auf den Punkt: Wir müssen die Corona-Krise (trotz des Leids) als einmalige Chance ansehen und unsere Gewohnheiten ändern! Der Mann spricht von seiner Branche. Aber Kulturimperialismus ist ein anderes Thema. Hey! Darf man nur als Messias kritisieren? - Es geht um Produktion, Abfall, Tourismus, Mobilität, Ressourcen, Konsum - und letzlich um das Mass, das wir zum Überlaufen bringen.
    • bonpris 24.04.2020 19:46
      Highlight Highlight Ein Mass, das brauche ich jetzt.
  • Panic4Clicks 24.04.2020 13:26
    Highlight Highlight Das schöne an Milo Rau: Man braucht in genausowenig wie die Bourgeoisie über die er ablästert.

    Und Ahunung vom Virus hat er auch keins.

    Aber ein Ego wie ein Eisberg.
  • Hypatia 24.04.2020 10:52
    Highlight Highlight "Ja, Corona ist die perfekte Seuche, aber die ist eben auch nur so geil, weil wir wissen, dass es in Wahrheit wieder mal die andern trifft: die Schwachen, die Alten, die Leute in der Dritten Welt, die sich keine Quarantäne leisten können."

    Korrekt sollte es heissen: " Ja, Corona ist die perfekte Seuche, aber die ist eben auch nur so geil, weil ich weiss, dass es in Wahrheit wieder mal die andern trifft: die Schwachen, die Alten, die Leute in der Dritten Welt, die sich keine Quarantäne leisten können."

    Wusste gar nicht, wieviel Arroganz in diesem Blender steckt.
  • Hipster mit Leggins 24.04.2020 10:30
    Highlight Highlight Wo gräbt man immer diese Typen aus, die so jedes Cliché bedienen. Die Krankheit des alten weissen Mannes - also SEINE Krankheit. Er hat nicht der Landbevölkerung in Brasilien geholfen, er hat ein Spenden finanziertes Theater betrieben. Das ist Kulturimperialismus und so sinnvoll wie Kanukurse in der Sahara.
  • Albi Gabriel 24.04.2020 10:24
    Highlight Highlight Und morgen bringt ihr ein Interview mit einem Kokabauern aus Bolivien. Der hat mindestens so viel zum Thema beizutragen wie Herr Rau.
  • Ohniznachtisbett 24.04.2020 09:58
    Highlight Highlight Also, 600 Zeichen reichen bei weitem nicht aus um einen solchen Stuss gebührend zu bewerten. Aber ja, wir müssen ja nur ein paar Minütchen Skypen... Sorry, der Mann ist nicht nur völlig abgehoben, er hat auch schlicht keine Ahnung von der Realität. Es zeigt einmal mehr auf, dass die wirklich abgehobenen dieser Welt nicht die viel geschundenen Manager sind, sondern die sogenannte hohe Kunstelite. Die leben in ihrem Elfenbeinturm, aber weil sie sich ja für die "Armen" einsetzen, können sie sich immer einreden, sie seien eben die "Guten". Ich bin fassungslos.
  • paudi 24.04.2020 09:27
    Highlight Highlight Ein Sozialist (Kulturschaffender) in Reinkultur - profitiert von staatlich geförderten Institutionen (Oper, Theather, etc.) und beschwert sich über die Elite, dabei ist er Teil davon - und nur weil die Leute zu Hause sind, heisst das noch lange nicht das sie nichts tun! Dieser Typ ergözt sich förmlich daran, dass es nicht nur die Armen trifft.
  • bonpris 24.04.2020 08:42
    Highlight Highlight Jetzt weiss ich einmal mehr, warum ich nicht in's Theater gehe.
    • Rabbi Jussuf 24.04.2020 20:59
      Highlight Highlight Naja, es gibt auch noch gute Regisseure und Schauspieler am Theater.

      Man sollte sie bloss nicht über irgend etwas Intellektuelles oder Politik plaudern lassen.

