Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIV -- ZUM 25. TODESTAG VON KURT COBAIN AM FREITAG, 5. APRIL 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- 
In this undated photo provided by Kim Cobain, a young Kurt Cobain plays guitar in his childhood home in Aberdeen, Wash.  Cobain's mother, Wendy O'Connor, is putting the 1.5-story Aberdeen bungalow _ which is assessed at less than $67,000 _ on the market for $500,000. But she'd also be happy entering into a partnership with anyone who wants to turn it into a museum. (AP Photo/Courtesy Kim Cobain)

Der blutjunge Kurt Cobain bewies schon bei diesem Schlafzimmer-Auftritt, dass Hausmusik gar nicht so bieder ist. Bild: AP Kim Cobain

Interview

Was hat das «Tagesschau»-Kondom von 1987 mit Corona zu tun? Eine Historikerin erklärt

Monika Dommann ist Professorin für Geschichte an der Uni Zürich. Uns erzählt sie von der verschwimmenden Zeit, Kurt Cobain und schwindenden Notvorräten.



Frau Dommann, was vermissen Sie persönlich am meisten?
Live-Konzerte. Man ist unter Menschen, man spürt sich, riecht sich, die verschiedenen Aftershaves, Parfums, den Schweiss, man trinkt Alkohol. Das ist nicht clean, das ist genau das, was man im Moment nicht tun soll. Das vermisse ich und es macht mich traurig, dass es noch sehr lange dauern dürfte, bis wir das wieder erleben werden. Wahrscheinlich bis es einen Impfstoff gibt.

Stimmt, wir sind uns einmal auf einem Tocotronic-Konzert begegnet. Was halten Sie von der Corona-Hymne von Tocotronic?
Sagen wir so: Ich habe noch keinen Corona-Hit für mich entdeckt.

Sie haben sich mit der Geschichte der Musikindustrie und des Radios beschäftigt: Was halten Sie davon, dass Radio SRF aktuell sehr viel mehr Schweizer Musik spielt? Ist das eine begrüssenswerte Krisenmassnahme oder geht das schon beinahe in Richtung geistige Landesverteidigung? Es ist ja nicht so, dass damit Neues, Junges und Unbekanntes unterstützt wurde, die Verantwortlichen sagen ganz klar: «Die Corona-Krise ist definitiv keine Newcomer-Plattform.»
Die Unterstützung nationaler Künstler steht natürlich im Dienste einer nationalen Politik. Man will die Durchhalteparolen mit Hits untermauern. Das Einschwören einer Nation mit populärer Musik ist etwas, das man schon lange aus der Trickkiste der Propaganda kennt. Ich verfolge allerdings eher Streamingplattformen mit Wohnzimmerkonzerten, etwa «114» aus der Innerschweiz, wo ich herkomme, oder «Reste à la maison» aus Frankreich. Das sind Unplugged-Situationen, wie wir sie zum ersten Mal bei Kurt Cobain und seinen MTV-Unplugged-Auftritten gesehen haben. Ich finde das extrem sexy und intim. Und wenn ich spät abends alleine zuhause bin, ist das total tröstlich.

Bild

Schweizer, die aktuell auf SRF3 präsent sind. Auf SRF1 übersetzt heisst das: Gölä, Sina, Büezer Buebe. Bild: srf

«Allein zuhause» klingt melancholisch.
Ich gehöre zu den 44 Prozent Ein-Personen-Haushalten in Zürich, und wie sich diese verhalten sollen, wurde nie kommuniziert. Die Gesellschaft wird allgemein gerade wieder sehr auf diese heilige Kernfamilie reduziert. Selbstgenügsame Zellen, denen man Tipps gibt, damit sie keinen Zoff kriegen.

Egal ob allein, im Homeoffice oder als heilige Familie: Wie lange halten wir das noch durch?
Wir sind reich, es gibt Reserven: nicht nur finanzielle, sondern auch emotionale und soziale. Man kennt das aus der Geschichte, wenn diese Reserven aufgebraucht sind, wird es gefährlich. Die Frage ist natürlich, wie lange die Krise noch dauert und unsere Vorräte reichen. Dann werden die Zerwürfnisse, die unsere Gesellschaft durchziehen, wieder sichtbar werden.

