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Italien feiert nach 20 Jahren absolute Seltenheit am Gardasee

Der Gardasee lädt jährlich mehrere Millionen Besucherinnen und Besucher zu sich ein.
Der Gardasee lädt jährlich mehrere Millionen Besucherinnen und Besucher zu sich ein. bild: getty images / saiko3p

Nach 20 Jahren: Italien feiert absolute Seltenheit am Gardasee

Ein seltenes Naturphänomen konnte am italienischen Gardasee beobachtet werden. Biologen versprechen sich davon eine bessere Wasserqualität und ein stabileres Ökosystem – was auch Urlaubern zugute kommt.
11.05.2026, 09:3611.05.2026, 09:36
Anika Bentley / watson.de

Obwohl der Comer See, der Lago Maggiore und der Bodensee populäre Touristenziele sind, ist und bleibt der beliebteste Badesee Europas nach einer Auswertung von «Travelbook» der Gardasee im Norden Italiens. Im vergangenen Jahr sind in den Sommermonaten rund 18 Millionen Besucherinnen und Besucher in die Region um den Gardasee gereist.

Alle, die Anfang April am Gardasee Ferien gemacht haben, wurden nun Zeuginnen und Zeugen eines seltenen Naturphänomens, das besonders die rund 180'000 Einwohnerinnen und Einwohner der Region in Freude versetzt hat.

Nach 20 Jahren hat sich der Gardasee wieder vollständig durchgemischt

Es ist das erste Mal seit 20 Jahren, dass sich die tiefen Wasserschichten des Sees mit den höheren vollständig durchmischt haben. Wie Travelbook berichtet, wurde das seltene Phänomen durch eine Kombination aus starken Nordwinden und anhaltender Kälte ausgelöst.

Der Gardasee ist bis zu 270 Meter tief und besteht aus mehreren Wasserschichten. Wie bei Gewässern üblich, ist das Wasser an der Oberfläche wärmer und sauerstoffreicher. Das Wasser im unteren Teil des Sees ist kälter und hat einen höheren Nährstoffanteil.

Eine Durchmischung des Wassers ist wichtig für das Ökosystem des Sees

Vor allem das Ökosystem, bestehend aus Nährstoffangebot, Algen, Bakterien, Fischen und Wasservögeln, profitiert von einer vollständigen Durchmischung der Wasserschichten.

Durch die Durchmischung wird das gesamte Gewässer mit Sauerstoff versorgt, es entstehen weniger Faulgase im Wasser und die Nährstoffe im See, die sich oft am Boden ansammeln, verteilen sich im restlichen Teil des Sees. Dort können sie von Pflanzen und Algen zum Wachstum genutzt werden, die dann wiederum den Fischen und Muscheln als Nahrung dienen.

Auch infolge des Klimawandels tritt dieses Phänomen immer seltener auf. Das Bundesamt für Naturschutz berichtet, dass durch die globale Erderwärmung die obere Schicht des Sees ebenfalls wärmer wird und deswegen eine geringere Dichte hat.

Das erschwert eine natürliche Durchmischung der verschiedenen Wasserschichten und kann durch den Nährstoffmangel sogar dazu führen, dass Seen kollabieren.

Nicht nur Naturschützerinnen und Naturschützer freuen sich über die vollständige Durchmischung des Gardasees: Durch den Prozess kann die Wasserqualität des Sees verbessert werden. Davon profitieren nicht nur die Touristen, sondern vor allem die Italiener selbst, die auch ausserhalb der Saison gerne ihre Füsse ins Wasser halten.

Letztlich bleibt durch diese natürlichen Prozesse ein gerade wegen seiner Naturschönheit beliebtes Reiseziel erhalten.

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