      Aber dieser Typ schlägt auch dem letzten Fass noch den Boden raus.
  • Druna 24.04.2020 08:33
    Highlight Highlight Herr Rau ist keine Perle. Menschliche Perlen treten selten auf und wenn, dann sind es Nerds die die ganze Menschheit voranbringen und nicht nur die eigene Karriere. So Gauss oder so, war eine Perle ohne den in der heutigen Welt nichts läuft, auch keine Kunst.
    Alles was der zu können scheint, ist sich selbst darzustellen. Wahrlich gemacht für die Bühne dieser Mann aber bitte verschonen sie uns mit ihren Pauschallösungen.
  • hüttechäs 24.04.2020 08:27
    Highlight Highlight Wow, da beweist die Watson-Community ja mal überhaupt keinen Humor!

    Ich denke mit dem Nerd-Quatsch meint er, dass 95% der Menschen alles, was sie zusätzlich in Mathematik lernen, niemals im Leben brauchen werden. Und das sind noch einige verschwendete Mathematik-Jahre, die mit sinnvolleren Inhalten gefüllt werden könnten. Da hat er absolut recht. Nicht gerade freundlich ausgedrückt, aber hey, kein Grund auszurasten.

    Abgesehen davon sollten die Menschen mal von dem Gedanken runterkommen, dass man keine Gesellschaftskritik anbringen darf nur weil man selber kein perfektes Leben führt! Nervt!
    • SBP 24.04.2020 10:48
      Highlight Highlight Wenigsten einer der ab der zynischen und durchaus auch selbstironischen Auseinandersetzung keine Schnappatmung bekommt. Corona scheint sich langsam aber sicher beim Nervernkostüm vieler bemerkbar zu machen. Und wenn dann noch einer kommt und "unsere westliche dekadente Lebensweise" nur im Ansatz in Frage stellt... Wie kleine verzogene Kinder denen man das Spielzeug wegnehmen will.
    • Druna 24.04.2020 11:30
      Highlight Highlight @Chäs: Humor erklären ist nicht lustig! Und etwas wichtiges nicht können auch nicht! Vielleicht bewegen sie sich in einem Kulturarmen Umfeld wo Wissen nicht die Bedeutung hat die es verdient.
      @SBP: Dass er ein Zyniker ist, ist jedem und jeder klar aber selbstironisch scheint eine abenteuerlicheI nterpretation ihrerseits zu sein, die wohl nicht viele herauslesen können.
    • SBP 24.04.2020 15:15
      Highlight Highlight Zitat: "Ich dachte zum Beispiel wirklich, Corona bleibt in Italien, das kommt gewissermassen nicht über die Alpen. Das kriegen wir Europäer in den Griff....... süss, oder?" Also wenn das nicht selbstironisch ist, dann habe ich schlichtweg nicht verstanden, was Selbstironie ist ;-)
    Weitere Antworten anzeigen
  • mon tuno 24.04.2020 08:02
    Highlight Highlight Theater „Projekt“ am Amazonas... aber jaa! Ich hab mit der möchte-gern-pädagogischen „von hinten durch die Brust ins Auge“-Denke dieses Genres eh ein Problem.

    Davon abgesehen: Was zeichnet einen Theaterregisseur eigentlich aus, dass er sich in der Öffentlichkeit äussern muss? Er selbst wird es mit Garantie nicht lernen wie der geneigte Leser zwischen den Zeilen erfährt
  • Der Rückbauer 24.04.2020 07:32
    Highlight Highlight Aha, Jetset der Kulturelite vs. globale Bourgoisie vs. neoliberale Manager vs. Kapitalisten.
    Arroganter geht's wohl nicht, oder ist es gar Schizophrenie?
    Empfehlung: Gehe in Dich, in Deinen Mikrokosmos, und suche eine andere Wahrheit der Welt. Und verschone mich mit Deinem Gelabere.
  • herrkern (1) 24.04.2020 07:07
    Highlight Highlight Der Titel: ".... sonst sind wir gefickt" ... wo kann ich mich da melden? Finde ich jetzt nicht die schlimmste Möglichkeit.
    • Der Rückbauer 24.04.2020 12:26
      Highlight Highlight Ficken oder gefickt werden, das ist die Frage.
  • Keller101 24.04.2020 06:38
    Highlight Highlight Um Himmels Willen, da kann man nur beten, dass der nie ein politischer Entscheidungsträger wird. Mit diesen kruden, pubertären Ansichten wird das nix.
  • Sarkasmusdetektor 23.04.2020 23:10
    Highlight Highlight Was wir durchmachen? Meiner Vorstellung des Paradieses kommt die aktuelle Situation ehrlich gesagt auch sehr nahe. Ich spare 3 Stunden Arbeitsweg täglich, kann in den Pausen meine Kinder sehen und Ausgehen war sowieso noch nie mein Ding. Von mir aus kann gerne alles so bleiben wie jetzt. Nur zum Coiffeur sollte ich mal wieder, aber eben, First-World-Probleme. Ansonsten, Bliss.
    • bonpris 24.04.2020 08:45
      Highlight Highlight Bis Du arbeislos bist. Bis Dir das Arbeitslosengeld gekürzt wird. Bis du keines mehr kriegst. Bliss?