Bild

Monika Dommann ist mit dafür verantwortlich, dass unsere redaktionseigene Superhistorikerin Anna Rothenfluh so gut herausgekommen ist. bild:zvg

Was fällt Ihnen derzeit besonders auf?
Das Gefühl für Zeit ist ausser Kraft gesetzt. Das Gefühl dafür, wie sie verläuft und eingeteilt wird, was ein Tag, eine Woche, ein Monat eigentlich ist. Was die Relevanz von Themen und ihre Aktualität ist, und dass auch mal etwas aus der Zeit fallen kann. Das hat sich alles aufgelöst. Wir können live beobachten, wie Zeit funktioniert und wie sich etwas beschleunigt. Etwa das Wissen über das Virus, die politischen Massnahmen. Wenn wir an den Stand von vor vier Wochen denken, kommt uns das vor wie im Mittelalter. Und dann gibt’s die grosskalibrigen Erklärungen. Der Philosoph Giorgio Agamben etwa sagt, dass wir jetzt den Ausnahmezustand hätten, den die Regierungen immer schon gewollt haben.

Was stört Sie daran?
Da wird von der Vergangenheit auf die Gegenwart geschlossen und letztlich sehr wenig ausgesagt. Denn das ist doch das Faszinierende an der jetzigen Lage: Wir wissen wirklich sehr wenig. Wir haben keine Ahnung, was in Zukunft sein wird. Deshalb sollten wir uns bemühen, sehr aufmerksam zu sein, eine Sprache für das zu finden, was gerade geschieht, es zu dokumentieren und zwar ganz feingliedrig. Ich habe meinen Studierenden aufgetragen, Corona-Tagebücher zu schreiben. Wir müssen Wissen sammeln und ein Archiv anlegen. Damit wir als Historiker später damit arbeiten können.

Gibt es denn überhaupt jemanden, der etwas weiss?
Nein, auch die Wissenschaft weiss im Moment sehr wenig oder einiges noch nicht. Wir wissen zwar, wie man sich ansteckt, aber wir wissen nicht, auf welchen Fallzahlen diese Aussagen beruhen. Oder ob diese zwei Meter wirklich nötig sind. Ob die Geheilten wirklich immun sind. Das ist alles «science in the making». Ich habe gestern von Lorraine Daston den schönen Text «Ground-Zero Empiricism» gelesen, in dem sie schreibt, dass wir jetzt in einer Situation sind, wie sie die Wissenschaftler in der Frühen Neuzeit gekannt haben: Einfach irgendwo und mit vielen Unbekannten anfangen. Und dabei können wir jetzt live zuschauen, das ist sehr interessant, und das sollten wir auch immer wieder betonen.

epa08339346 An undated handout picture made available by the Clinical Pathology Lab of the Department of Biomedical Sciences for Health (SCIBIS) at the University of Milan shows an arrow pointing to a novel coronavirus particle attached to cell membranes, displaying its typical glycoprotein spike 'corona' on the viral surface (issued 02 April 2020), seen in an electron microscope image, the first black and white portrait of the SARS-CoV2 virus, which causes the COVID-19 disease, isolated in the northern Italian region of Lombardy at the Sacco Hospital in Milan.  EPA/UNIVERSITY OF MILAN/SCIBIS HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Undatierte Aufnahme von Coronaviren aus dem Labor für Klinische Pathologie der Universität Mailand. Bild: EPA

Wir sollen betonen, dass wir wissen, dass wir nichts wissen?
Das gefällt mir so an der Kommunikation des BAG! Herr Koch sagt immer wieder: «Das wissen wir nicht.» Das ist eine ehrliche und lautere Haltung. Uns wird bewusst, dass es selbst in der hochgerüstetsten High-Tech-Gesellschaft inklusive Biotechnologie etwas Unbekanntes gibt. Für einen Naturwissenschaftler ist dies eigentlich eine völlig normale Situation, für uns nicht. Wir denken, Wissenschaftler sind die, die alles wissen. Interessant ist da auch die Zusammenarbeit von Laien und Wissenschaftlern im Kampf gegen Aids.