      Alles wegen der Coronamassenhysterie.

      p.s.: Die AHV-Kassen sind jetzt schon leer geschossen. Man diskutiert die Lohnabzüge zu erhöhen. Wegen der nach wie vor gültigen Schuldenbremse.
    • Queen C 24.04.2020 10:01
      Highlight Highlight Der Sarkasmusdetektor schlägt bei dir massiv aus.
      Sag das mit dem Paradies mal einer Floristin oder einem Wirt.
      Aber man ist sich selbst halt schon am nächsten.
    • Guido Zeh 25.04.2020 17:48
      Highlight Highlight Queen: Bist du Floristin oder Wirt?
  • Rabbi Jussuf 23.04.2020 23:00
    Highlight Highlight Das hat man davon, wenn man "Künstler" über die aktuelle politische Lage reden lässt!

    Weiss der eigentlich nicht, dass "Künstler" wie er nur dank einer grossen, einigermassen reichen Gesellschaft überhaupt existieren können?
    Ist ihm nicht bewusst, dass genau die "Bourgeoisie" das Geld bereit stellt für seine "Kunst"?

    Ist ihm nicht bewusst, dass er an der "Spitze" dieser "dekadenten" Gesellschaft steht, die er so gerne dem Untergang geweiht sehen möchte? Das wird sein Untergang, den er da besingt. Da nützen auch ein paar Zeilen Walt Whitmans und ein paar Töne Wagners nichts.
  • Toerpe Zwerg 23.04.2020 22:32
    Highlight Highlight Rau kennt immer alle Antworten noch vor dem Problem. Das Resultat seiner Analysen ist unabhängig vom analysierten Sachverhalt.

    Der Mann personifiziert die reinste Form von Sendungsbewusstsein.
    • Orias Riese 24.04.2020 08:08
      Highlight Highlight Das heisst: Das ist gleichzeitig der kleinste gemeinsame Nenner (Sendungsbewusstsein) von ihnen beiden, den in der Ratlosigkeit vereinten Heilsbringern, oder?

      Luigi Blackrock.
  • haschmunz 23.04.2020 22:27
    Highlight Highlight Regiebuch ist schon geschrieben. Fragt sich nur welche Rolle du spielst.
  • De-Saint-Ex 23.04.2020 22:08
    Highlight Highlight Falsch, wenn wir diese Lektion nicht lernen, sind wir nicht „gefickt“ sondern ficken uns selbst. Kleiner aber feiner Unterschied!
  • Zeitreisender 23.04.2020 21:29
    Highlight Highlight Milo Rau hat einen ökologischen Fussabdruck des Grauens, jedoch hat er offenbar nicht viel übrig für Selbstreflexion. Wer wahlweise in Zürich, Köln und Südfrankreich lebt sowie in Zürich, Genf und Gent arbeitet, möge doch wenn uns Corona fickt [sic!] seine Gesäßbacken weit spreizen.
  • lilie 23.04.2020 21:29
    Highlight Highlight Herrliches Interview, der Typ hat Drive! 😂

    Ich liebe diesen Mix aus anarchistischer Überheblichkeit und künstlerischer Selbstabwertung. Irgendwie inspirierend. Der Westen braucht Typen wie ihn. 👍
    • Ruggedman 24.04.2020 01:41
      Highlight Highlight Gott nein!!! Von denen gibt es schon viel zu viele!
    • ich-bin-so-mellow 24.04.2020 03:11
      Highlight Highlight nö!
    • Keller101 24.04.2020 06:41
      Highlight Highlight Nein, weder Westen noch Osten, auch nicht Süden oder Norden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rudolf_k 23.04.2020 21:12
    Highlight Highlight Lohnarbeit hat in Europa keine Zukunft. Und gleichzeitig soll wahrscheinlich jeder ‚Flüchtling‘ reingelassen werden und auch Anspruch auf das bedingungslose Grundeinkommen kriegen. Doch doch, klingt plausibel.
    • ThePower 23.04.2020 21:44
      Highlight Highlight Nein, es soll verhindert werden, dass sich Menschen dazu gezwungen sehen, nach Europa zu flüchten. Und ja, es braucht über kurz oder lang das Grundeinkommen, wenn wir Massenarmut verhindern und Innovation fördern wollen. Einfache Tätigkeiten werden in den nächsten Jahrzehnten verschwinden, und wie sollen die Betroffenen konsumieren ohne Erwerbseinkommen? Eben..Das ist keine böse linke Träumerei, sondern die Zukunft. Hoffentlich, die Alternative ist düster..
    • Zyniker haben es leichter 24.04.2020 07:24
      Highlight Highlight Grundeinkommen fördert Innovation... Nein, einfach Nein, das Gegenteil ist der Fall! Je kapitalistische, je mehr Innovation, das ist die Realität und durch die Geschichte belegt. Ihr wollt BGE für Künstler und Hippies, für die unproduktiven und egoistischen Bevölkerungsschichten auf Kosten der "Anderen".
    • ThePower 24.04.2020 10:38
      Highlight Highlight Ok Boomer
  • Share 23.04.2020 21:07
    Highlight Highlight Auf der Überholspur und dann eine Vollbremsung, von 180 auf 0, das Interview liest sich wie ein Schleudertrauma. Evidenzbasierter Abbruch.. 😂
    • Orias Riese 24.04.2020 08:11
      Highlight Highlight Was meinst du genau mit evidenzbasierten Abbruch?
  • ManOnTheMoon 23.04.2020 20:40
    Highlight Highlight "Ich inszeniere zum Beispiel in Genf eine Oper. Normalerweise fliegen da ständig die Dramaturgen hin und her, (...) Jetzt merkt man, da reichen zehn Minuten per Zoom, direkt, (...) das ist extrem heilsam, befreiend, wenn auch ziemlich desillusionierend natürlich."

    Schon blöd wenn einem plötzlich der Spiegel der eigenen Dekadenz vorgehalten wird, was Herr Rau?

    Vor lauter Kapitalismuskritik etc. merken Sie nicht mal, dass sie Teil des Problems sind. Nur verkaufen Sie halt Kunst statt Wasser in Plastikflaschen.
    Selbstreflexion wäre mal was.
    • lilie 24.04.2020 09:43
      Highlight Highlight @ManOnTheMoon: Sehe das genau umgekehrt: Als Künstler macht er sich genau darüber lustig, das er zum Jetset gehört, das sich nie Gedanken darüber gemacht hat, dass man die "wahnsinnig wichtigen Sitzungen" auch in 10 min per Videochat erledigen könnte.

      Als Künstler hält er der Gesellschaft den Spiegel vor - in dem er seine Rolle spielt und sie sichtbar macht.
    • ManOnTheMoon 24.04.2020 11:07
      Highlight Highlight Du kannst der Gesellschaft nicht den Spiegel vorhalten, wenn du selbst Teil des Problems bist! Auch nicht als Künstler. Das ist dann nur noch pure Arroganz.