Das müssen Sie jetzt erläutern.
Aids ist für mich nicht zuletzt aus biografischen Gründen interessant, wir entdeckten den Sex, einige von uns die harten Drogen, und dann ist Aids reingeplatzt. Man machte sofort Fremdzuschreibungen, das waren die Schwulen und die Junkies. Doch dann gabs Schwule, die sich öffentlich hinstellten und über die Krankheit und Verhütungsmassnahmen redeten. Charles Clerc stülpte sich 1987 in der «Tagesschau» ein Kondom über den Finger und sagte: «Wie die Wissenschaft uns glaubhaft versichert, sind Präservative vorläufig das einzig wirksame Mittel, um sich vor einer Ansteckung mit dem Aids-Virus zu schützen. Dieses kleine Ding kann also über Leben und Tod entscheiden, daran ändern weder erotische, noch ästhetische oder moralische Bedenken etwas.»

Charles Clerc erklärt Kondome

abspielen

Video: YouTube/loswochosCH

Wow!
In den USA entstand die Act-Up-Bewegung: HIV-Positive forderten Eingang in die Expertengremien und erhielten sie auch. Sie lernten die Sprache der Epidemiologen und Virologen, sie erhielten Zugang zu neuen Medikamententeste. Es war eine Zusammenarbeit aus Experten und Betroffenen. Das war wissenschaftshistorisch wegweisend. Und wir konnten daraus lernen, dass es auch für die Zivilgesellschaft die Möglichkeit der Mitwirkung geben kann. Trumps Chefvirologe Anthony Fauci sass damals übrigens unter den Experten und sagte, dass die Betroffenen oft mehr Ahnung hätten als die Wissenschaftler.

Im Moment beschränkt sich das Engagement der Zivilgesellschaft ja eher auf absoluten Gehorsam.
So ist es. Ein Punkt, der mich dabei masslos fasziniert, sind die Zahlen. Zahlen und Statistiken sind seit der Frühen Neuzeit die Basis des Regierens. Der Staat muss seine Bevölkerung kennen. Und nun gibt es das BAG, das die Kompetenz hat, diese Zahlen in Bezug auf das Virus zu sammeln. Andere, etwa das statistische Amt der Stadt Zürich und Leute, die eher netzbasiert arbeiten, widersprechen dem, und versuchen, die Kompetenz des BAG zu unterlaufen, denn nur wer die «richtigen» Daten hat, hat die Legitimation zu sprechen und uns als Volkskörper zu überwachen und zu steuern.

FILE - In this Thursday, Sept. 14, 1989 file photo, protestors lie on the street in front of the New York Stock Exchange in a demonstration against the high cost of the AIDS treatment drug AZT. The protest was organized by ACT UP, a gay rights activist group. (AP Photo/Tim Clary, File)

Act-Up-Aktivisten 1989 in New York. Bild: AP

Wenn man sich den Komplex «Staat und Seuche» anschaut, fällt auf, dass früher – zuletzt bei der Spanischen Grippe – Seuchen oft durch Truppenbewegungen und Armeen verbreitet wurde. Dass den Europäern, die im 14. Jahrhundert Südamerika eroberten, eine Seuche schon fast dabei half, die Einheimischen zu überwältigen und brutal zu dezimieren. Nur dauerte sowas früher Jahrzehnte.
Heute geht es rasend schnell. Das Virus verbreitet sich quasi in Fluggeschwindigkeit um die Welt. Es ist wie ein Parasit, der sich auf die moderne Transportlogistik setzt. Und wenn man jetzt verschwörungstheoretisch nach Verantwortung sucht, so muss man dafür nicht China herbeiziehen, sondern den Tourismus, die Geschäftsreisen und unsere eigenen Lieferketten. Die liegen jetzt plötzlich offen. Plötzlich ist man nicht in der Lage, gewisse Produkte selbst herzustellen, weil man einzelne Prozesse längst globalisiert und ausgelagert hatte.

Es ist ja völlig absurd, dass die Schweiz wochenlang nicht in der Lage war, einfachste Schutzmasken herzustellen.
Und dass es davon keine Vorräte gab. Notvorrat und Schweiz gehörten früher einfach zusammen, das war die Idee der Autarkie. Und dann wurde sie aufgeweicht, weil sie nicht mehr der Logik der globalisierten Arbeitsteilung, die auf Effizienz getrimmt ist, entsprach. Und jetzt sehen wir, dass sich in Krisensituationen ein Rückzug in den Nationalstaat vollzieht. Grenzen werden geschlossen, die Armee kommt zum Einsatz.

A statue of Freddie Mercury wearing a surgical mask and a sign

Freddie Mercury erhielt in Montreux als einer der ersten eine Maske. Bild: AP

Gut, als Viola Amherd vor Wochen ganz cool erklärte, dass jetzt die Armee zum Einsatz kommt und gut ausgebildete Sanitätstruppen stellen kann, war ich beeindruckt. Inzwischen kann man sagen: Die Soldaten haben nichts zu tun und stecken sich gegenseitig an. Das war vielleicht doch keine so gute Idee?
Im Nachhinein ist man immer schlauer. Aber apropos Amherd: Ihr und dem VBS wird jetzt vorgeworfen, dass keine Schutzmaterial-Vorräte vorhanden sind. Ich glaube, das VBS war früher immer in SVP-Hand. Und die SVP, die ja auch diesen Zweispalt in sich trägt – nationale Autarkie bei maximal globalisierter Arbeitsteilung – ist dafür verantwortlich, dass diese Vorräte abgebaut wurden. Die nationale Autarkie-Politik, die man im Ersten Weltkrieg für Notzeiten aufzubauen begann, wurde klammheimlich abgeschafft.

Täglich liest man jetzt schwärmerische Zeitungsartikel oder Einträge auf den sozialen Medien, dass wir zwar materiell ärmer, aber menschlich reicher und reifer aus dieser Krise hervorgehen werden. Wie würden Sie das einschätzen?
Das hat schon fast etwas Religiöses, das ist das Motiv der Läuterung, der Bekehrung. Aber es gibt in der Geschichte durchaus Krisen, in denen Lösungen gefunden wurden, die sich langfristig als tragfähig erwiesen. Zum Beispiel der New Deal in Amerika. Wir haben da einen Präsidenten, der ins Amt kommt, Franklin Roosevelt, 1933, also nicht nur in einer massiven wirtschaftlichen, sondern auch weltpolitischen Krise, im selben Jahr kommt ja auch Hitler an die Macht. Roosevelt ist ein Präsident, wie ihn heute viele vermissen, er regiert, auch mit Vollmachten, er schwört schon in seiner Inaugurationsrede seine Bürger auf die Vollmachten ein, die er ergreifen wird. Damals ist etwa ein Viertel der Amerikaner arbeitslos und Roosevelt schnürt sehr schnell ein Massnahmen-Paket, aus dem schlussendlich auch der Social Security Act, sowas wie eine AHV, entsteht. Aber allgemein bin ich diesen Läuterungsgeschichten gegenüber sehr skeptisch. Wir müssen permanent utopisch denken, nicht nur in Krisenzeiten.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

History Porn Teil LX: Geschichte in 22 Wahnsinns-Bildern

Corona-Quarantäne-Cuisine – Emilys Apple Crumble

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

12
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mon tuno 18.04.2020 12:18
    Highlight Highlight „Was hat das «Tagesschau»-Kondom von 1987 mit Corona zu tun?“

    Nichts!
    Aber Hauptsache, man kann seinen kruden Hirngespinsten weiter nachträumen. Oder SVP Bashing betreiben.

    Mir geht die Partei, oder vielmehr seine Exponenten, auch auf den Senkel, aber was war denn so Ende der 90er los auf der Kugel, dass man beschlossen hat, den Notvorrat zurückzuschrauben?

    Weniger als die Globalisierung wars vermutlich das Ende des kalten Krieges.. Mein Gott, und sowas lehrt...
  • The oder ich 17.04.2020 09:41
    Highlight Highlight Was haben wir nicht in den 90ern gelacht, als die Versorgung in Russland nicht mehr funktionierte, weil die Sowjetunion die Produktion an bestimmten Orten konzentrierte und nach ihrem Zerfall die Lieferketten nicht mehr funktionierten, da nun Ländergrenzen dazwischen standen. Typisch Kommunismus, sagten wir.