      Oder soll Kunst etwas für alles entschuldigen? Ich darf das ich bin Künstler? Eine ziemlich verzerrte Sichtweise.
    • ManOnTheMoon 24.04.2020 11:43
      Highlight Highlight @michirueegger:
      Stimme ich dir zu.
      Effizienz ist in Zeiten von Überschuss so eine Sache die gerne vergessen wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pitefli 23.04.2020 19:58
    Highlight Highlight Schulenmord? Wurde ein Schüler vom Lehrer getötet oder sollte es Schwulenmord heissen?
    • chrinli 23.04.2020 20:21
      Highlight Highlight Es heisst Schwulenmord - ich habe das Stück gesehen, es ist absolut sehenswert!
  • Garp 23.04.2020 19:46
    Highlight Highlight Tja, die Kehrseite, er lebt von dem, was er verurteilt. Die Burgeoisie füttert ihn durch, wie das früher schon mit Künstlern war und es braucht sie trotzdem.
    • fools garden 23.04.2020 20:27
      Highlight Highlight Die Kunst lebt subventioniert selbst wenns keinen interessiert...Reinhard Fendrich.
    • Garp 23.04.2020 20:51
      Highlight Highlight Mich interessiert Kunst sehr und vielen würde es gut tun, sich mit Kunst auseinanderzusetzen, blöde Sprüche sind keine Kunst.
    • fools garden 23.04.2020 21:00
      Highlight Highlight Es geht hier um das Zitat eines Künstlers gegenüber der Kunst, mitnichten um blöde Sprüche.
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  • Telomerase 23.04.2020 19:33
    Highlight Highlight Der Mann beweist auch mehr Selbstüberschätzung als Substanz.
  • Walter B 23.04.2020 19:26
    Highlight Highlight Was Milo Rau in diesem Interview zur Krise sagt, finde ich schlicht genial: unverfroren, scheinbar frisch von der Leber weg und bestimmt auch polemisch. Aber es trifft ins Schwarze.

    Gratulation auch an Simone Meier! Well done!
    • Orias Riese 24.04.2020 08:12
      Highlight Highlight Also ich war querbeet unterfordert.
  • ManOnTheMoon 23.04.2020 19:16
    Highlight Highlight "Der Rest ist im Grunde, wie soll ich sagen, Nerd-Quatsch."

    Was für eine unglaublich arroganter Mensch!

    Herr Rau, dank all dem Nerd-Quatsch können sie ihre Kunst machen und ihr Leben, so wie sie es leben, überhaupt leben.

    Ein bisschen Demut gegenüber dem was die vielen Leute mit dem Nerd-Quatsch, der übrigens nicht einfach zu lernen und anzuwenden ist, leisten ist nicht verkehrt.

    Ich weiss es ist in gewissen Kreisen sehr angesagt, mit Nicht-können von Mathematik zu kokettieren.
    Das sagt schon sehr viel über diese Menschen aus!

    • ManOnTheMoon 23.04.2020 22:28
      Highlight Highlight Gibts irgend eine Message in dem Kommentar oder kommt die noch?
    • ManOnTheMoon 23.04.2020 22:30
      Highlight Highlight Keine Zeit, der Nerd-Quatsch hält mich beschäftigt.
    • DanielaK 24.04.2020 05:28
      Highlight Highlight Möglich, dass er als Theatermensch nicht viel mehr braucht. Die meisten Menschen benötigen jedoch mehr. Sogar als Gärtnerin kommt da locker noch schnell etwas Geometrie und Prozentrechnen dazu. Ausserdem geht es ja auch darum herauszufinden, was man gut kann und später mal tun möchte. Wenn du Geometrie absolut nicht begreifst, wirst du vielleicht nicht gerade Architekt, wenn dir die deutsche Grammatik ein Rätsel bleibt, wirst du wohl eher nicht Deutsch studieren wollen usw...
    Weitere Antworten anzeigen
  • ThePower 23.04.2020 18:54
    Highlight Highlight Er hat absolut recht, gerade im Bezug auf den Kapitalismus. Es ist entlarvend, wie die Eliten jetzt versuchen, das Hamsterrad so schnell wie möglich wieder anzuwerfen. Es wirkt auf mich regelrecht panisch, so als würden sie fürchten, dass der gemeine Durchschnittsbüezer ins Nachdenken kommt, jetzt, wo er nicht durch Brot & Spiele und die Karotte vor der Nase ("Lohnarbeit") abgelenkt ist. Es ist klar, so wie vorher gehts nicht mehr lange weiter, wir brauchen ein neues System, sonst sind wir wirklich bald am A..Ich hoffe, die Menschheit wacht jetzt auf, aber ehrlich: Ich glaube nicht daran..
    • BVB 23.04.2020 19:56
      Highlight Highlight Welches System gibt es, bei dem es den Menschen besser geht?
    • Queen C 23.04.2020 20:00
      Highlight Highlight ThePower, bitte führe doch etwas aus, wie das neue System nach dir aussehen müsste.
    • ThePower 23.04.2020 20:54
      Highlight Highlight Gerne.