    Und jetzt sind wir im siegreichen Kapitalismus global exakt gleich weit.
  • Balikc 17.04.2020 07:51
    Highlight Highlight Jugenderinnerungen...
    Play Icon
  • Andi Weibel 16.04.2020 23:05
    Highlight Highlight "Europäer, die im 14. Jahrhundert Südamerika eroberten"? Eher nicht...
    • Picker 17.04.2020 06:54
      Highlight Highlight Stimmt, im 14. Jahrhundert war gerade niemand Südamerika am erobern. Wohl eher im 15./16. JH.
  • Trasher2 16.04.2020 22:05
    Highlight Highlight Sorry, ich höre mehr srf1 als srf3, aber Göle und Büezer Buebe hörte ich in den letzten Wochen (glücklicherweise) nicht.
  • gesi 16.04.2020 21:39
    Highlight Highlight Filmtipp: « 120 BPM »
  • Stachanowist 16.04.2020 20:49
    Highlight Highlight "Man will die Durchhalteparolen mit Hits untermauern."

    "Das Einschwören einer Nation [...] ist etwas, das man schon lange aus [...] der Propaganda kennt."

    "denn nur wer die «richtigen» Daten hat, hat die Legitimation, [...] uns als Volkskörper zu überwachen und zu steuern."

    Das klingt alles ziemlich nach Verschwörungstheorie. "Man" will das, "der Staat" muss jenes, und Behörden möchten "uns" überwachen und steuern.

    Deep State im BAG und im stat. Amt ZH?

    Muss sagen, von einer Geschichtsprofessorin habe ich mir weniger diffuse, VT-mässige Aussagen und mehr Fleisch am Knochen erwartet.
    • blueberry muffin 16.04.2020 22:07
      Highlight Highlight Das wird dir jeder Anarchist bestätigen.
  • tmeier 16.04.2020 19:05
    Highlight Highlight Der erhöhte CH-Anteil in Radios hat sehr wenig mit geistiger Landesverteidigung zu tun, sondern erfüllt lediglich einen wirtschaftlichen Zweck. Berufsmusiker bestreiten ihren Unterhalt mit Tantiemenausschüttungen der SUISA und mit Gagen. Da Zweitere bis voraussichtlich ende Jahr gänzlich ausfallen, ist die Kompensation durch Ersteres das einzig Richtige. Gehen zu viele CH-Musiker konkurs, müssen Veranstalter in der Folge mehr (teurere) ausländische Künstler buchen, was folglich auch Veranstalter in die Knie zwingen würde. Leider scheint dieser Faktor hier unterschätzt geblieben zu sein.
    • Marat 17.04.2020 07:24
      Highlight Highlight Die Millionäre Gölä und Trauffer benötigen jedenfalls keine staatliche Förderung...
    • Hardy18 17.04.2020 07:47
      Highlight Highlight Is ja nicht so, dass man nach einem Jahr das Singen und Musizieren verlernt. Nimmt man halt ein Künstlerpäuschen und gut ist.

Ein Intensivmediziner zieht Bilanz: «Eine Patientin ist schon seit 77 Tagen bei uns»

Peter Steiger, stellvertretender Institutsdirektor Intensivmedizin am Unispital Zürich, hat noch keine Monate wie die letzten beiden erlebt.

«Wir sahen die Welle kommen von China via Italien. In die Intensivstationen im Tessin, im Welschland und auch besonders Zürich kamen immer mehr Covid-­19-Patienten. Wir fürchteten die Überlastung.

Am Unispital Zürich schufen wir zwei separate Corona-Intensiv­stationen. Wir konnten schliesslich genug Beatmungsgeräte beschaffen, aber der Knackpunkt blieb gut ­geschultes Personal. Wir waren erleichtert, als das Operationsprogramm eingeschränkt wurde, sodass wir weniger Patienten als sonst auf …

Artikel lesen
Link zum Artikel