      1. Grundsätzlich muss unser System nachhaltig werden (mittelfristig runter auf Fussabdruck 1, saubere Energie statt Erdöl ect)

      2. Gewinner müssen einen fairen Beitrag an die Gesellschaft leisten, sprich korrekt Steuern bezahlen.

      3. Mehr soziale Mobilität, Reichtum sollte nur noch teilweise vererbt werden können. Kapital soll höher und Arbeit geringer besteuert werden.

      4. Schaffung eines Grundeinkommens zur Vermeidung von Armut und zur Förderung von Innovation (Start-Ups würden davon profitieren)

      Das ist so das Wichtigste. Aber klar, das werden die Mächtigen kaum zulassen..




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  • raues Endoplasmatisches Retikulum 23.04.2020 18:43
    Highlight Highlight "Der Stillstand der Welt erfüllt ihn mit Euphorie und Hoffnung."
    Das trifft auch auf Orban, die PIS Polan und die Kommunistische Partei Chinas zu. Der Rest schaut wohl eher mit Unwohlsein darauf wie die Grenzen geschlossen werden, die Regierungen mit Notrecht durchregieren und Grundrechte ausser Kraft gesetzt werden. Wieso soll bitte eine Autodemo in Zürich nicht möglich sein?
    Auf kritisches Nachhacken verzichtet Frau Meier leider vornehm, sie beschränkt sich auf die Rolle der Stichwortgeberin.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 23.04.2020 18:36
    Highlight Highlight "habe ich sofort einem Komponisten den Auftrag gegeben, die Kurve des Börsenkurses wagnerianisch zu vertonen."
    Und sich dann Anschliessen "postkapitalistisch" zu feiern ist natürlich auch eine Herangehensweise.
    Für mich ist es ein Desaster. Der Ölpreis sinkt, weil es weltweit zu einer massiven Rezession kommen wird, dies reduziert die Nachfrage nach Erdöl, dass macht A) Erdöl billiger und verteuert relativ die Erneuerbaren und Atom, B) vernichtet massiv Kapital und schürt Unsicherheit, was Investionen hemmt, sprich der Umstieg wird langsamer verlaufen.
    • Platon 23.04.2020 22:26
      Highlight Highlight @raues
      Dir ist schon bewusst, dass bei einem Gut wie Erdöl, dessen Preis nach Knappheit berechnet wird, es super ist, wenn es sich nicht mehr lohnt es aus dem Boden zu holen? So lange Erdöl teurer verkauft werden kann als die marginalen Kosten, die in seine Förderung gesteckt wird, bringt jegliche erneuerbare Energie nichts, da wird der letzte Tropfen auch noch aus dem Boden geholt.
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 24.04.2020 00:22
      Highlight Highlight @Platon
      Beo Förderkosten von weniger als 10 Dollaer lohnt sich das nich lange. (https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/saudi-arabien-steigert-oelproduktion-der-preiskampf-eskaliert-a-7a5a2eda-2385-4295-a4b8-8f0a6f386db5)
      Und die gesamte Infrastruktur für das Erdöl ist schon gebaut und amortisiert, für die Erneuerbaren muss sie noch aufgebaut werden, dass macht es nicht attraktiver, vor allem mit einem tiefen Ölpreis

    • Platon 24.04.2020 11:35
      Highlight Highlight @raues
      Ich glaube du verstehst mein Argument nicht. Das Erdöl muss über kurz oder lang im Boden bleiben. hohe Preise helfen da nicht. Erneuerbare Energie muss man über CO2-Abgaben auf Erdöl relativ zu diesem billiger machen.
  • Rellik 23.04.2020 18:32
    Highlight Highlight "...alles andere ist im Grunde Nerd Gequatsche" Gratulation zu dieser vielseitigen Bildung. Toll wenn Leute mit Einfluss im Kulturbereich so ein offenes Weltbild haben...
  • G3r1 23.04.2020 18:24
    Highlight Highlight In Milo Raus Reaktion auf Corona steckt ziemlich viel Nerd-Quatsch wie ein gewisses Verständnis von Wahrscheinlichkeiten und Exponentielles Wachstum. Auf der einen Seite toll, dass er Mathe so verinnerlicht hat, dass er sie unterbewusst benutzt -- auf der anderen Seite steht diese Haltung zumindest der Entwicklung seiner Kinder im Weg und Kulturschaffenden würde würde möglicherweise etwas Offenheit in die Richtung auch nicht schaden, insbesondere Musik ist voller Nerd-Quatsch :-)
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 23.04.2020 18:24
    Highlight Highlight Milo Rau: Redet über Corona, das nur deswegen ein Problem ist, weil es exponentiell wächst.
    Ebenfalls Milo Rau: "Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren, Dividieren in Kombi mit dem Einmaleins, das ist alles, was ich heute noch brauche. Der Rest ist im Grunde, wie soll ich sagen, Nerd-Quatsch."
    Lebt in D, hat ein Theater ist Gent, macht Projekte in der ganzen Welt und in der Oper in Genf.
    Schlägt vor "die globale Bourgeoisie" soll "zuhause bleiben und einfach gar nichts mehr" tun, dass ist "die Lösung all unserer Probleme."
    Der Man Humor.
    • Telomerase 23.04.2020 19:31
      Highlight Highlight Ich liebe es, wenn die Kommentare zum Interview intelligenter und weitsichtiger als das Interview sind.
    • Dä Globi 24.04.2020 07:39
      Highlight Highlight Ach so sind doch diese Theaterautoren lächelnd, daneben stehend, Dramen schreibend, sehen sie zu wie alles den Bach runter geht und am Ende erheben sie dann den Finger und wollen uns eine Lektion mit geben...

      Ich weiss ja nicht wie durch man sein muss um den Börsenkurs von Öl zu vertonten aber tja wenn das heute Kunst ist warum nicht, dachte immer Kunst soll Gefühle in einem wecken.

      #Börsenkursgefühle
    • Blitzmagnet 24.04.2020 09:24
      Highlight Highlight Und vor allem in dem Teil, in dem er es wahrscheinlich nicht beabsichtigt.
  • swisskiss 23.04.2020 18:20
    Highlight Highlight Wieso sollte dieser kleine Virus unsere Lebensgewohnheiten ändern? Weder wurde das durch Kriege, Hungersnöte, Umweltzerstörung, noch den Beinahe- Kollaps des weltweiten Finanzsystems erreicht. Nun stehen wir wieder mitten in einer weltweiten Krise und die einzige wesentliche Sorge der Entscheidungsträger ist, wie man die Wirtschaft wieder zum Laufen bringt, um nahtlos und möglichst kostengünstig, da weiterzumachen, wo wie vor dem Virus waren...

    Und dafür brauchts die "nutzlose Bourgoise" die zu Hause schon in den Startlöchern wartet, um das grosse Hamsterrad wieder in Schwung zu bringen.
  • Bivio 23.04.2020 18:20
    Highlight Highlight Ein Hypokrat sondergleichen, der keine Ahnung von der Welt hat.

    Jettende Manager kritisieren, aber er selber fliegt ebenfalls die ganze Zeit umher.

    Ich nehme an, er kennt sich nicht mit der Bekämpfung von Malaria aus?

    Die obligate Kapitalismuskritik darf natürlich auch nicht fehlen. Von wo kommt denn eine Lösung, sprich Heilmittel/Impfung? Aus den Labors von Pharamfirmen in kapitalistischen Ländern. Nicht aus irgendwelchen gemeinschaftliche Labors, eines 3. Welt Landes.

    Interessant wäre zu erfahren, was sich denn Herr Rau in Zukunft vorstellt? Was wünscht er sich?
    • Ninha 24.04.2020 00:46
      Highlight Highlight Sind nicht wir alle die Hypokraten?
    • DemonCore 24.04.2020 06:27
      Highlight Highlight Hypokriten* oder Heuchler.
    • Orias Riese 24.04.2020 08:16
      Highlight Highlight Hypokrit.

  • 155West 23.04.2020 18:15
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